Nervenzellen sind die Grundbausteine deines Nervensystems - sie wandeln Reize...
Übersicht der Informationen des Nervensystems für das Abitur











Aufbau der Nervenzelle
Stell dir eine Nervenzelle wie eine winzige Elektroanlage vor! Der Zellkörper (Soma) enthält den Zellkern und alle wichtigen Organellen - hier läuft der Stoffwechsel ab.
Die Dendriten sind wie kleine Antennen, die Signale empfangen und zum Zellkörper weiterleiten. Das Axon hingegen ist der "Übertragungskabel" - es leitet die elektrischen Impulse vom Axonhügel (der Signale verrechnet) zu anderen Zellen weiter.
Am Ende des Axons findest du die Synapsenendknöpfchen - das sind die Verbindungsstellen zu anderen Nervenzellen oder Organen. Die Schwann'schen Zellen umhüllen das Axon wie eine Isolierung um ein Stromkabel.
Merktipp: Dendriten = empfangen, Axon = senden!

Das Ruhepotenzial
Jede Nervenzelle ist wie eine winzige Batterie mit einer elektrischen Spannung von etwa -70mV. Das liegt an der ungleichen Verteilung von Ionen: Innen sind mehr Kaliumionen und organische Ionen, außen mehr Natriumionen und Chloridionen.
Die selektiv permeable Membran lässt nur bestimmte Ionen durch. K+ und Cl- können gut passieren, Na+ und organische Ionen schlecht. Dadurch entsteht eine stabile Ladungsdifferenz.
Das funktioniert durch Diffusion - die Ionen bewegen sich entlang ihres Konzentrationsgefälles. K+ wandert nach außen, Cl- nach innen. Das Bestreben nach Ladungsausgleich hält diese Ungleichverteilung stabil.
Fun Fact: Ohne diese Spannung könntest du nicht denken oder dich bewegen!

Natrium-Kalium-Pumpe und Aktionspotenzial
Die Natrium-Kalium-Pumpe ist dein zellulärer Hausmeister - sie pumpt ständig Na+ nach außen und K+ nach innen, um das Ruhepotenzial aufrechtzuerhalten. Das kostet Energie (ATP), aber ohne geht nichts!
Ein Aktionspotenzial ist das Grundsignal für die Erregungsweiterleitung. Es entsteht, wenn das Membranpotenzial über einen Schwellenwert steigt.
Während der Depolarisation öffnen sich Na+-Kanäle und der Zellinnenraum wird positiv. Bei der Repolarisation schließen sich die Na+-Kanäle wieder und K+-Kanäle öffnen sich - die ursprünglichen Ladungsverhältnisse kehren zurück.
Wichtig: Das Aktionspotenzial ist eine Eigenleistung der Membran - einmal ausgelöst, läuft es automatisch ab!

Ablauf des Aktionspotenzials
Der ganze Prozess läuft in fünf Phasen ab, die du dir wie einen Dominoeffekt vorstellen kannst. Zuerst herrscht das normale Ruhepotenzial bei etwa -70mV.
Die erste Depolarisation bringt die Membran zum Schwellenwert - ausgelöst durch einen Reiz. Dann geht's richtig los: Massive Depolarisation durch sich öffnende Na+-Kanäle bis zu +30mV!
Bei der Repolarisation machen die Na+-Kanäle zu und K+-Kanäle auf - der Zellinnenraum wird wieder negativ. Die Hyperpolarisation macht die Zelle kurzzeitig noch negativer als normal, weil die K+-Kanäle langsam schließen.
Schließlich stellt die Natrium-Kalium-Pumpe das ursprüngliche Ruhepotenzial wieder her. Der ganze Vorgang dauert nur wenige Millisekunden!
Eselsbrücke: Ruhig → Schwelle → Explosion → Rückkehr → Übertreibung → Ruhig

Refraktärzeit und Alles-oder-Nichts-Gesetz
Nach jedem Aktionspotenzial braucht die Membran eine Refraktärzeit - eine Art "Erholungspause". In dieser Zeit sind die Na+-Kanäle inaktiviert und können kein neues Signal auslösen.
Das "Alles-oder-Nichts"-Gesetz ist super wichtig: Jedes Aktionspotenzial hat immer die gleiche Form und Stärke, egal wie stark der auslösende Reiz war. Hauptsache, der Schwellenwert wird erreicht!
Aber wie wird dann die Reizstärke übertragen? Ganz einfach: Durch die Frequenz! Starke Reize lösen viele Aktionspotenziale schnell hintereinander aus, schwache Reize nur wenige.
Vergleich: Wie bei einem Maschinengewehr - jeder Schuss ist gleich stark, aber die Schussfrequenz variiert!

Erregungsweiterleitung
Die Weiterleitung funktioniert durch Ionenausgleichsströme zwischen erregten und unerregten Membranabschnitten. Das Aktionspotenzial "wandert" praktisch die Membran entlang.
Bei myelinisierten Nervenfasern passiert etwas Geniales: Die saltatorische Erregungsleitung! Das Signal "springt" von einem Ranvier'schen Schnürring zum nächsten - das ist viel schneller als die kontinuierliche Weiterleitung.
Nicht-myelinisierte Nervenfasern müssen jeden Membranbereich einzeln erregen - das ist erheblich langsamer und verbraucht viel mehr Energie. Deshalb haben wichtige Nervenbahnen fast immer eine Myelinscheide.
Die Refraktärphase sorgt dafür, dass das Signal nur in eine Richtung läuft - der bereits erregte Bereich kann kurzzeitig nicht nochmal erregt werden.
Analogie: Myelinisierte Fasern sind wie eine Autobahn, nicht-myelinisierte wie eine Landstraße!

Aufbau und Funktion der Synapse
An Synapsen werden elektrische Signale in chemische umgewandelt - hier passiert die Kommunikation zwischen Nervenzellen. Der synaptische Spalt trennt die beiden Zellen voneinander.
Die präsynaptische Seite (Endknöpfchen) ist voller Vesikel mit Botenstoffen (Transmittern). Die postsynaptische Seite hat spezielle Rezeptormoleküle.
So läuft die Erregungsübertragung ab: Ein Aktionspotenzial öffnet Ca²+-Kanäle → Ca²+ strömt ein → Transmitter-Vesikel verschmelzen mit der Membran → Acetylcholin (ACh) wird freigesetzt.
ACh bindet an Rezeptoren der postsynaptischen Membran → Na+-Kanäle öffnen sich → postsynaptisches Potenzial entsteht. Das Enzym Cholinesterase baut ACh schnell ab, sonst wäre die Zelle dauerhaft erregt!
Wichtig: Je höher die Aktionspotenzial-Frequenz, desto mehr Transmitter werden ausgeschüttet!

Erregende und hemmende Synapsen
Nicht alle Synapsen wirken gleich! Erregende Synapsen erzeugen ein EPSP (erregendes postsynaptisches Potenzial) - sie depolarisieren die Membran und machen ein Aktionspotenzial wahrscheinlicher.
Hemmende Synapsen bewirken das Gegenteil: Sie erzeugen ein IPSP (inhibitorisches postsynaptisches Potenzial) und hyperpolarisieren die Membran. Dadurch wird ein Aktionspotenzial unwahrscheinlicher.
Synapsengifte können diese Prozesse stören: Botulin verhindert die Transmitter-Ausschüttung (→ Lähmung), E605 blockiert die Cholinesterase (→ Dauererregung), Curare blockiert Rezeptoren (→ Lähmung).
Nikotin wirkt wie Acetylcholin, kann aber nicht abgebaut werden - das führt zu übermäßiger Erregung und Muskelzittern.
Denk dran: Dein Nervensystem ist ein Gleichgewicht aus Erregung und Hemmung!

Informationscodierung im Nervensystem
Dein Nervensystem muss zwei wichtige Fragen beantworten: Was für ein Reiz (Qualität) und wie stark ist er (Quantität)? Afferente Nerven leiten Infos zum Gehirn, efferente Nerven vom Gehirn weg.
Die Reizstärke wird durch die Aktionspotenzial-Frequenz codiert - das ist Frequenzmodulation. Starke Reize = hohe Frequenz, schwache Reize = niedrige Frequenz. An der Synapse entspricht das der Transmitter-Konzentration.
Die Reizqualität erkennt das Gehirn an der Nervenbahn, über die das Signal ankommt. Signale vom Auge werden als Licht interpretiert, vom Ohr als Schall - egal, wie die Nervenzelle gereizt wurde!
Deshalb siehst du "Sterne", wenn du dir aufs Auge schlägst - die Sehnerven werden mechanisch gereizt, aber das Gehirn interpretiert es als Licht.
Faszinierend: Alle Nervensignale sind elektrisch gleich - nur der Ort macht den Unterschied!

Verschaltung und Verrechnung
Am Zellkörper und den Dendriten findet die Verrechnung statt - hier werden alle eingehenden Signale miteinander verrechnet. Das funktioniert über amplitudenmodulierte Codierung (Stärke der Spannungsänderung).
Zeitliche Summation: Da Transmitter länger im Spalt bleiben als ein Aktionspotenzial dauert, können sich schnell aufeinanderfolgende Signale addieren - wie Wellen, die sich überlagern.
Räumliche Summation: Gleichzeitig eintreffende Aktionspotenziale an verschiedenen Synapsen addieren sich ebenfalls. Je mehr Signale gleichzeitig ankommen, desto stärker die Wirkung.
Die Verrechnung von EPSPs und IPSPs entscheidet am Axonhügel, ob ein neues Aktionspotenzial ausgelöst wird. Nur wenn die Summe aller Signale den Schwellenwert überschreitet, "feuert" die Nervenzelle.
Stelle dir vor: Jede Nervenzelle ist wie ein Demokratie-Computer, der alle Stimmen auszählt!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Wow, ich bin wirklich begeistert. Ich habe die App einfach mal ausprobiert, weil ich sie schon oft beworben gesehen habe und war absolut beeindruckt. Diese App ist DIE HILFE, die man für die Schule braucht und vor allem bietet sie so viele Dinge wie Übungen und Lernzettel, die mir persönlich SEHR geholfen haben.
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Natrium-Kalium-Pumpe und Aktionspotenzial
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Wichtig: Das Aktionspotenzial ist eine Eigenleistung der Membran - einmal ausgelöst, läuft es automatisch ab!

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