Dominium terrae und Sünde
Dominium terrae bedeutet Schutzverantwortung, nicht Ausbeutung. Der Mensch soll als Stellvertreter Gottes die "sehr gute" Schöpfung sichern und respektieren, nicht "perfektionieren". Wert und Würde des Menschen sind gottgegeben, nicht leistungsabhängig.
Sünde ist die schuldhafte Trennung von Gott. Die Ursünde beschreibt, dass wir in ungerechte Verhältnisse hineingeboren werden - strukturelle Verstrickungen, denen wir nicht entziehen können. Tatsünde sind konkrete Handlungen, mit denen wir Unrechtsverhältnisse stützen.
Die Rechtfertigung bedeutet: Durch Jesu Tod werden wir von Gott gerecht gesprochen, nicht gerecht gemacht. Simul iustus et peccator - wir bleiben gleichzeitig sündig und gerechtgesprochen. Gute Werke sind Folge, nicht Ursache der Rechtfertigung.
Zentral: "Gerechtwerden, nicht Gerechtsein" - Luther betont den Prozess, nicht den Zustand.