Die Endosymbiontentheorie - Wie Zellen komplex wurden
Stell dir vor, eine große Zelle "frisst" ein Bakterium, verdaut es aber nicht - genau das ist die Grundidee der Endosymbiontentheorie. Diese Theorie erklärt, wie eukaryotische Zellen (Zellen mit Zellkern) ihre wichtigsten Organellen bekommen haben.
Der Prozess lief in mehreren Schritten ab: Zuerst bildete sich durch Kompartimentierung ein Zellkern, um die DNA zu schützen. Dann nahm diese urtümliche eukaryotische Zelle durch Endocytose (Einstülpung der Zellmembran) aerobe Bakterien auf.
Anstatt diese Bakterien zu verdauen, entstand eine Endosymbiose - eine Win-Win-Situation. Die Bakterien ermöglichten der Wirtszelle die Zellatmung und Energiegewinnung, während die Wirtszelle ihnen Schutz bot. So wurden aus den Bakterien unsere heutigen Mitochondrien.
Merke dir: Bei Pflanzenzellen passierte dasselbe nochmal mit Cyanobakterien, die zu Chloroplasten wurden und Photosynthese ermöglichten.
Die wichtigsten Beweise für diese Theorie? Mitochondrien und Chloroplasten haben noch heute ihre eigene ringförmige DNA und eigene Ribosomen - genau wie Bakterien!