Erik Erikson und das Stufenmodell
Erik Erikson war ein deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker, der für sein Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung bekannt ist. Er teilte die menschliche Identitätsentwicklung in acht aufeinander aufbauende Phasen ein, die jeweils einen spezifischen Konflikt beinhalten.
In jeder Phase entstehen Spannungen zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen des sozialen Umfelds. Diese Konflikte zu bewältigen stellt die Entwicklungsaufgabe der jeweiligen Stufe dar.
Die erste Phase "Urvertrauen vs. Misstrauen" (erstes Lebensjahr) prägt unser Grundgefühl zum Leben. Das Baby lernt Vertrauen durch die zuverlässige Befriedigung seiner Grundbedürfnisse wie Nahrung, Nähe und Geborgenheit. Werden diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt, können sich Gefühle von Bedrohung, Hilflosigkeit und Leere entwickeln.
💡 Wichtig zu wissen: Das Ziel ist nicht, nur Urvertrauen zu entwickeln, sondern ein gesundes Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Misstrauen zu finden. Ein gewisses Maß an Misstrauen ist für spätere Lebensphasen durchaus sinnvoll!
Die Kritik an dieser Phase betont, dass Erikson die Rolle des Vaters als Bezugsperson vernachlässigt und dass Kinder auch ohne vollständigen Abschluss dieser Phase noch Vertrauen aufbauen können.






