Schicksal, Augustus und die römische Ideologie
Fatum ist die zentrale Macht in der Aeneis - alles Geschehen ist vorherbestimmt und folgt einem göttlichen Plan. Das Schicksal wird durch verschiedene Begriffe ausgedrückt: deus als lenkende Kraft, providentia als Vorsehung und casus/fortuna für Glück und Unglück.
Die Römer sollen sich nicht gegen das Schicksal auflehnen, sondern es annehmen (fortunae resistere). Diese stoische Haltung wird zum Ideal erhoben - wer das Fatum akzeptiert, zeigt wahre römische Größe.
Augustus wird als Höhepunkt der römischen Geschichte dargestellt. Vergil legitimiert seine Herrschaft durch die Verbindung mit Aeneas (Praefiguration) und stellt ihn als gottgesandten Herrscher dar. Die Heldenschaurede im 6. Buch kündigt Augustus als den an, der das goldene Zeitalter bringen wird.
Wichtig für die Klausur: Die Aeneis ist gleichzeitig Heldenepos und Herrscherlob - Vergil schreibt als Hofdichter und glorifiziert Augustus' Politik!
Der Imperialismus Roms wird als göttlicher Auftrag dargestellt: "tu regere imperio populos, Romane, memento" - die Römer sollen durch ihre mores (Sitten) und virtutes (Tugenden) die Weltherrschaft rechtfertigen.






































