Politik wird richtig spannend, wenn es um Krieg und Frieden... Mehr anzeigen
Vorabi-Thema Politik: Friedenssicherung und internationale Zusammenarbeit











Konfliktintensitäten und Kriegsarten
Konflikte eskalieren stufenweise - von harmlosen Meinungsverschiedenheiten bis zum Vollkrieg. Die fünf Stufen reichen vom latenten Konflikt (noch ohne Gewalt) über Krisen mit vereinzelter Gewalt bis hin zum Krieg mit kontinuierlicher, organisierter Gewaltanwendung.
Heute unterscheiden wir zwischen konventionellen Staatskriegen und asymmetrischen Konflikten. Low-Intensity-Kriege pendeln zwischen Krieg und Frieden - ein Dauerzustand, der besonders schwer zu lösen ist.
Die Ursachen für Konflikte sind vielfältig: Ressourcenkonflikte um Wasser oder Bodenschätze, aggressive Ideologien wie Nationalismus, soziale Ungleichheit und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (Proliferation). Auch Cyberterrorismus und zerfallende Staaten (failed states) schaffen neue Bedrohungen.
Merke dir: Konflikte entstehen selten aus einem einzigen Grund - meist wirken mehrere Faktoren zusammen!

Alte vs. Neue Kriege
Konventionelle Kriege liefen früher nach klaren Regeln ab: Staaten mit gekennzeichneten Armeen kämpften offen gegeneinander, bis ein Friedensvertrag geschlossen wurde. Die Finanzierung lief über den Staat, die Dauer war meist kurz aber intensiv.
Neue Kriege funktionieren völlig anders. Hier kämpfen regionale Warlords und Terrororganisationen ohne klare Kennzeichnung. Sie nutzen billige Waffen wie Trucks mit Maschinengewehren und führen einen "Krieg der Bilder" mit systematischen Gräueltaten.
Die Finanzierung erfolgt durch Kommerzialisierung - Warlords handeln mit dem Westen und privatisieren Gewinne, während Verluste sozialisiert werden. Diese Konflikte dauern sehr lange bei niedriger Intensität, weil möglichst viele Gräueltaten das Ziel sind.
Der Übergang zwischen Krieg und Frieden ist fließend - es gibt keine normalen Kriegserklärungen oder Friedensverträge mehr.
Wichtig: Neue Kriege sind schwerer zu beenden, weil sie oft wirtschaftlich profitable Systeme für die Beteiligten darstellen.

Friedensarten und das zivilisatorische Hexagon
Negativer Frieden bedeutet nur die Abwesenheit von Kampfhandlungen - wie ein Waffenstillstand. Positiver Frieden geht viel weiter: Hier gibt es weder physische noch strukturelle Gewalt, sondern echte Gerechtigkeit.
Dabei unterscheiden wir zwischen instabilem Frieden (Gewalt bleibt Option) und stabilem Frieden (Gewalt wird komplett ausgeschlossen). Der moderne erweiterte Sicherheitsbegriff geht über reine Militärverteidigung hinaus und vernetzt zivile und militärische Mittel.
Das zivilisatorische Hexagon zeigt sechs Bausteine für dauerhaften Frieden: Gewaltmonopol (nur der Staat darf Gewalt ausüben), Rechtsstaatlichkeit, Interdependenzen und Affektkontrolle, demokratische Partizipation, soziale Gerechtigkeit und konstruktive Konfliktkultur.
Diese sechs Elemente verstärken sich gegenseitig. Fehlt eines, wird das ganze System instabil - wie bei einem Haus ohne solides Fundament.
Praxistipp: Das Hexagon hilft dir, politische Systeme zu analysieren. Frag dich: Welche Ecken fehlen in aktuellen Krisengebieten?

Bausteine des zivilisatorischen Hexagons
Die Entprivatisierung von Gewalt durch ein staatliches Gewaltmonopol ist der erste Schritt. Alle müssen sich diesem unterwerfen - sonst herrscht Selbstjustiz wie im Wilden Westen.
Rechtsstaatlichkeit kontrolliert dieses Gewaltmonopol und verhindert Diktaturen. Interdependenzen und Affektkontrolle sorgen durch institutionalisierte Konfliktregelung für Gewaltverzicht und Toleranz.
Demokratische Partizipation ermöglicht es allen, ihre Interessen zu artikulieren und in politische Prozesse einzubringen. Soziale Gerechtigkeit schafft Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit - Menschen müssen sich fair behandelt fühlen.
Die konstruktive Konfliktkultur wird durch die anderen Elemente ermöglicht und schafft produktive Auseinandersetzung mit Konflikten. Soziale Gerechtigkeit bildet dabei die Brücke zwischen den Institutionen und der praktischen Umsetzung.
Verstehe es so: Diese Bausteine sind wie Zahnräder - sie müssen alle ineinandergreifen, damit die Friedensmaschine funktioniert.

Akteure im internationalen System
Das internationale System ist ein komplexes Netz verschiedener Akteure mit unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten. Supranationale Einrichtungen wie der Internationale Strafgerichtshof haben Weisungs- und Strafbefugnisse gegenüber Staaten.
Staatenverbünde wie die EU betreiben sowohl supranationale als auch zwischenstaatliche Politik und funktionieren als regionale Friedens- und Wertegemeinschaften. Staatengruppen wie die G8 gestalten internationale Beziehungen durch Koordination.
Internationale Organisationen (UNO, NATO) und einzelne Regierungen verfolgen ihre jeweiligen Interessen durch Außenpolitik. Dabei spielen auch substaatliche Akteure eine Rolle - von Ministerien bis zu Städtepartnerschaften.
Die nationale und internationale Zivilgesellschaft (NGOs wie Greenpeace) beeinflusst Politik durch Lobbyarbeit und Mobilisierung der öffentlichen Meinung. Ihre Handlungsmöglichkeiten sind aber begrenzt.
Denk daran: Moderne Politik findet auf vielen Ebenen gleichzeitig statt - vom lokalen Bürgermeister bis zur UN-Vollversammlung.

Souveränität, Anarchie und Macht
NGOs sind internationale Organisationen ohne zwischenstaatlichen Vertrag (wie Ärzte ohne Grenzen), während IGOs dauerhafte Zusammenschlüsse von Staaten für überstaatliche Aufgaben sind (UN, EU).
Staaten brauchen Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt plus anerkannte Souveränität - also Unabhängigkeit von anderer Macht. Theoretisch sind alle Staaten gleich, praktisch herrscht aber Anarchie im internationalen System, weil es keine übergeordnete Executive gibt.
Macht wird unterschiedlich definiert: Hobbes sah sie als Mittel zur Zielerreichung, Weber als Durchsetzung des eigenen Willens, Arendt als kollektive Handlungsfähigkeit von Gruppen.
Soft Power wirkt ohne Zwang durch Vorbildfunktion und Attraktivität. Hard Power nutzt militärische und wirtschaftliche Ressourcen - von modernen Waffen über Rohstoffe bis zu geografischen Vorteilen wie Meereszugang.
Schlüsselerkenntniss: Macht ist heute vielschichtiger geworden - manchmal wirkt ein viral gegangenes Video mächtiger als ein Panzer.

Theorien internationaler Beziehungen
Die realistische Theorie geht vom bösen Menschen aus . Staaten kämpfen in der Anarchie ums Überleben, Frieden gibt's nur durch balance of power. Der Kalte Krieg ist ein typisches Beispiel für negativen Frieden durch Machtgleichgewicht.
Die idealistische Theorie sieht den Menschen als grundsätzlich gut. Ewiger Frieden ist durch Kooperation, republikanische Verfassungen und Wirtschaftsverflechtungen möglich. Kant glaubte: "Demokratien führen keinen Krieg gegeneinander" - der demokratische Frieden.
Der Liberalismus fokussiert auf Präferenzbildung in Gesellschaften. Partizipatorische Herrschaftssysteme erzielen höheren Konsens und führen zu gewaltfreier Politik. Die EU zeigt, wie ehemalige Konkurrenten friedlich kooperieren können.
Alle drei Theorien erklären unterschiedliche Aspekte der internationalen Beziehungen, haben aber auch blinde Flecken bei neuen Herausforderungen.
Für die Klausur: Erkenne, welche Theorie zu welchem historischen Beispiel passt - das bringt Punkte!

Institutionalismus und gerechter Krieg
Der Institutionalismus kombiniert pessimistische Menschenbilder mit optimistischen Lösungen. Internationale Organisationen und Vereinbarungen können die Anarchie eindämmen und regelbasierte Ordnung schaffen. Hugo Grotius betonte das gemeinsame Interesse am Frieden durch Interdependenzen.
Medien verändern moderne Politik drastisch. Der CNN-Effekt beschreibt, wie beschleunigte Berichterstattung schnelle politische Reaktionen erzwingt. Politik nutzt Medieninszenierung als Kriegsinstrument, kann aber Journalismus nicht vollständig kontrollieren.
Die Frage nach dem gerechten Krieg ist hochumstritten. Nach UN-Charta ist nur Selbstverteidigung erlaubt. Die Responsibility to Protect (R2P) erlaubt Intervention zum Schutz der Bevölkerung bei Menschenrechtsverletzungen.
Die verantwortungsethische Lehre fordert Abwägung: militärischer Einsatz vs. Unterlassung, legitime Autorität, berechtigter Grund, Erfolgsaussichten und Verhältnismäßigkeit müssen stimmen.
Ethische Frage: Wann ist Krieg zur Rettung von Menschenleben gerechtfertigt? Diese Debatte spaltet bis heute Politiker und Philosophen.

UN-Organe und ihre Funktionen
Die UN-Organe haben klare Aufgabenteilung: Die Generalversammlung (alle 193 Mitgliedstaaten mit je einer Stimme) trifft nicht-bindende Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. Sie wählt die nicht-ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats.
Der Sicherheitsrat mit 15 Mitgliedern (5 ständige mit Vetorecht, 10 gewählte) kann bindende Maßnahmen beschließen und Blauhelm-Missionen entsenden. Die P5 (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) können jeden Beschluss blockieren.
ECOSOC koordiniert Wirtschafts-, Sozial- und Kulturprogramme zur Konfliktvermeidung. Der Internationale Gerichtshof behandelt zwischenstaatliche Streitigkeiten, kann aber Urteile nicht selbst durchsetzen - ihm fehlt die Executive.
Das Sekretariat unter dem Generalsekretär fungiert als neutrale Autorität und unterstützt bei der Lösung internationaler Konflikte. Der Generalsekretär wird vom Sicherheitsrat vorgeschlagen und von der Generalversammlung gewählt.
Strukturtipp: Die UN funktioniert wie eine Gewaltenteilung - aber ohne echte Executive, was das Hauptproblem darstellt.

UN-Probleme und Reformbedarf
Die UN-Ziele nach der Charta klingen ideal: Weltfrieden, wirtschaftliche Entwicklung, Selbstbestimmung der Völker. Die politische Realität sieht anders aus: Krisen werden ignoriert, das Vetorecht blockiert Entscheidungen, Machtgefälle zwischen Staaten verhindert souveräne Gleichheit.
Strukturelle Probleme sind offensichtlich: Ziele sind teilweise unklar und utopisch, die P5-Sonderstellung spiegelt veraltete Machtverhältnisse von 1945 wider. Deutschland, Japan, Indien haben mehr wirtschaftliche Macht als manche P5-Staaten.
Neue Aufgabenfelder wie Klimawandel und Migrationsströme sind unterrepräsentiert. Die Generalversammlung arbeitet langsam und ineffizient, ECOSOC verliert an Bedeutung. Politische und finanzielle Unterstützung fehlt oft.
Reformvorschläge reichen von Weltregierung bis zu neuen ständigen Sicherheitsratsmitgliedern. Das Problem: Jede wichtige Reform braucht die Zustimmung aller P5 - die ihre Privilegien nicht aufgeben wollen.
Realitätscheck: Die UN ist nicht perfekt, aber sie ist das Beste, was wir haben. Ohne sie wären internationale Krisen noch schwerer lösbar.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Vorabi-Thema Politik: Friedenssicherung und internationale Zusammenarbeit
Politik wird richtig spannend, wenn es um Krieg und Frieden geht! Hier geht's um die großen Fragen: Warum entstehen Konflikte, wie funktionieren moderne Kriege und wie können wir eigentlich dauerhaften Frieden schaffen? Das zivilisatorische Hexagon und die UN spielen dabei... Mehr anzeigen

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Konfliktintensitäten und Kriegsarten
Konflikte eskalieren stufenweise - von harmlosen Meinungsverschiedenheiten bis zum Vollkrieg. Die fünf Stufen reichen vom latenten Konflikt (noch ohne Gewalt) über Krisen mit vereinzelter Gewalt bis hin zum Krieg mit kontinuierlicher, organisierter Gewaltanwendung.
Heute unterscheiden wir zwischen konventionellen Staatskriegen und asymmetrischen Konflikten. Low-Intensity-Kriege pendeln zwischen Krieg und Frieden - ein Dauerzustand, der besonders schwer zu lösen ist.
Die Ursachen für Konflikte sind vielfältig: Ressourcenkonflikte um Wasser oder Bodenschätze, aggressive Ideologien wie Nationalismus, soziale Ungleichheit und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (Proliferation). Auch Cyberterrorismus und zerfallende Staaten (failed states) schaffen neue Bedrohungen.
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Alte vs. Neue Kriege
Konventionelle Kriege liefen früher nach klaren Regeln ab: Staaten mit gekennzeichneten Armeen kämpften offen gegeneinander, bis ein Friedensvertrag geschlossen wurde. Die Finanzierung lief über den Staat, die Dauer war meist kurz aber intensiv.
Neue Kriege funktionieren völlig anders. Hier kämpfen regionale Warlords und Terrororganisationen ohne klare Kennzeichnung. Sie nutzen billige Waffen wie Trucks mit Maschinengewehren und führen einen "Krieg der Bilder" mit systematischen Gräueltaten.
Die Finanzierung erfolgt durch Kommerzialisierung - Warlords handeln mit dem Westen und privatisieren Gewinne, während Verluste sozialisiert werden. Diese Konflikte dauern sehr lange bei niedriger Intensität, weil möglichst viele Gräueltaten das Ziel sind.
Der Übergang zwischen Krieg und Frieden ist fließend - es gibt keine normalen Kriegserklärungen oder Friedensverträge mehr.
Wichtig: Neue Kriege sind schwerer zu beenden, weil sie oft wirtschaftlich profitable Systeme für die Beteiligten darstellen.

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Friedensarten und das zivilisatorische Hexagon
Negativer Frieden bedeutet nur die Abwesenheit von Kampfhandlungen - wie ein Waffenstillstand. Positiver Frieden geht viel weiter: Hier gibt es weder physische noch strukturelle Gewalt, sondern echte Gerechtigkeit.
Dabei unterscheiden wir zwischen instabilem Frieden (Gewalt bleibt Option) und stabilem Frieden (Gewalt wird komplett ausgeschlossen). Der moderne erweiterte Sicherheitsbegriff geht über reine Militärverteidigung hinaus und vernetzt zivile und militärische Mittel.
Das zivilisatorische Hexagon zeigt sechs Bausteine für dauerhaften Frieden: Gewaltmonopol (nur der Staat darf Gewalt ausüben), Rechtsstaatlichkeit, Interdependenzen und Affektkontrolle, demokratische Partizipation, soziale Gerechtigkeit und konstruktive Konfliktkultur.
Diese sechs Elemente verstärken sich gegenseitig. Fehlt eines, wird das ganze System instabil - wie bei einem Haus ohne solides Fundament.
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Bausteine des zivilisatorischen Hexagons
Die Entprivatisierung von Gewalt durch ein staatliches Gewaltmonopol ist der erste Schritt. Alle müssen sich diesem unterwerfen - sonst herrscht Selbstjustiz wie im Wilden Westen.
Rechtsstaatlichkeit kontrolliert dieses Gewaltmonopol und verhindert Diktaturen. Interdependenzen und Affektkontrolle sorgen durch institutionalisierte Konfliktregelung für Gewaltverzicht und Toleranz.
Demokratische Partizipation ermöglicht es allen, ihre Interessen zu artikulieren und in politische Prozesse einzubringen. Soziale Gerechtigkeit schafft Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit - Menschen müssen sich fair behandelt fühlen.
Die konstruktive Konfliktkultur wird durch die anderen Elemente ermöglicht und schafft produktive Auseinandersetzung mit Konflikten. Soziale Gerechtigkeit bildet dabei die Brücke zwischen den Institutionen und der praktischen Umsetzung.
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Das internationale System ist ein komplexes Netz verschiedener Akteure mit unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten. Supranationale Einrichtungen wie der Internationale Strafgerichtshof haben Weisungs- und Strafbefugnisse gegenüber Staaten.
Staatenverbünde wie die EU betreiben sowohl supranationale als auch zwischenstaatliche Politik und funktionieren als regionale Friedens- und Wertegemeinschaften. Staatengruppen wie die G8 gestalten internationale Beziehungen durch Koordination.
Internationale Organisationen (UNO, NATO) und einzelne Regierungen verfolgen ihre jeweiligen Interessen durch Außenpolitik. Dabei spielen auch substaatliche Akteure eine Rolle - von Ministerien bis zu Städtepartnerschaften.
Die nationale und internationale Zivilgesellschaft (NGOs wie Greenpeace) beeinflusst Politik durch Lobbyarbeit und Mobilisierung der öffentlichen Meinung. Ihre Handlungsmöglichkeiten sind aber begrenzt.
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Souveränität, Anarchie und Macht
NGOs sind internationale Organisationen ohne zwischenstaatlichen Vertrag (wie Ärzte ohne Grenzen), während IGOs dauerhafte Zusammenschlüsse von Staaten für überstaatliche Aufgaben sind (UN, EU).
Staaten brauchen Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt plus anerkannte Souveränität - also Unabhängigkeit von anderer Macht. Theoretisch sind alle Staaten gleich, praktisch herrscht aber Anarchie im internationalen System, weil es keine übergeordnete Executive gibt.
Macht wird unterschiedlich definiert: Hobbes sah sie als Mittel zur Zielerreichung, Weber als Durchsetzung des eigenen Willens, Arendt als kollektive Handlungsfähigkeit von Gruppen.
Soft Power wirkt ohne Zwang durch Vorbildfunktion und Attraktivität. Hard Power nutzt militärische und wirtschaftliche Ressourcen - von modernen Waffen über Rohstoffe bis zu geografischen Vorteilen wie Meereszugang.
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Theorien internationaler Beziehungen
Die realistische Theorie geht vom bösen Menschen aus . Staaten kämpfen in der Anarchie ums Überleben, Frieden gibt's nur durch balance of power. Der Kalte Krieg ist ein typisches Beispiel für negativen Frieden durch Machtgleichgewicht.
Die idealistische Theorie sieht den Menschen als grundsätzlich gut. Ewiger Frieden ist durch Kooperation, republikanische Verfassungen und Wirtschaftsverflechtungen möglich. Kant glaubte: "Demokratien führen keinen Krieg gegeneinander" - der demokratische Frieden.
Der Liberalismus fokussiert auf Präferenzbildung in Gesellschaften. Partizipatorische Herrschaftssysteme erzielen höheren Konsens und führen zu gewaltfreier Politik. Die EU zeigt, wie ehemalige Konkurrenten friedlich kooperieren können.
Alle drei Theorien erklären unterschiedliche Aspekte der internationalen Beziehungen, haben aber auch blinde Flecken bei neuen Herausforderungen.
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Der Institutionalismus kombiniert pessimistische Menschenbilder mit optimistischen Lösungen. Internationale Organisationen und Vereinbarungen können die Anarchie eindämmen und regelbasierte Ordnung schaffen. Hugo Grotius betonte das gemeinsame Interesse am Frieden durch Interdependenzen.
Medien verändern moderne Politik drastisch. Der CNN-Effekt beschreibt, wie beschleunigte Berichterstattung schnelle politische Reaktionen erzwingt. Politik nutzt Medieninszenierung als Kriegsinstrument, kann aber Journalismus nicht vollständig kontrollieren.
Die Frage nach dem gerechten Krieg ist hochumstritten. Nach UN-Charta ist nur Selbstverteidigung erlaubt. Die Responsibility to Protect (R2P) erlaubt Intervention zum Schutz der Bevölkerung bei Menschenrechtsverletzungen.
Die verantwortungsethische Lehre fordert Abwägung: militärischer Einsatz vs. Unterlassung, legitime Autorität, berechtigter Grund, Erfolgsaussichten und Verhältnismäßigkeit müssen stimmen.
Ethische Frage: Wann ist Krieg zur Rettung von Menschenleben gerechtfertigt? Diese Debatte spaltet bis heute Politiker und Philosophen.

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UN-Organe und ihre Funktionen
Die UN-Organe haben klare Aufgabenteilung: Die Generalversammlung (alle 193 Mitgliedstaaten mit je einer Stimme) trifft nicht-bindende Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. Sie wählt die nicht-ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats.
Der Sicherheitsrat mit 15 Mitgliedern (5 ständige mit Vetorecht, 10 gewählte) kann bindende Maßnahmen beschließen und Blauhelm-Missionen entsenden. Die P5 (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) können jeden Beschluss blockieren.
ECOSOC koordiniert Wirtschafts-, Sozial- und Kulturprogramme zur Konfliktvermeidung. Der Internationale Gerichtshof behandelt zwischenstaatliche Streitigkeiten, kann aber Urteile nicht selbst durchsetzen - ihm fehlt die Executive.
Das Sekretariat unter dem Generalsekretär fungiert als neutrale Autorität und unterstützt bei der Lösung internationaler Konflikte. Der Generalsekretär wird vom Sicherheitsrat vorgeschlagen und von der Generalversammlung gewählt.
Strukturtipp: Die UN funktioniert wie eine Gewaltenteilung - aber ohne echte Executive, was das Hauptproblem darstellt.

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UN-Probleme und Reformbedarf
Die UN-Ziele nach der Charta klingen ideal: Weltfrieden, wirtschaftliche Entwicklung, Selbstbestimmung der Völker. Die politische Realität sieht anders aus: Krisen werden ignoriert, das Vetorecht blockiert Entscheidungen, Machtgefälle zwischen Staaten verhindert souveräne Gleichheit.
Strukturelle Probleme sind offensichtlich: Ziele sind teilweise unklar und utopisch, die P5-Sonderstellung spiegelt veraltete Machtverhältnisse von 1945 wider. Deutschland, Japan, Indien haben mehr wirtschaftliche Macht als manche P5-Staaten.
Neue Aufgabenfelder wie Klimawandel und Migrationsströme sind unterrepräsentiert. Die Generalversammlung arbeitet langsam und ineffizient, ECOSOC verliert an Bedeutung. Politische und finanzielle Unterstützung fehlt oft.
Reformvorschläge reichen von Weltregierung bis zu neuen ständigen Sicherheitsratsmitgliedern. Das Problem: Jede wichtige Reform braucht die Zustimmung aller P5 - die ihre Privilegien nicht aufgeben wollen.
Realitätscheck: Die UN ist nicht perfekt, aber sie ist das Beste, was wir haben. Ohne sie wären internationale Krisen noch schwerer lösbar.
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