Schulöffnungen während Corona: Was zählt wirklich?
Ein Berliner Lehrer namens Ryan Plocher war ziemlich genervt, als er 2020 sah, welche Schülerinnen zuerst zurück in die Schule durften. Abschlussklassen hatten absolute Priorität - nicht etwa die Grundschülerinnen, die ihre Eltern zu Hause brauchten oder gerade lesen und schreiben lernten.
Plocher nutzt eine geniale Harry Potter-Analogie: Wie Dolores Umbridge reduziert Corona die Schule auf das Wesentliche - Prüfungen bestehen. All die schönen Worte über Demokratieerziehung, Inklusion und Persönlichkeitsentwicklung aus dem Berliner Schulgesetz? In der Krise plötzlich nebensächlich.
Das zeigt laut Plocher die wahre Funktion von Schule: Es geht nicht ums Lernen, sondern um Selektion und Klassenhierarchie. Die Grundschülerinnen, die Alphabetisierung und Sozialkompetenzen brauchen, bleiben zu Hause - während ältere Schülerinnen für ihre Abschlussprüfungen betreut werden.
Merke dir: Corona hat wie ein Brennglas gezeigt, was im Schulsystem wirklich Priorität hat - und das waren nicht die Lernbedürfnisse der Schüler*innen.






