Die Bragg-Gleichung verstehen
Die Bragg-Brüder entwickelten 1915 die berühmte Formel für dieses Phänomen. Kristalle bestehen aus Gitterionen, die in parallelen Ebenen mit dem Abstand d angeordnet sind.
Die Ionen wirken wie Streuzentren, von denen Elementarwellen ausgehen. Wenn der Gangunterschied zwischen benachbarten Wellenzügen genau ein Vielfaches der Wellenlänge λ ist, interferieren alle Wellen konstruktiv.
Die Bragg-Gleichung lautet: 2d·sin(θ) = n·λ. Hier ist θ der Ganzwinkel, d der Netzebenenabstand und n die Ordnung des Maximums (1, 2, 3, ...).
Bei polykristallinen Substanzen (viele kleine Einzelkristalle) finden Bragg-Reflexionen nur an den "passend liegenden" Kristallen statt. Die ausfallende Strahlung erscheint dann unter dem Winkel 2θ.
Wichtig: Ist der Gangunterschied auch nur geringfügig anders als n·λ, löschen sich die vielen Wellenzüge gegenseitig aus - daher die scharfen Maxima!