Martin Luther und die Reformation
Martin Luther (1483-1546) war ursprünglich ein ganz normaler Mönch und Priester, der Jura und Theologie studiert hatte. Doch als er sah, wie die Kirche mit Ablassbriefen Geld verdiente, wurde er richtig wütend.
Die Kirche verkaufte damals Ablassbriefe mit dem Werbespruch: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt!" Gegen Geld versprach sie den Menschen Schutz vor dem Fegefeuer und dem Jüngsten Gericht. Luther fand das völlig falsch.
Am 31. Oktober 1517 hängte Luther seine berühmten Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Er unterschied dabei zwischen Sündenstrafe (ewige oder zeitliche Strafen) und Sündenschuld (die durch Reue vergeben werden kann). Seiner Meinung nach konnte man sich nicht einfach freikaufen.
💡 Gut zu wissen: Der 31. Oktober ist heute noch der Reformationstag - ein Feiertag in vielen deutschen Bundesländern!
Diese Aktion führte zur zweiten großen Kirchenspaltung. Die erste war bereits 1054 zwischen der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche passiert. Jetzt entstand der Protestantismus als Gegenbewegung zum Katholizismus.
Heute siehst du die Unterschiede noch immer: Katholische Kirchen sind prachtvoll ausgeschmückt mit Heiligenfiguren und Marienaltären, während evangelische Kirchen schlichter sind mit aufgeschlagener Bibel im Mittelpunkt. Katholische Priester dürfen nicht heiraten, evangelische Pfarrer schon - und es gibt sogar weibliche Pfarrerinnen!