Grundlagen der Erkenntnistheorie
Platons Höhlengleichnis zeigt Erkenntnis als schmerzhaften Stufenprozess. Menschen sehen zunächst nur Schatten an der Höhlenwand, dann Spiegelbilder, echte Objekte und schließlich die Sonne selbst. Du verlässt die Welt des Sichtbaren und trittst in die Welt des Denkbaren ein - das nennt man Dualismus.
John Locke dagegen glaubte an den Empirismus: Alle Ideen entstehen durch unsere Sinne. Dein Geist ist bei der Geburt eine "tabula rasa" - ein leeres Blatt. Durch äußere Wahrnehmung (Sensation) und innere Verarbeitung (Reflexion) entstehen erst einfache, dann komplexe Ideen.
Merke dir: Locke sagt "Erfahrung zuerst", Platon sagt "Denken zuerst" - zwei völlig verschiedene Ansätze!
René Descartes wählte einen dritten Weg: systematischen Zweifel. Er bezweifelte alles - Sinneswahrnehmungen, Träume, sogar logische Schlüsse. Was blieb übrig? "Ich denke, also bin ich" - die einzige unbezweifelbare Wahrheit. Das ist Rationalismus: Wissen durch Vernunft, nicht durch Erfahrung.

































