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10. Feb. 2026

15 Seiten

Effektiver Latein LK Abi 2022 Lernzettel

C

charlotte

@charlotte_lue

Du kennst sicher den Namen Cicero aus dem Lateinunterricht -... Mehr anzeigen

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# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Sallust - Der moralisierende Geschichtsschreiber

Stell dir vor, du lebst in einer Zeit, in der dein Staat völlig den Bach runtergeht - genau das erlebte Sallust 8634v.Chr.86-34 v.Chr.. Als homo novus aus dem Ritterstand kämpfte er sich die politische Karriereleiter hoch, wurde aber so angewidert von der Korruption um ihn herum, dass er sich komplett aus der Politik zurückzog.

Nach Caesars Ermordung 44 v.Chr. widmete er sich ganz der Geschichtsschreibung und entwickelte dabei ein völlig neues Genre: die historische Monografie. Seine berühmteste Schrift "Coniuratio Catilinae" handelt von Catilinas Verschwörung - aber Vorsicht: Sallust war kein objektiver Historiker!

Er betrieb moralisierende Geschichtsschreibung, das bedeutet: Ihm ging es weniger um historische Genauigkeit als um moralische Erbauung seiner Leser. Er erfand sogar Reden und änderte die Chronologie der Ereignisse, um seine Botschaft zu verstärken. Sein Ziel? Die Römer sollten zu den mores maiorum (den Tugenden der Vorfahren) zurückkehren.

Merke dir: Sallust schreibt eine Dekadenzerzählung - er zeigt, wie Rom von der glorreichen Vergangenheit in den moralischen Abgrund gestürzt ist.

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Der Untergang Roms nach den punischen Kriegen

Nach dem Sieg über Karthago wurde Rom zur Weltmacht - doch dieser Erfolg wurde paradoxerweise zum Fluch. Die reiche Nobilität verfiel dem Luxus und vergaß ihre Pflichten, während die armen Bauern durch ständige Kriege ihre Höfe verloren und als Proletariat nach Rom strömten.

Die Latifundienwirtschaft (Großgrundbesitz) der Patrizier machte es den kleinen Bauern unmöglich zu überleben. Das Resultat? Eine krasse gesellschaftliche Spaltung zwischen den pauces potentium (wenigen Mächtigen) und der verarmten Masse.

Die römische Gesellschaft teilte sich jetzt in zwei feindliche Lager: Die superreichen Großgrundbesitzer auf der einen Seite, die besitzlosen ehemaligen Kleinbauern auf der anderen. Innenpolitische Konflikte wurden zunehmend mit Gewalt ausgetragen - der Nährboden für Verschwörungen wie die des Catilina war gelegt.

Wichtig: Diese Entwicklung war nicht nur moralischer Verfall, sondern hatte handfeste wirtschaftliche und politische Ursachen - ein Punkt, den Sallust oft übersieht!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Sallusts Geschichtsdeutung - Vom Goldenen Zeitalter zum Sittenverfall

Sallust gliedert die römische Geschichte in vier Phasen, die eine klassische Dekadenzerzählung bilden:

753-510 v.Chr. (Römische Frühzeit): Das goldene Zeitalter mit Werten wie virtus, concordia, libertas. Die Römer lebten im Einklang, kämpften gemeinsam und stellten das Gemeinwohl über persönliche Interessen.

510-146 v.Chr. (Hochzeit der Republik): Immer noch die gute alte Zeit! Gloria stand im Mittelpunkt - durch Wettstreit um Ruhm kamen die besten Eigenschaften zur Geltung. Die mores maiorum funktionierten noch perfekt.

146-69 v.Chr. (Frühe Krisenzeit): Nach der Zerstörung Karthagos begann der Verfall. Der metus hostilis (Furcht vor dem Feind) fiel weg, und avaritia (Habgier) sowie luxuria (Verschwendung) breiteten sich aus.

Als Wendepunkt sieht Sallust Sullas Herrschaft: Jetzt wurde aus ambitio (ehrenhaftem Ehrgeiz) pure avaritia, und die letzten moralischen Werte gingen verloren.

Beachte: Sallust idealisiert die Vergangenheit stark - echte historische Probleme der Frühzeit verschweigt er komplett!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Catilina - Das perfekte Beispiel für den Sittenverfall

Lucius Sergius Catilina 10862v.Chr.108-62 v.Chr. ist für Sallust der Prototyp des dekadenten Römers seiner Zeit. Obwohl er aus altem Patriziergeschlecht stammte und durchaus körperliche Stärke und geistige Wendigkeit besaß, verkörperte er alles, was schiefgelaufen war.

Catilina war ein Lügner, strebte nach avaritia und luxuria und wollte die Alleinherrschaft (regnum) - für einen Römer das Allerletzte! Seine Anhänger rekrutierte er hauptsächlich aus der verschuldeten Mittel- und Unterschicht, besonders unter Jugendlichen.

Die Umstände waren günstig für seine Verschwörung: Pompeius führte ferne Kriege, der Senat war unaufmerksam, und viele Bürger hofften auf einen Bürgerkrieg, um durch Plünderungen zu Geld zu kommen.

Interessant ist Catilinas Ende: Sallust lässt ihn und seine Anhänger einen Heldentod sterben, mit fortitudo und pietas - ein krasser Gegensatz zu ihrem bisherigen Leben! War es wirklich ein pro patria mori? Eher nicht, denn Catilina war ja hostis (Staatsfeind) erklärt worden.

Spannend: Sallust zeigt, wie selbst Verbrecher in ihrem letzten Moment zu römischen Tugenden zurückfinden können!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Sallusts Stil und Sprache - Altertümlich und wirkungsvoll

Sallust hatte einen sehr charakteristischen Schreibstil, der ihn von anderen römischen Autoren unterscheidet. Er verwendete bewusst Archaismen (altertümliche Formen) wie "lubido" statt "libido" oder "haud" statt "non" - das sollte seine Bildung zeigen und an die gute alte Zeit erinnern.

Sein Markenzeichen war die brevitas - er schrieb extrem knapp und reduzierte alles auf das Wesentliche. Verkürzte Verbformen und Kurzformen wie "dein" statt "deinde" machten seine Texte sehr konzentriert.

Stilistisch arbeitete Sallust viel mit Antithesen - der Gegensatz zwischen der glanzvollen Vergangenheit und der lasterhaften Gegenwart zieht sich durch sein ganzes Werk. Der historische Infinitiv sorgt für lebendige Erzählung (übersetzt wird trotzdem im Perfekt!).

Catilinas Freundeskreis bestand aus allen, die "mit Armut, Schuldgefühlen und Schandtaten zu kämpfen hatten" - Menschen mit vitia (Lastern). Besonders Jugendliche ließen sich leicht beeinflussen und von Catilina "erkaufen".

Tipp: Wenn du Sallust übersetzt, achte auf seine typischen archaischen Formen - die kommen garantiert in der Klausur vor!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Cicero - Der vielseitigste Römer aller Zeiten

Marcus Tullius Cicero 10643v.Chr.106-43 v.Chr. war ein echtes Multitalent: Rhetoriker, Politiker, Schriftsteller und Philosoph in einer Person! Als homo novus aus dem Ritterstand schaffte er es bis zum Konsul und durchlief den cursus honorum in Rekordzeit.

Nach seiner politischen Laufbahn und einer zwischenzeitlichen Verbannung widmete er sich ab 57 v.Chr. intensiv der Schriftstellerei. Sein Comeback in die Politik endete tragisch: Seine Verurteilung des Marcus Antonius kostete ihn 43 v.Chr. das Leben.

Als Redner galt Cicero als der Beste seiner Zeit. Seine Sprache war weder zu hochgestochen noch vulgär, dafür voller rhetorischer Mittel. Seine Kunstprosa setzte Maßstäbe für Jahrhunderte.

"De finibus" entstand 45 v.Chr. während Caesars Diktatur und behandelt die philosophische Frage nach dem summum bonum (höchsten Gut). In fünf Büchern stellt er verschiedene Philosophenschulen vor: Epikureismus, Stoa und platonische Akademie.

Clever: Cicero schreibt als aristotelischen Dialog - aber eigentlich sind es längere Lehrvorträge, in denen er geschickt seine eigene Meinung durchscheinen lässt!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Die großen Philosophenschulen - Konkurrenz der Weltanschauungen

Im Hellenismus entwickelten sich drei große Philosophenschulen, die alle nach der eudaimonia (Glückseligkeit) suchten, aber völlig unterschiedliche Wege vorschlugen.

Die Akademie (gegründet von Platon) setzte auf Skeptizismus und die Technik des "in utramque partem disputare" - man erörterte jedes Thema von beiden Seiten. Cicero bezeichnete sich selbst als Akademiker.

Das Lyceum (Aristoteles) entwickelte das "peripatos" (Umherwandeln) und sah den Menschen als soziales Wesen, das natürlicherweise in staatlicher Gemeinschaft leben will. Hier findest du Ciceros Vorbild für seine längeren Dialoge.

Die Stoa (Zenon aus Kition) lehrte, dass alles vom fatum (Schicksal) vorbestimmt ist. Das summum bonum ist die virtus - äußere Güter wie Reichtum sind irrelevant, solange sie nicht zur Tugend beitragen.

Epikurs Hedonismus war der große Gegenspieler: Lust (voluptas) als höchstes Gut, aber nicht als Wollust, sondern als Schmerzfreiheit und ataraxia (Seelenruhe). Das Tetrapharmakon sollte zu diesem glückseligen Leben führen.

Merke: Jede Schule hatte eine andere Antwort auf die Frage "Wie soll ich leben?" - und alle beeinflussten römisches Denken!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Epikurs Philosophie - Lust als höchstes Gut

Epikurs Hedonismus war revolutionär: Lust (voluptas) ist das einzige summum bonum! Aber Achtung - nicht die Lust, die du vielleicht denkst. Epikur meinte Schmerzfreiheit (Abwesenheit von dolor), nicht Wollust.

Seine Naturphilosophie basierte auf Demokrits Atomlehre: Alles besteht aus Atomen, die sich zufällig im Vakuum bewegen (Pareinklisis). Diese mechanistische Welterklärung kommt ohne Göttereingriff aus.

Die Götterlehre ist entspannt: Götter existieren, sind glückselig und unvergänglich, aber kümmern sich nicht um Menschen. Sie leben in den Intermundien und dienen nur als Vorbilder für Glückseligkeit.

Das Herzstück ist die Seelenruhe (ataraxia): Befreiung von irrationalen Ängsten, besonders vor dem Tod. Da die Seele materiell ist und beim Tod in Atome zerfällt, gibt es kein Leben nach dem Tod - also auch keine Todesangst!

Die Wahrnehmungslehre (Empirismus) vertraut den Sinnen: Gegenstände senden feine Atombilder aus, die unsere Sinneseindrücke erzeugen. Der denkende Geist muss nur Missdeutungen vermeiden.

Wichtig: Epikurs "Leben im Verborgenen" bedeutet Rückzug aus Politik und öffentlichem Leben - für Römer wie Cicero undenkbar!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Ciceros Kritik am Epikureismus - Römische Werte gegen griechische Philosophie

Cicero zerlegt Epikurs Lehre systematisch, weil sie seinen römischen Wertvorstellungen völlig widerspricht. Für ihn ist virtus das höchste Gut, nicht voluptas! Militärische Leistung und politisches Engagement für die res publica bringen honos, gloria und fama - nach dem Tod bleibt die memoria.

Seine Hauptkritikpunkte sind vernichtend: voluptas sei pure Bequemlichkeit, der Mensch aber zu Höherem geschaffen. Rücksichtnahme, Verantwortung, Todesverachtung, Gerechtigkeit - das macht einen Menschen aus, nicht Luststreben!

Das "Leben im Verborgenen" ist für Cicero nicht menschenwürdig. Religion und Götterverehrung sind zentral für das Staatswohl, nicht optional wie bei Epikur. Die Entstehung der Welt braucht ein höheres Gestaltungsprinzip, nicht nur zufällig kollidierende Atome.

Praktische Einwände: Man kann nicht permanent von Lust erfüllt sein! Amicitia waren in Rom Zweckbündnisse für politische Interessen, nicht nur zur dauerhaften Lust wie bei Epikur.

Ciceros Skeptizismus steht gegen Epikurs dogmatisches System. Für einen römischen Politiker war die epikureische Lehre politischer Selbstmord - wer sich ins Private zurückzieht, kann nicht für gloria und memoria kämpfen!

Fazit: Der Streit zeigt den fundamentalen Konflikt zwischen griechischer Philosophie und römischen Bürgerpflichten!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

Antike Religion und Ciceros Stil

Die antike römische Religion war knallhart praktisch: Ein Vertrag zwischen Menschen und Göttern. Römer brachten kultische Verehrung, Götter schickten Wohlergehen für den Staat. Die Götter griffen aktiv ins Weltgeschehen ein - ganz anders als bei Epikur!

Priesterämter waren mit hohem sozialen Prestige verbunden, weil Staat und Götterkult eng verflochten waren. Für Cicero war das ein wichtiger Baustein der res publica.

Ciceros Stilmerkmale erkennst du sofort: Akkusativ Plural auf -is statt -es in der 3. Deklination, häufige 1. und 2. Person bei Verben, gelegentlicher Wegfall von -ve/-vi beim Perfektstamm (noris statt noveris).

Seine komplexen Perioden mit Parenthesen und häufige indirekte Rede mit vielen AcI-Konstruktionen machen ihn anspruchsvoll, aber auch elegant. Ellipsen von esse und anderen ergänzbaren Satzteilen sind typisch.

Übersetzungstipp: Bei Cicero immer auf die komplexe Satzstruktur achten - erst den Hauptsatz finden, dann die Nebensätze ordnen!



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Stefan S

iOS-Nutzer

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Samantha Klich

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Anna

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Beste App der Welt! Keine Worte, weil sie einfach zu gut ist

Thomas R

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Einfach genial. Lässt mich 10x besser lernen, diese App ist eine glatte 10/10. Ich empfehle sie jedem. Ich kann Lernzettel anschauen und suchen. Ich kann sie im Fachordner speichern. Ich kann sie jederzeit wiederholen, wenn ich zurückkomme. Wenn du diese App noch nicht ausprobiert hast, verpasst du wirklich was.

Basil

Android-Nutzer

Diese App hat mich so viel selbstbewusster in meiner Klausurvorbereitung gemacht, nicht nur durch die Stärkung meines Selbstvertrauens durch die Features, die es dir ermöglichen, dich mit anderen zu vernetzen und dich weniger allein zu fühlen, sondern auch durch die Art, wie die App selbst darauf ausgerichtet ist, dass du dich besser fühlst. Sie ist einfach zu bedienen, macht Spaß und hilft jedem, der in irgendeiner Weise Schwierigkeiten hat.

David K

iOS-Nutzer

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Sudenaz Ocak

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Greenlight Bonnie

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Rohan U

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Xander S

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Elisha

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Paul T

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Greenlight Bonnie

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Xander S

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DIE QUIZZE UND KARTEIKARTEN SIND SO NÜTZLICH UND ICH LIEBE Knowunity KI. ES IST AUCH BUCHSTÄBLICH WIE CHATGPT ABER SCHLAUER!! HAT MIR AUCH BEI MEINEN MASCARA-PROBLEMEN GEHOLFEN!! SOWIE BEI MEINEN ECHTEN FÄCHERN! NATÜRLICH 😍😁😲🤑💗✨🎀😮

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Sallust

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Sallust - Der moralisierende Geschichtsschreiber

Stell dir vor, du lebst in einer Zeit, in der dein Staat völlig den Bach runtergeht - genau das erlebte Sallust 8634v.Chr.86-34 v.Chr.. Als homo novus aus dem Ritterstand kämpfte er sich die politische Karriereleiter hoch, wurde aber so angewidert von der Korruption um ihn herum, dass er sich komplett aus der Politik zurückzog.

Nach Caesars Ermordung 44 v.Chr. widmete er sich ganz der Geschichtsschreibung und entwickelte dabei ein völlig neues Genre: die historische Monografie. Seine berühmteste Schrift "Coniuratio Catilinae" handelt von Catilinas Verschwörung - aber Vorsicht: Sallust war kein objektiver Historiker!

Er betrieb moralisierende Geschichtsschreibung, das bedeutet: Ihm ging es weniger um historische Genauigkeit als um moralische Erbauung seiner Leser. Er erfand sogar Reden und änderte die Chronologie der Ereignisse, um seine Botschaft zu verstärken. Sein Ziel? Die Römer sollten zu den mores maiorum (den Tugenden der Vorfahren) zurückkehren.

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Der Untergang Roms nach den punischen Kriegen

Nach dem Sieg über Karthago wurde Rom zur Weltmacht - doch dieser Erfolg wurde paradoxerweise zum Fluch. Die reiche Nobilität verfiel dem Luxus und vergaß ihre Pflichten, während die armen Bauern durch ständige Kriege ihre Höfe verloren und als Proletariat nach Rom strömten.

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Die römische Gesellschaft teilte sich jetzt in zwei feindliche Lager: Die superreichen Großgrundbesitzer auf der einen Seite, die besitzlosen ehemaligen Kleinbauern auf der anderen. Innenpolitische Konflikte wurden zunehmend mit Gewalt ausgetragen - der Nährboden für Verschwörungen wie die des Catilina war gelegt.

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Sallust gliedert die römische Geschichte in vier Phasen, die eine klassische Dekadenzerzählung bilden:

753-510 v.Chr. (Römische Frühzeit): Das goldene Zeitalter mit Werten wie virtus, concordia, libertas. Die Römer lebten im Einklang, kämpften gemeinsam und stellten das Gemeinwohl über persönliche Interessen.

510-146 v.Chr. (Hochzeit der Republik): Immer noch die gute alte Zeit! Gloria stand im Mittelpunkt - durch Wettstreit um Ruhm kamen die besten Eigenschaften zur Geltung. Die mores maiorum funktionierten noch perfekt.

146-69 v.Chr. (Frühe Krisenzeit): Nach der Zerstörung Karthagos begann der Verfall. Der metus hostilis (Furcht vor dem Feind) fiel weg, und avaritia (Habgier) sowie luxuria (Verschwendung) breiteten sich aus.

Als Wendepunkt sieht Sallust Sullas Herrschaft: Jetzt wurde aus ambitio (ehrenhaftem Ehrgeiz) pure avaritia, und die letzten moralischen Werte gingen verloren.

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Catilina - Das perfekte Beispiel für den Sittenverfall

Lucius Sergius Catilina 10862v.Chr.108-62 v.Chr. ist für Sallust der Prototyp des dekadenten Römers seiner Zeit. Obwohl er aus altem Patriziergeschlecht stammte und durchaus körperliche Stärke und geistige Wendigkeit besaß, verkörperte er alles, was schiefgelaufen war.

Catilina war ein Lügner, strebte nach avaritia und luxuria und wollte die Alleinherrschaft (regnum) - für einen Römer das Allerletzte! Seine Anhänger rekrutierte er hauptsächlich aus der verschuldeten Mittel- und Unterschicht, besonders unter Jugendlichen.

Die Umstände waren günstig für seine Verschwörung: Pompeius führte ferne Kriege, der Senat war unaufmerksam, und viele Bürger hofften auf einen Bürgerkrieg, um durch Plünderungen zu Geld zu kommen.

Interessant ist Catilinas Ende: Sallust lässt ihn und seine Anhänger einen Heldentod sterben, mit fortitudo und pietas - ein krasser Gegensatz zu ihrem bisherigen Leben! War es wirklich ein pro patria mori? Eher nicht, denn Catilina war ja hostis (Staatsfeind) erklärt worden.

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Sallusts Stil und Sprache - Altertümlich und wirkungsvoll

Sallust hatte einen sehr charakteristischen Schreibstil, der ihn von anderen römischen Autoren unterscheidet. Er verwendete bewusst Archaismen (altertümliche Formen) wie "lubido" statt "libido" oder "haud" statt "non" - das sollte seine Bildung zeigen und an die gute alte Zeit erinnern.

Sein Markenzeichen war die brevitas - er schrieb extrem knapp und reduzierte alles auf das Wesentliche. Verkürzte Verbformen und Kurzformen wie "dein" statt "deinde" machten seine Texte sehr konzentriert.

Stilistisch arbeitete Sallust viel mit Antithesen - der Gegensatz zwischen der glanzvollen Vergangenheit und der lasterhaften Gegenwart zieht sich durch sein ganzes Werk. Der historische Infinitiv sorgt für lebendige Erzählung (übersetzt wird trotzdem im Perfekt!).

Catilinas Freundeskreis bestand aus allen, die "mit Armut, Schuldgefühlen und Schandtaten zu kämpfen hatten" - Menschen mit vitia (Lastern). Besonders Jugendliche ließen sich leicht beeinflussen und von Catilina "erkaufen".

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Cicero - Der vielseitigste Römer aller Zeiten

Marcus Tullius Cicero 10643v.Chr.106-43 v.Chr. war ein echtes Multitalent: Rhetoriker, Politiker, Schriftsteller und Philosoph in einer Person! Als homo novus aus dem Ritterstand schaffte er es bis zum Konsul und durchlief den cursus honorum in Rekordzeit.

Nach seiner politischen Laufbahn und einer zwischenzeitlichen Verbannung widmete er sich ab 57 v.Chr. intensiv der Schriftstellerei. Sein Comeback in die Politik endete tragisch: Seine Verurteilung des Marcus Antonius kostete ihn 43 v.Chr. das Leben.

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"De finibus" entstand 45 v.Chr. während Caesars Diktatur und behandelt die philosophische Frage nach dem summum bonum (höchsten Gut). In fünf Büchern stellt er verschiedene Philosophenschulen vor: Epikureismus, Stoa und platonische Akademie.

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Die großen Philosophenschulen - Konkurrenz der Weltanschauungen

Im Hellenismus entwickelten sich drei große Philosophenschulen, die alle nach der eudaimonia (Glückseligkeit) suchten, aber völlig unterschiedliche Wege vorschlugen.

Die Akademie (gegründet von Platon) setzte auf Skeptizismus und die Technik des "in utramque partem disputare" - man erörterte jedes Thema von beiden Seiten. Cicero bezeichnete sich selbst als Akademiker.

Das Lyceum (Aristoteles) entwickelte das "peripatos" (Umherwandeln) und sah den Menschen als soziales Wesen, das natürlicherweise in staatlicher Gemeinschaft leben will. Hier findest du Ciceros Vorbild für seine längeren Dialoge.

Die Stoa (Zenon aus Kition) lehrte, dass alles vom fatum (Schicksal) vorbestimmt ist. Das summum bonum ist die virtus - äußere Güter wie Reichtum sind irrelevant, solange sie nicht zur Tugend beitragen.

Epikurs Hedonismus war der große Gegenspieler: Lust (voluptas) als höchstes Gut, aber nicht als Wollust, sondern als Schmerzfreiheit und ataraxia (Seelenruhe). Das Tetrapharmakon sollte zu diesem glückseligen Leben führen.

Merke: Jede Schule hatte eine andere Antwort auf die Frage "Wie soll ich leben?" - und alle beeinflussten römisches Denken!

# Römische Geschichte und ihre Deutung - Sallust: coniuratio Catilinae

Sallust

- Lebte 86 v.Chr. - 35/34 v.Chr. -> Krisenphase der späten

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Epikurs Philosophie - Lust als höchstes Gut

Epikurs Hedonismus war revolutionär: Lust (voluptas) ist das einzige summum bonum! Aber Achtung - nicht die Lust, die du vielleicht denkst. Epikur meinte Schmerzfreiheit (Abwesenheit von dolor), nicht Wollust.

Seine Naturphilosophie basierte auf Demokrits Atomlehre: Alles besteht aus Atomen, die sich zufällig im Vakuum bewegen (Pareinklisis). Diese mechanistische Welterklärung kommt ohne Göttereingriff aus.

Die Götterlehre ist entspannt: Götter existieren, sind glückselig und unvergänglich, aber kümmern sich nicht um Menschen. Sie leben in den Intermundien und dienen nur als Vorbilder für Glückseligkeit.

Das Herzstück ist die Seelenruhe (ataraxia): Befreiung von irrationalen Ängsten, besonders vor dem Tod. Da die Seele materiell ist und beim Tod in Atome zerfällt, gibt es kein Leben nach dem Tod - also auch keine Todesangst!

Die Wahrnehmungslehre (Empirismus) vertraut den Sinnen: Gegenstände senden feine Atombilder aus, die unsere Sinneseindrücke erzeugen. Der denkende Geist muss nur Missdeutungen vermeiden.

Wichtig: Epikurs "Leben im Verborgenen" bedeutet Rückzug aus Politik und öffentlichem Leben - für Römer wie Cicero undenkbar!

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Ciceros Kritik am Epikureismus - Römische Werte gegen griechische Philosophie

Cicero zerlegt Epikurs Lehre systematisch, weil sie seinen römischen Wertvorstellungen völlig widerspricht. Für ihn ist virtus das höchste Gut, nicht voluptas! Militärische Leistung und politisches Engagement für die res publica bringen honos, gloria und fama - nach dem Tod bleibt die memoria.

Seine Hauptkritikpunkte sind vernichtend: voluptas sei pure Bequemlichkeit, der Mensch aber zu Höherem geschaffen. Rücksichtnahme, Verantwortung, Todesverachtung, Gerechtigkeit - das macht einen Menschen aus, nicht Luststreben!

Das "Leben im Verborgenen" ist für Cicero nicht menschenwürdig. Religion und Götterverehrung sind zentral für das Staatswohl, nicht optional wie bei Epikur. Die Entstehung der Welt braucht ein höheres Gestaltungsprinzip, nicht nur zufällig kollidierende Atome.

Praktische Einwände: Man kann nicht permanent von Lust erfüllt sein! Amicitia waren in Rom Zweckbündnisse für politische Interessen, nicht nur zur dauerhaften Lust wie bei Epikur.

Ciceros Skeptizismus steht gegen Epikurs dogmatisches System. Für einen römischen Politiker war die epikureische Lehre politischer Selbstmord - wer sich ins Private zurückzieht, kann nicht für gloria und memoria kämpfen!

Fazit: Der Streit zeigt den fundamentalen Konflikt zwischen griechischer Philosophie und römischen Bürgerpflichten!

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Antike Religion und Ciceros Stil

Die antike römische Religion war knallhart praktisch: Ein Vertrag zwischen Menschen und Göttern. Römer brachten kultische Verehrung, Götter schickten Wohlergehen für den Staat. Die Götter griffen aktiv ins Weltgeschehen ein - ganz anders als bei Epikur!

Priesterämter waren mit hohem sozialen Prestige verbunden, weil Staat und Götterkult eng verflochten waren. Für Cicero war das ein wichtiger Baustein der res publica.

Ciceros Stilmerkmale erkennst du sofort: Akkusativ Plural auf -is statt -es in der 3. Deklination, häufige 1. und 2. Person bei Verben, gelegentlicher Wegfall von -ve/-vi beim Perfektstamm (noris statt noveris).

Seine komplexen Perioden mit Parenthesen und häufige indirekte Rede mit vielen AcI-Konstruktionen machen ihn anspruchsvoll, aber auch elegant. Ellipsen von esse und anderen ergänzbaren Satzteilen sind typisch.

Übersetzungstipp: Bei Cicero immer auf die komplexe Satzstruktur achten - erst den Hauptsatz finden, dann die Nebensätze ordnen!

Wir dachten schon, du fragst nie...

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Stefan S

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Android-Nutzerin

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Android-Nutzerin

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Xander S

iOS-Nutzer

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iOS-Nutzer

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