Infektionen entstehen durch das Eindringen und Vermehren von Mikroorganismen im...
Einführung in die Infektionslehre und Präventionsmaßnahmen







Definition und Infektionskette
Eine Infektion entsteht, wenn Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen) in den Körper eindringen und sich dort vermehren. Erst wenn typische Entzündungszeichen auftreten - Calor, Tumor, Rubor, Dolor und Functio laesa - spricht man von einer Infektionskrankheit.
Je nach Ausbreitung unterscheiden wir zwischen lokalen Infektionen (auf Eintrittsstelle beschränkt) und systemischen Infektionen (Erreger gelangen ins Gefäßsystem). Manche Infektionen verlaufen ohne Symptome (inapparente Infektion), während opportunistische Infektionen nur bei abwehrgeschwächten Personen auftreten.
Die Infektionskette besteht aus drei Hauptkomponenten: der Infektionsquelle (Mensch, Tier oder Gegenstand), dem Übertragungsweg und dem Empfänger. Besonders infektionsgefährdet sind Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, Immunschwäche oder in sehr hohem oder niedrigem Alter.
💡 Merke: Bei einer endogenen Infektion stammen die Erreger aus der eigenen Körperflora, während bei exogenen Infektionen die Ursache in der Umgebung liegt.

Nosokomiale Infektionen und Infektionsverlauf
Nosokomiale Infektionen entstehen im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen und waren bei Aufnahme noch nicht vorhanden. Mehrere Faktoren begünstigen diese Krankenhausinfektionen: abwehrgeschwächte Patienten, komplexe Medizintechnik, vernachlässigte Hygieneregeln und zunehmend resistente Erreger.
Die Folgen sind gravierend: verlängerte Liegezeiten, Frustration beim Personal und enorme Kostensteigerungen. Daher sollte die Vermeidung nosokomialer Infektionen oberstes Ziel aller Mitarbeiter sein.
Der Ablauf einer Infektionskrankheit folgt typischen Phasen. Nach der Infektion beginnt die Inkubationszeit, in der sich Erreger vermehren und der Körper Abwehrstoffe bildet. Danach folgt der Krankheitsausbruch. Bei bestehender Immunität durch vorhandene Antikörper bricht die Krankheit nicht aus.
💡 Wusstest du? Neugeborene sind durch die Leihimmunität der Mutter anfangs geschützt. Die Mutter gibt Antikörper über die Plazenta weiter, dieser Schutz hält jedoch nur 3-12 Monate an.

Pflege bei Infektionskrankheiten
Infektionskranke Patienten befinden sich in einer besonderen psychischen Situation. Sie werden isoliert, haben eingeschränkte Kontakte und leiden oft unter reduziertem Selbstwertgefühl, da sie sich als "Gefahr" für andere sehen. Deshalb sind Aufklärung, Anteilnahme und Gesprächszeit besonders wichtig.
Bei der Pflege muss die Körpertemperatur genau beobachtet werden, da viele Infektionen mit Fieber einhergehen. Die Ernährung sollte angepasst werden: leicht verdauliche, fettarme Kost bei Appetitlosigkeit und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zum Ausgleich von Verlusten durch Erbrechen, Durchfall oder Fieber.
Bei immungeschwächten Patienten sind besondere Maßnahmen zur Keimreduktion erforderlich: persönliche Schutzausrüstung, regelmäßige Desinfektion, Verbot von Pflanzen und Beschränkung von Besuchern. Auch die körpereigenen Keime des Patienten müssen reduziert werden durch täglichen Wäschewechsel, Körperreinigung mit Desinfektionsmitteln und regelmäßige Mundspülungen.
💡 Wichtig: Der Patient ist nicht nur durch Fremdkeime, sondern auch durch seine eigenen Haut- und Darmkeime gefährdet, weshalb eine gründliche Hygiene unerlässlich ist.

Multiresistente Erreger und MRSA-Management
Multiresistente Erreger sind Keime, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Besonders bedeutsam sind MRSA, VRE und MRGN, wobei die vorangestellte Zahl angibt, gegen wie viele der vier maßgeblichen Antibiotikagruppen der Erreger resistent ist. Ursachen sind unsachgemäßer Antibiotikaeinsatz, Hygienemängel und die Zunahme schwer kranker Patienten.
Beim MRSA-Screening werden gezielt Abstriche von Nasenhöhle, Rachen, Wunden und Eintrittsstellen von Sonden genommen. Zu den Risikofaktoren zählen vorherige MRSA-Infektionen, Dialysepflicht, längere Krankenhausaufenthalte, chronische Wunden und ein geschwächtes Immunsystem.
Die Dekolonisierung umfasst verschiedene Maßnahmen:
- Nasale Dekolonisierung mit Mupirocin dreimal täglich
- Mundspülungen mit Schleimhautantiseptika
- Tägliche Ganzkörperreinigung mit antiseptischen Mitteln
- Täglicher Wechsel von Kleidung und Bettwäsche
- Verwendung von Einmalprodukten wie Zahnbürsten
💡 Merke: Ein Patient kann erst nach drei negativen Abstrichen an drei aufeinanderfolgenden Tagen aus der Isolationspflege entlassen werden.

Umgang mit resistenten Erregern und Hygienemaßnahmen
Bei VRE-Besiedlungen gelten ähnliche Maßnahmen wie bei MRSA, wobei ein Mund-Nasenschutz nur bei nasaler Besiedlung erforderlich ist. In manchen Krankenhäusern dürfen Patienten mit Schutzkleidung das Zimmer für Spaziergänge verlassen. Eine Sanierung ist hier nicht möglich.
Die Pflege bei MRGN-Besiedlung erfolgt analog zu MRSA, wobei Sanierungsmaßnahmen nur in Sonderfällen durchgeführt werden. Die Standardhygienemaßnahmen umfassen sorgfältige Händehygiene, Schutzkleidung, Hustenhygiene und fachgerechten Umgang mit Pflegeutensilien.
Für eine wirksame Infektionsprävention ist die korrekte Desinfektion entscheidend:
- Reinigung und Desinfektion der patientennahen Umgebung
- Aufbereitung von Pflegeutensilien und Medizinprodukten
- Fachgerechte Abfall-, Wäsche- und Instrumentenentsorgung
- Schutz vor Stichverletzungen
💡 Wichtig zu wissen: Während MRSA-Besiedlungen saniert werden können, ist dies bei VRE nicht möglich und bei MRGN nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Isolierungsformen und Schutzmaßnahmen
Die Isolierung infektiöser Patienten erfolgt nach unterschiedlichen Konzepten, abhängig von Erreger und Situation. Allgemein gültige Maßnahmen umfassen Einzelzimmer mit Vorraum, Türkennzeichnung und das Tragen von Schutzkleidung für alle, die das Zimmer betreten.
Bei der Barriere-Isolation werden Standardhygienemaßnahmen erweitert, wobei Patienten auch in Doppelzimmern liegen können, da Schutzmaßnahmen nur beim direkten Kontakt erforderlich sind. Die Standardisolierung ist strenger und erfordert eine Vorraumschleuse, eigene Nasszelle und ein Verbot für Patienten, das Zimmer zu verlassen.
Die protektive Isolierung (Umkehrisolation) schützt abwehrgeschwächte Patienten vor äußeren Keimen. Besonders streng ist die Live Island, wo Patienten in keimfreien Räumen leben, in denen alle Gegenstände und Nahrungsmittel steril eingeschleust werden.
💡 Besonderheit: Bei der Kohortenisolation können mehrere Patienten mit gleicher Erkrankung in einem Zimmer liegen, was die Pflege effizienter macht und gleichzeitig die Ausbreitung des Erregers verhindert.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Einführung in die Infektionslehre und Präventionsmaßnahmen
Infektionen entstehen durch das Eindringen und Vermehren von Mikroorganismen im Körper. Wenn typische Krankheitszeichen wie Rötung, Schwellung, Schmerz und Funktionseinschränkung auftreten, spricht man von einer Infektionskrankheit. Das Verständnis von Infektionsketten und Schutzmaßnahmen ist grundlegend für die Gesundheitsversorgung und Patientensicherheit.

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Eine Infektion entsteht, wenn Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen) in den Körper eindringen und sich dort vermehren. Erst wenn typische Entzündungszeichen auftreten - Calor, Tumor, Rubor, Dolor und Functio laesa - spricht man von einer Infektionskrankheit.
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💡 Merke: Bei einer endogenen Infektion stammen die Erreger aus der eigenen Körperflora, während bei exogenen Infektionen die Ursache in der Umgebung liegt.

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💡 Wusstest du? Neugeborene sind durch die Leihimmunität der Mutter anfangs geschützt. Die Mutter gibt Antikörper über die Plazenta weiter, dieser Schutz hält jedoch nur 3-12 Monate an.

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💡 Wichtig: Der Patient ist nicht nur durch Fremdkeime, sondern auch durch seine eigenen Haut- und Darmkeime gefährdet, weshalb eine gründliche Hygiene unerlässlich ist.

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