Biedermeier bis Jugendstil
Die Biedermeier-Zeit (1815-1848) betonte bürgerliche Tugenden: einfach, schlicht und solide, aber gemütlich. Typisch waren gepolsterte Sofas, Beistelltische und Stühle aus Obstholz – handwerklich solide gefertigt mit sparsamer Ornamentik und aus einheimischen Werkstoffen.
Mitte des 19. Jahrhunderts förderte Karl Friedrich Schinkel als künstlerischer Berater des preußischen Königs staatliche Designentwicklung. Durch Kunstakademien, Mustermappen und Ausstellungen sollte die Formgebung von Waren verbessert werden, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
In der Gründerzeit und im Historismus (1848-1910) führte der industrielle Aufschwung zu einer neuen Gesellschaftsordnung, in der Status durch Leistung und Vermögen bestimmt wurde. Die Nachahmung adeliger Lebensstile äußerte sich in Waren, die historische Epochenstile Neo−Gotik,Neo−Renaissance kopierten – nun maschinell und kostengünstig produziert.
Die Erfinderästhetik (Mitte 19. Jahrhundert) zeigte eine Alternative: Michael Thonets berühmter Stuhl Nr. 14 folgte dem Prinzip "Form folgt der Technik" – eine nüchterne, vom Herstellungsprozess geleitete Formgebung ohne historisierende Verzierungen.
📌 Merke dir: Die Erfinderästhetik brachte erstmals bezahlbare Qualitätsmöbel für die breite Bevölkerung – Thonets Stühle wurden in alle Welt exportiert und werden bis heute produziert!