Abhängigkeitserkrankungen
Abhängigkeit entwickelt sich stufenweise: Genuss → Gewöhnung → Missbrauch → Abhängigkeit. Risikofaktoren sind stressauslösende Situationen, geringer Selbstwert, niedrige Frustrationstoleranz und gesellschaftlicher Leistungsdruck.
Jellineks Alkoholikertypologie unterscheidet fünf Typen: Alpha (Konflikttrinker bei Stress), Beta (Gelegenheitstrinker), Gamma (süchtiger Trinker mit Kontrollverlust), Delta (Gewohnheitstrinker mit kontinuierlichem Konsum) und Epsilon (episodischer Trinker mit Exzessen). Bereits 20g reiner Alkohol führen zu 0,5 Promille - der Grenze der Fahrtüchtigkeit.
Substanzgebundene Abhängigkeiten umfassen Opioide (höchstes Abhängigkeitspotenzial), Cannabinoide (psychische Abhängigkeit), Sedativa/Hypnotika (hohes Abhängigkeitspotenzial mit Vergiftungsgefahr) und Kokain (hohes psychisches Abhängigkeitspotenzial). Jede Substanz hat spezifische Wirkungen und Entzugssymptome.
Nicht substanzgebundene Abhängigkeiten betreffen Spielsucht, Smartphone-, Internet-, Arbeits-, Ess-, Sex-, Kauf- und Sportsucht. Diese Verhaltensabhängigkeiten nehmen in unserer Gesellschaft stark zu.
Achtung: Das Delirium tremens tritt bei 5% der Alkoholentzüge auf und ist unbehandelt lebensbedrohlich - es dauert 3-7 Tage und erfordert sofortige medizinische Betreuung.