Alternatives Spleißen – Ein Gen, viele Proteine
Das alternative Spleißen ist ein faszinierender Prozess, der die Komplexität unseres Proteoms erheblich erhöht. Dabei werden nicht nur die Introns, sondern auch bestimmte Exons gezielt aus der prä-mRNA entfernt.
Aus einer einzigen DNA-Sequenz können so verschiedene reife mRNAs entstehen, die für unterschiedliche Proteine codieren. Da die Primärstruktur dieser Proteine unterschiedlich ist, wirkt sich das auch auf ihre Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur aus. Die Proteine haben dadurch oft verschiedene Eigenschaften und Funktionen.
Dieses Prinzip erklärt, warum der Mensch mit etwa 20.000-25.000 Genen deutlich mehr als 100.000 verschiedene Proteine bilden kann. Das alternative Spleißen ist also ein wichtiger Mechanismus, um die genetische Vielfalt zu erhöhen.
Vergleich von Prokaryoten und Eukaryoten
Prokaryoten und Eukaryoten unterscheiden sich deutlich in der DNA-Replikation und Proteinbiosynthese:
Bei Prokaryoten gibt es keine RNA-Prozessierung, da die mRNA keine schützenden Enden hat und kurzlebiger ist. Die Proteine werden schneller produziert, weil die DNA frei im Cytoplasma liegt und kein Spleißen erforderlich ist (keine Introns).
Bei Eukaryoten findet eine umfangreiche RNA-Prozessierung statt, einschließlich 5'-Cap-Struktur, Poly-A-Schwanz, RNA-Editing und Spleißen. Die Transkription erfolgt im Zellkern, während die Translation im Cytoplasma stattfindet – diese räumliche und zeitliche Trennung ermöglicht komplexere Regulationsmechanismen.
💡 Prüfungstipp: Der Unterschied zwischen Pro- und Eukaryoten bei der Genexpression ist ein beliebtes Prüfungsthema! Merke dir besonders, dass bei Prokaryoten Transkription und Translation gleichzeitig ablaufen können, während sie bei Eukaryoten durch die Kernmembran räumlich getrennt sind.