Sallust - Der moralisierende Geschichtsschreiber
Stell dir vor, du lebst in einer Zeit, in der dein Staat völlig den Bach runtergeht - genau das erlebte Sallust . Als homo novus aus dem Ritterstand kämpfte er sich die politische Karriereleiter hoch, wurde aber so angewidert von der Korruption um ihn herum, dass er sich komplett aus der Politik zurückzog.
Nach Caesars Ermordung 44 v.Chr. widmete er sich ganz der Geschichtsschreibung und entwickelte dabei ein völlig neues Genre: die historische Monografie. Seine berühmteste Schrift "Coniuratio Catilinae" handelt von Catilinas Verschwörung - aber Vorsicht: Sallust war kein objektiver Historiker!
Er betrieb moralisierende Geschichtsschreibung, das bedeutet: Ihm ging es weniger um historische Genauigkeit als um moralische Erbauung seiner Leser. Er erfand sogar Reden und änderte die Chronologie der Ereignisse, um seine Botschaft zu verstärken. Sein Ziel? Die Römer sollten zu den mores maiorum (den Tugenden der Vorfahren) zurückkehren.
Merke dir: Sallust schreibt eine Dekadenzerzählung - er zeigt, wie Rom von der glorreichen Vergangenheit in den moralischen Abgrund gestürzt ist.











