Der Kubismus revolutionierte die Kunstwelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts... Mehr anzeigen
Kubismus Epoche - Kunstabi Hessen 2023




Die Grundlagen des Kubismus
Der Kubismus entstand zwischen 1907 und 1920 und war eine echte Revolution in der Kunstgeschichte. Der Name kommt vom lateinischen "cubus" (Würfel) und beschreibt perfekt, worum es ging: Die Auflösung organischer Formen in geometrische Grundformen.
Diese neue Kunstrichtung wollte bewusst gegen die bisherige Betonung von Licht und Farbe rebellieren. Stattdessen entwickelten die Künstler eine völlig neue Art, Gegenstände darzustellen - durch Mehransichtigkeit. Das bedeutet, sie malten ein Objekt gleichzeitig von vorn, von der Seite und von oben.
Der Frühkubismus (1907-1910) begann mit Picassos berühmtem Werk "Les Demoiselles d'Avignon". Hier siehst du bereits alle typischen Merkmale: maskenhaft verzerrte Gesichter, geometrisch vereinfachte Körper und den kompletten Verzicht auf realistische Proportionen. Die Künstler schufen eine völlig eigenständige Bildwirklichkeit, die nichts mehr mit der Natur zu tun hatte.
Merktipp: Der Kubismus will nicht zeigen, wie etwas aussieht, sondern was es wirklich ist!

Die Entwicklungsphasen verstehen
Der analytische Kubismus (1910-1912) ging noch einen Schritt weiter. Hier lösten die Künstler die Konturen völlig auf, sodass Hintergrund und Gegenstand miteinander verschmelzen. Georges Braques "Violine und Krug" zeigt perfekt diese Simultanität - du siehst das Instrument aus verschiedenen Blickwinkeln gleichzeitig.
Besonders charakteristisch sind die gedeckten Grautöne, Rotbraun und Ocker. Die Künstler verzichteten komplett auf Lokalfarben und realistische Räumlichkeit. Stattdessen entwickelten sie eine Art visuelles Puzzle aus geometrischen Formen.
Eine Sonderform war der Orphismus (1910-1912), benannt nach dem mythischen Sänger Orpheus. Robert Delaunay experimentierte hier mit bunten Kreisformen und Farbkontrasten. Seine "Formes circulaires" waren bereits völlig gegenstandslos - ein wichtiger Schritt zur abstrakten Kunst.
Der synthetische Kubismus (1912-1920) brachte dann wieder mehr Anschaulichkeit zurück. Die Formen wurden klarer geschichtet, buntfarbiger und kontrastreich. In dieser Phase entstanden auch die ersten Collagen, bei denen echte Materialien wie Zeitungsausschnitte ins Bild geklebt wurden.
Praxistipp: Erkenne die Phase am Farbauftrag - früh: reduziert, analytisch: grau-braun, synthetisch: bunt!

Die Revolution verstehen
Die Collage-Technik war Picassos geniale Erfindung von 1912. Das französische "coller" (kleben) beschreibt ein völlig neues Verfahren: Zeitungsausschnitte, Spielkarten oder Tapetenreste wurden mit Ölmalerei kombiniert. Sein "Stillleben mit Rohrstuhl" war der Startschuss für eine Technik, die bis heute verwendet wird.
Die wichtigsten Kubismus-Vertreter waren Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris und Robert Delaunay. Jeder entwickelte seinen eigenen Stil, aber alle teilten die Grundidee: Weg vom oberflächlichen Abbild, hin zum Wesen der Dinge.
Der Kubismus war mehr als nur ein Kunststil - er war eine Revolte gegen Sentimentalität und Realismus. Die Künstler wollten nicht mehr zeigen, wie etwas aussieht, sondern was es wirklich bedeutet. Ihr Weltbild gründete sich nicht mehr auf sinnliche Erfahrung, sondern auf mathematisch-methodische Erkenntnis.
Diese Bewegung leitete die klassische Moderne ein und ebnete den Weg zur abstrakten Kunst. Der Kubismus bewies: Kunst muss nicht die Realität kopieren - sie kann eine völlig eigene, neue Wirklichkeit erschaffen.
Klausurtipp: Der Kubismus zeigt das Wesen, nicht die Erscheinung - das ist der Kern für jede Analyse!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Kubismus Epoche - Kunstabi Hessen 2023
Der Kubismus revolutionierte die Kunstwelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und brach radikal mit allem, was man bis dahin über Malerei wusste. Statt realistische Abbilder zu schaffen, zerlegten Künstler wie Picasso und Braque ihre Motive in geometrische Formen und zeigten... Mehr anzeigen

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Die Grundlagen des Kubismus
Der Kubismus entstand zwischen 1907 und 1920 und war eine echte Revolution in der Kunstgeschichte. Der Name kommt vom lateinischen "cubus" (Würfel) und beschreibt perfekt, worum es ging: Die Auflösung organischer Formen in geometrische Grundformen.
Diese neue Kunstrichtung wollte bewusst gegen die bisherige Betonung von Licht und Farbe rebellieren. Stattdessen entwickelten die Künstler eine völlig neue Art, Gegenstände darzustellen - durch Mehransichtigkeit. Das bedeutet, sie malten ein Objekt gleichzeitig von vorn, von der Seite und von oben.
Der Frühkubismus (1907-1910) begann mit Picassos berühmtem Werk "Les Demoiselles d'Avignon". Hier siehst du bereits alle typischen Merkmale: maskenhaft verzerrte Gesichter, geometrisch vereinfachte Körper und den kompletten Verzicht auf realistische Proportionen. Die Künstler schufen eine völlig eigenständige Bildwirklichkeit, die nichts mehr mit der Natur zu tun hatte.
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Besonders charakteristisch sind die gedeckten Grautöne, Rotbraun und Ocker. Die Künstler verzichteten komplett auf Lokalfarben und realistische Räumlichkeit. Stattdessen entwickelten sie eine Art visuelles Puzzle aus geometrischen Formen.
Eine Sonderform war der Orphismus (1910-1912), benannt nach dem mythischen Sänger Orpheus. Robert Delaunay experimentierte hier mit bunten Kreisformen und Farbkontrasten. Seine "Formes circulaires" waren bereits völlig gegenstandslos - ein wichtiger Schritt zur abstrakten Kunst.
Der synthetische Kubismus (1912-1920) brachte dann wieder mehr Anschaulichkeit zurück. Die Formen wurden klarer geschichtet, buntfarbiger und kontrastreich. In dieser Phase entstanden auch die ersten Collagen, bei denen echte Materialien wie Zeitungsausschnitte ins Bild geklebt wurden.
Praxistipp: Erkenne die Phase am Farbauftrag - früh: reduziert, analytisch: grau-braun, synthetisch: bunt!

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Die Revolution verstehen
Die Collage-Technik war Picassos geniale Erfindung von 1912. Das französische "coller" (kleben) beschreibt ein völlig neues Verfahren: Zeitungsausschnitte, Spielkarten oder Tapetenreste wurden mit Ölmalerei kombiniert. Sein "Stillleben mit Rohrstuhl" war der Startschuss für eine Technik, die bis heute verwendet wird.
Die wichtigsten Kubismus-Vertreter waren Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris und Robert Delaunay. Jeder entwickelte seinen eigenen Stil, aber alle teilten die Grundidee: Weg vom oberflächlichen Abbild, hin zum Wesen der Dinge.
Der Kubismus war mehr als nur ein Kunststil - er war eine Revolte gegen Sentimentalität und Realismus. Die Künstler wollten nicht mehr zeigen, wie etwas aussieht, sondern was es wirklich bedeutet. Ihr Weltbild gründete sich nicht mehr auf sinnliche Erfahrung, sondern auf mathematisch-methodische Erkenntnis.
Diese Bewegung leitete die klassische Moderne ein und ebnete den Weg zur abstrakten Kunst. Der Kubismus bewies: Kunst muss nicht die Realität kopieren - sie kann eine völlig eigene, neue Wirklichkeit erschaffen.
Klausurtipp: Der Kubismus zeigt das Wesen, nicht die Erscheinung - das ist der Kern für jede Analyse!
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