Beschaffung und Lagerhaltung sind das Herzstück jedes Unternehmens - ohne... Mehr anzeigen
Effiziente Beschaffung und Lagerhaltung: Zusammenfassung für 12. Klasse WG









Überblick Beschaffung und Lagerhaltung
Du kennst das bestimmt: Mal ist das Lieblings-Getränk im Supermarkt ausverkauft, mal stapeln sich die Vorräte. Genau um solche Probleme geht's in der Beschaffung und Lagerhaltung - nur dass Unternehmen dabei Millionen sparen oder verlieren können.
Ihr behandelt hier die wichtigsten Bereitstellungsprinzipien wie Just-in-Time und Vorratsbeschaffung. Außerdem lernt ihr Cross Docking kennen - ein cleveres System, um Lagerkosten zu sparen. Bedarfsermittlung und Bestellverfahren helfen dabei, den perfekten Zeitpunkt für Nachbestellungen zu finden.
Die optimale Bestellmenge könnt ihr sogar berechnen - mit der berühmten Andlerschen Formel. Zum Schluss gibt's noch jede Menge Lagerkennzahlen, mit denen ihr die Effizienz eines Lagers bewerten könnt.
Merktipp: Die meisten Formeln und Verfahren folgen einem einfachen Prinzip: Kosten minimieren bei maximaler Versorgungssicherheit!

Bereitstellungsprinzipien
Stellt euch vor, ihr müsst entscheiden: Soll Mercedes jeden Reifen erst bestellen, wenn ein Kunde ein Auto kauft? Oder lieber 10.000 Reifen auf Vorrat lagern? Genau diese Frage beantworten die Bereitstellungsprinzipien.
Einzelbeschaffung funktioniert nur bei Spezialfertigungen - jedes Teil wird erst nach Kundenauftrag bestellt. Vorteil: Keine Lagerkosten. Nachteil: Hohe Beschaffungskosten und Lieferrisiko. Bei der Vorratsbeschaffung werden Materialien auf Lager gehalten - perfekt für Standardteile, aber teuer wegen der Lagerkosten.
Just-in-Time ist der Traum jedes Controllers: Die Teile kommen genau dann an, wenn sie gebraucht werden. Minimale Lagerkosten, aber ihr seid total abhängig vom Lieferanten. Delivery on demand geht noch einen Schritt weiter - hier wird wirklich nur das bestellt, was gerade benötigt wird.
Klausurtipp: Lernt die Vor- und Nachteile auswendig - die werden gerne in Fallstudien abgefragt!

Cross Docking
Cross Docking klingt kompliziert, ist aber genial einfach: Stellt euch einen Umschlagsplatz vor, wo LKWs von verschiedenen Herstellern ankommen und die Waren direkt auf andere LKWs für verschiedene Kunden verladen werden. Kein Lager, keine Wartezeit!
Beim einstufigen Cross Docking kommt die Ware bereits fertig für jeden Kunden verpackt an - der Hersteller macht also die ganze Arbeit. Das nennt man auch Pre-Allocated Cross-Docking. Beim zweistufigen Cross Docking wird am Umschlagsplatz noch kommissioniert und neu verpackt .
Die Vorteile sind klar: Weniger Lagerkosten, bessere Nutzung der Haltbarkeitsdaten, engere Kundenbindung. Aber Achtung - die Einführungskosten sind heftig und ihr braucht perfekte IT-Systeme. Außerdem steigen oft die Transportkosten.
Praxistipp: Amazon nutzt Cross Docking massiv - deshalb können die so schnell liefern!

Bedarfsermittlung und Bestellverfahren
Woher weiß ein Unternehmen, wann es neue Ware bestellen muss? Dafür gibt's zwei Grundsysteme: plangesteuerte und verbrauchsgesteuerte Bedarfsermittlung. Bei der plangesteuerten Methode leitet ihr den Bedarf aus eurem Produktionsplan ab - perfekt für teure A-Güter. Bei der verbrauchsgesteuerten schaut ihr einfach, was in der Vergangenheit verbraucht wurde.
Das Bestellpunktverfahren ist super praktisch: Ihr definiert einen Meldebestand. Fällt euer Lager unter diesen Wert, wird automatisch nachbestellt. Die Formel ist einfach: Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand.
Beim Bestellrhythmusverfahren bestellt ihr regelmäßig - zum Beispiel jeden Freitag. Entweder immer die gleiche Menge oder ihr füllt das Lager auf einen festen Höchstbestand auf .
Rechenbeispiel: Bei 50 DVD-Playern täglich, 4 Tagen Lieferzeit und 50 Stück Sicherheitsbestand liegt der Meldebestand bei 250 Stück!

Optimale Bestellmenge
Hier wird's richtig spannend - ihr könnt mathematisch die optimale Bestellmenge berechnen! Das Ziel: Die Summe aus Bestellkosten und Lagerhaltungskosten soll minimal werden. Bestellt ihr zu wenig, habt ihr hohe Bestellkosten. Bestellt ihr zu viel, explodieren die Lagerkosten.
Die Andlersche Formel ist euer bester Freund: √. Sieht kompliziert aus, ist aber nur Einsetzen und Rechnen. Alternativ könnt ihr eine Entscheidungstabelle erstellen und verschiedene Bestellmengen durchrechnen.
In der Realität weicht man oft von der optimalen Bestellmenge ab - wegen Mengenrabatten, begrenzter Lagerkapazität oder weil die Ware nicht lange haltbar ist. Auch saisonale Schwankungen oder fehlende finanzielle Mittel können eine Rolle spielen.
Klausur-Hack: Die Grafik mit den sich kreuzenden Kosten-Kurven kommt garantiert dran - übt das Zeichnen!

Funktionen der Lagerhaltung
Warum lagern Unternehmen überhaupt? Vier Hauptgründe solltet ihr draufhaben: Die Spekulationsfunktion nutzt Preisentwicklungen aus - kauft billig ein, bevor die Preise steigen. Die Sicherungsfunktion schützt vor Lieferengpässen und Produktionsstillständen.
Die Ausgleichsfunktion puffert Schwankungen zwischen Lieferung und Bedarf ab - mal braucht ihr mehr, mal weniger. Die Umformungsfunktion ist besonders bei Naturmaterialien wichtig - Holz muss erst trocknen, bevor es verarbeitet werden kann.
Diese Funktionen erklären, warum selbst bei perfekter Planung immer noch Lager gebraucht werden. Jede Funktion hat ihre eigenen Anforderungen an die Lagertechnik und -organisation.
Eselsbrücke: S-S-A-U = Spekulation, Sicherung, Ausgleich, Umformung!

Lagerordnungssysteme
Wie organisiert ihr euer Zimmer? Fester Platz für alles oder einfach da, wo gerade Platz ist? Genauso funktionieren Lagerordnungssysteme. Beim Festplatzsystem hat jedes Produkt seinen festen Platz - übersichtlich, aber teuer wegen ungenutzter Flächen.
Das Freiplatzsystem nutzt jeden freien Platz - super effizient, aber ohne Computer-System findet ihr nichts wieder. Häufig genutzte Artikel sollten beim Festplatzsystem nah am Ausgang stehen, seltene können weiter weg.
Die Wahl hängt von eurer Produktvielfalt ab: Wenige verschiedene Artikel = Festplatzsystem. Viele verschiedene Artikel = Freiplatzsystem mit EDV-Unterstützung.
Praxisbezug: IKEA nutzt Festplätze , Amazon arbeitet mit Freiplatzsystem!

Lagerkennzahlen
Zeit für Zahlen! Lagerkennzahlen verraten euch, ob ein Lager effizient arbeitet. Der durchschnittliche Lagerbestand wird aus Jahresanfang plus 12 Monatsbestände geteilt durch 13 berechnet. Mal den Einstandspreis = durchschnittlicher Lagerwert.
Die Lagerumschlagshäufigkeit zeigt, wie oft das Lager pro Jahr "leergeräumt" wird: Materialverbrauch geteilt durch durchschnittlichen Lagerbestand. Je höher, desto besser! Die durchschnittliche Lagerdauer rechnet ihr mit 360 Tagen geteilt durch Umschlagshäufigkeit - je niedriger, desto effizienter.
Lagerzinsen entstehen, weil das gebundene Kapital keine Zinsen bringt. Die Lagernutzungsgrade zeigen, ob ihr euer Lager optimal ausnutzt.
Formel-Tipp: Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer sind Kehrwerte - wenn eins hoch ist, ist das andere niedrig!
Wir dachten schon, du fragst nie...
Was ist der Knowunity KI-Begleiter?
Unser KI-Begleiter ist ein speziell für Schüler entwickeltes KI-Tool, das mehr als nur Antworten bietet. Basierend auf Millionen von Knowunity-Inhalten liefert er relevante Informationen, personalisierte Lernpläne, Quizze und Inhalte direkt im Chat und passt sich deinem individuellen Lernweg an.
Wo kann ich die Knowunity-App herunterladen?
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Ist Knowunity wirklich kostenlos?
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Das Bestellpunktverfahren ist super praktisch: Ihr definiert einen Meldebestand. Fällt euer Lager unter diesen Wert, wird automatisch nachbestellt. Die Formel ist einfach: Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand.
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