Die DNA-Replikation und Proteinbiosynthese sind zentrale Prozesse in unseren Zellen,... Mehr anzeigen
Molekulare Genetik und DNA-Replikation










DNA-Replikation
Die DNA-Replikation ist ein komplexer Prozess, bei dem unsere Erbinformation verdoppelt wird. Der Ablauf erfolgt in mehreren koordinierten Schritten an der Replikationsgabel.
Zunächst trennt die Helicase die beiden DNA-Stränge reißverschlussartig auf. An den freigelegten Einzelsträngen synthetisiert die Primase kurze RNA-Stücke , die als Startpunkt dienen. Die DNA-Polymerase kann Nukleotide nur in 5'→3'-Richtung verknüpfen, was zu einem interessanten Problem führt: Da die DNA-Stränge antiparallel sind, erfolgt die Synthese unterschiedlich.
Am Leitstrang verläuft die Replikation kontinuierlich in Richtung der Replikationsgabel. Am Folgestrang hingegen erfolgt die Synthese diskontinuierlich über sogenannte Okazaki-Fragmente. Diese werden später durch die DNA-Ligase zu einem durchgehenden Strang verbunden, nachdem die RNA-Primer durch eine weitere DNA-Polymerase durch DNA-Nukleotide ersetzt wurden.
💡 Merke: Bei der DNA-Replikation arbeiten verschiedene Enzyme perfekt zusammen: Helicase öffnet, Primase setzt Startpunkte, DNA-Polymerase baut auf und Ligase verbindet die Fragmente. Dies geschieht millionenfach in deinem Körper bei jeder Zellteilung!
Transkription bei Eukaryoten
Die Transkription findet im Zellkern statt und ist der erste Schritt der Proteinbiosynthese. Der Ablauf der Transkription beginnt mit der Bindung der RNA-Polymerase an eine spezifische DNA-Sequenz, den Promotor.
Hinter der Promotor-Region öffnet sich die DNA blasenartig. Nur einer der beiden DNA-Stränge, der codogene Strang, dient als Vorlage. Die RNA-Polymerase liest diesen Strang in 3'→5'-Richtung und baut gleichzeitig einen RNA-Strang in 5'→3'-Richtung auf. Anders als bei der DNA-Replikation benötigt sie dafür keinen Primer.
Die Transkription endet, wenn die RNA-Polymerase auf den Terminator stößt. Dann löst sich das Enzym vom codogenen Strang und setzt die fertige mRNA frei.

Translation – Vom Bauplan zum Protein
Bei der Translation wird die Bauanleitung der mRNA in ein Protein umgesetzt. Dieser Prozess findet an den Ribosomen statt, die aus einer großen und einer kleinen Untereinheit bestehen.
Die mRNA lagert sich zunächst an die kleine Untereinheit des Ribosoms an. Diese wandert bis zum Start-Codon (AUG), wo die Start-tRNA mit ihrem Anticodon (UAC) bindet und die Aminosäure Methionin mitbringt. Dann kommt die große Untereinheit dazu und das Ribosom ist vollständig.
Das Ribosom besitzt zwei wichtige Bindungsstellen: Die A-Stelle für die ankommende tRNA und die P-Stelle für die tRNA mit der wachsenden Polypeptidkette. Bei der Kettenverlängerung wandert das Ribosom schrittweise über die mRNA. Dabei werden die Aminosäuren miteinander verknüpft und eine Polypeptidkette entsteht.
Die Translation endet, wenn eines der drei Stopp-Codons (UAG, UGA, UAA) erreicht wird. Das Ribosom zerfällt dann in seine Untereinheiten, und das fertige Polypeptid wird freigesetzt.
🔍 Wichtig: Die Translation ist wie eine Übersetzungsarbeit: Die Sprache der Nukleotide (mRNA) wird in die Sprache der Proteine (Aminosäuren) übersetzt. Jedes Codon (drei Nukleotide) entspricht dabei genau einer Aminosäure oder einem Stoppsignal!

tRNA und der genetische Code
Die tRNA spielt bei der Translation eine entscheidende Rolle. Jede tRNA enthält ein spezifisches Anticodon, das komplementär zu einem Codon der mRNA ist. Am 3'-Ende bindet eine spezifische Aminosäure, die durch ein passendes Enzym ausgewählt wird.
Der genetische Code ist die Verschlüsselung der DNA-Basensequenz zur Bildung von Proteinen. Er hat folgende wichtige Eigenschaften:
- Er ist ein Triplett-Code: Drei Basen (Codon) codieren für eine Aminosäure
- Er ist degeneriert: Eine Aminosäure kann durch mehrere verschiedene Codons bestimmt werden
- Er ist kommafrei: Die Codons schließen lückenlos aneinander an
- Er ist nicht überlappend: Eine Base gehört immer nur zu einem Codon
- Er ist universell: Alle Lebewesen nutzen denselben genetischen Code
Die Code-Sonne stellt die eindeutige Zuordnung von Basentripletts zu Aminosäuren dar. Sie wird von innen nach außen gelesen . Von den 64 möglichen Kombinationen codieren 61 für Aminosäuren und 3 sind Stopp-Codons.
🧬 Spannend: Der genetische Code ist fast universell – vom Bakterium bis zum Menschen! Diese Gemeinsamkeit ist ein starker Beweis für die evolutionäre Verwandtschaft aller Lebewesen und ermöglicht erst moderne biotechnologische Verfahren wie die Gentherapie.

DNA und RNA im Vergleich
DNA und RNA unterscheiden sich in mehreren wichtigen Aspekten. Die DNA besteht aus Desoxyribose, während RNA Ribose enthält. In der DNA findet man die Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, wohingegen in der RNA Thymin durch Uracil ersetzt wird. Strukturell liegt DNA als Doppelhelix vor, RNA hingegen als Einzelstrang.
Die Funktionen sind ebenfalls unterschiedlich: DNA dient der Speicherung des Erbguts, während RNA vielfältige Aufgaben wie Informationsübertragung, Übersetzung in Proteine und Regulation von Genen übernimmt.
RNA-Prozessierung und alternatives Spleißen
Nach der Transkription wird die prä-mRNA bei Eukaryoten noch modifiziert, bevor sie als fertige mRNA ins Cytoplasma transportiert wird. Diese RNA-Prozessierung umfasst mehrere wichtige Schritte:
Das Capping schützt das 5'-Ende durch Anbinden eines modifizierten Guanin-Nukleotids. Dies geschieht bereits während der Transkription .
Bei der Polyadenylierung wird das 3'-Ende durch einen Poly-A-Schwanz aus 50-200 Adenin-Nukleotiden geschützt. Dies geschieht nach der Transkription .
Beim Spleißen werden die nicht-codierenden Introns herausgeschnitten und die codierenden Exons zusammengefügt. Diese Aufgabe übernimmt ein großer Enzymkomplex, das Spleißosom.
Das RNA-Editing kann zusätzlich die Nukleotidsequenz verändern, indem Nukleotide entfernt, eingefügt oder chemisch modifiziert werden.
🔄 Beachte: Die RNA-Prozessierung ist bei Eukaryoten ein entscheidender Kontrollpunkt für die Genexpression. Ohne diese Modifikationen würde die mRNA schnell abgebaut werden und könnte nicht korrekt in Proteine übersetzt werden!

Alternatives Spleißen – Ein Gen, viele Proteine
Das alternative Spleißen ist ein faszinierender Prozess, der die Komplexität unseres Proteoms erheblich erhöht. Dabei werden nicht nur die Introns, sondern auch bestimmte Exons gezielt aus der prä-mRNA entfernt.
Aus einer einzigen DNA-Sequenz können so verschiedene reife mRNAs entstehen, die für unterschiedliche Proteine codieren. Da die Primärstruktur dieser Proteine unterschiedlich ist, wirkt sich das auch auf ihre Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur aus. Die Proteine haben dadurch oft verschiedene Eigenschaften und Funktionen.
Dieses Prinzip erklärt, warum der Mensch mit etwa 20.000-25.000 Genen deutlich mehr als 100.000 verschiedene Proteine bilden kann. Das alternative Spleißen ist also ein wichtiger Mechanismus, um die genetische Vielfalt zu erhöhen.
Vergleich von Prokaryoten und Eukaryoten
Prokaryoten und Eukaryoten unterscheiden sich deutlich in der DNA-Replikation und Proteinbiosynthese:
Bei Prokaryoten gibt es keine RNA-Prozessierung, da die mRNA keine schützenden Enden hat und kurzlebiger ist. Die Proteine werden schneller produziert, weil die DNA frei im Cytoplasma liegt und kein Spleißen erforderlich ist (keine Introns).
Bei Eukaryoten findet eine umfangreiche RNA-Prozessierung statt, einschließlich 5'-Cap-Struktur, Poly-A-Schwanz, RNA-Editing und Spleißen. Die Transkription erfolgt im Zellkern, während die Translation im Cytoplasma stattfindet – diese räumliche und zeitliche Trennung ermöglicht komplexere Regulationsmechanismen.
💡 Prüfungstipp: Der Unterschied zwischen Pro- und Eukaryoten bei der Genexpression ist ein beliebtes Prüfungsthema! Merke dir besonders, dass bei Prokaryoten Transkription und Translation gleichzeitig ablaufen können, während sie bei Eukaryoten durch die Kernmembran räumlich getrennt sind.

Strukturelle Unterschiede zwischen Prokaryoten und Eukaryoten
Prokaryoten und Eukaryoten unterscheiden sich in der DNA-Struktur und Genexpression grundlegend. Prokaryoten haben ein ringförmiges Chromosom ohne Histone und oft zusätzliche Plasmide. Ihre Ribosomen sind kleiner (70S) und die Transkription und Translation finden gleichzeitig im Cytoplasma statt.
Eukaryoten hingegen besitzen mehrere lineare Chromosomen im Zellkern mit DNA, die an Histone gebunden ist. Ihre Ribosomen sind größer (80S) und die Prozesse der Transkription (im Kern) und Translation (im Cytoplasma) sind räumlich und zeitlich getrennt. Interessanterweise haben Mitochondrien und Chloroplasten prokaryotische 70S-Ribosomen, was ihre evolutionäre Herkunft belegt.
Genmutationen – Veränderungen im Erbgut
Genmutationen sind Veränderungen im Erbgut, die auf verschiedenen Ebenen auftreten können:
Chromosomenmutationen betreffen die Struktur einzelner Chromosomen:
- Deletion: Ein Chromosomenstück geht verloren
- Inversion: Ein Chromosomenstück wird in umgekehrter Orientierung wieder eingebaut
- Translokation: Ein Chromosomenstück wird an ein anderes Chromosom angeheftet
- Duplikation: Ein Chromosomenabschnitt liegt doppelt vor
Genommutationen verändern die Anzahl der Chromosomen:
- Polyploidie: Chromosomen liegen mehrfach vor
- Aneuploidie: Einzelne Chromosomen sind vermehrt oder vermindert
Genmutationen verändern die DNA-Sequenz innerhalb eines Gens:
- Stumme Mutation: Ändert die Basensequenz, aber nicht die kodierte Aminosäure
- Missense-Mutation: Ändert eine Aminosäure gegen eine andere
- Nonsense-Mutation: Erzeugt ein vorzeitiges Stoppsignal
- Rasterschubmutation: Insertion oder Deletion von Basenpaaren, die das Leseraster verschieben
⚠️ Wichtig für die Klausur: Genmutationen können lebenswichtige Proteine beeinträchtigen und zu schweren Krankheiten führen. Nicht jede Mutation ist jedoch schädlich – manche haben keine Auswirkungen (stumme Mutationen) oder können sogar vorteilhaft sein und zur Evolution beitragen!

Genetischer Fingerabdruck
Der genetische Fingerabdruck ist eine Methode zur eindeutigen Identifizierung von Personen anhand ihrer DNA. Es gibt verschiedene Verfahren, die alle auf der Analyse von hochvariablen DNA-Abschnitten basieren.
Bei der STR-Methode (Short Tandem Repeats) werden DNA-Abschnitte untersucht, die sich tandenartig wiederholen. Die Anzahl dieser Wiederholungen variiert von Person zu Person. Die STRs liegen in nicht-codierenden Bereichen (Introns) und werden durch PCR vervielfältigt. Mittels Gelelektrophorese entstehen dann charakteristische DNA-Längenprofile.
Die RFLP-Methode nutzt Restriktionsenzyme, die DNA an spezifischen Stellen schneiden. Da sich Menschen in ihren DNA-Sequenzen leicht unterscheiden, entstehen unterschiedlich lange Fragmente, die durch Gelelektrophorese aufgetrennt werden können.
Der genetische Fingerabdruck findet Anwendung bei:
- Vaterschaftstests
- Vergleich von Spuren am Tatort mit der DNA eines Verdächtigen
- Identifikation von Toten
🔍 Interessant: Der genetische Fingerabdruck ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck – die Wahrscheinlichkeit, dass zwei nicht verwandte Personen das gleiche DNA-Profil haben, liegt bei weniger als 1 zu einer Billion! Deshalb ist er ein extrem zuverlässiges Beweismittel in der Kriminalistik.

PCR-Methode und Gelelektrophorese
Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ist eine revolutionäre Methode zur Vervielfältigung von DNA-Abschnitten mithilfe eines Thermocyclers. Der Ablauf der PCR besteht aus drei sich wiederholenden Schritten:
- Denaturierung: Bei 95°C trennt sich die DNA-Doppelhelix in Einzelstränge.
- Hybridisierung (Annealing): Bei etwa 60°C lagern sich synthetisierte DNA-Primer an die Einzelstränge an.
- Polymerisation: Bei 72°C verlängert die Taq-Polymerase die Primer durch Anlagerung komplementärer Nukleotide.
Dieser Zyklus wird 20-40 Mal wiederholt, wodurch die Anzahl der DNA-Kopien exponentiell zunimmt. Nach 20 Zyklen erhält man über eine Million DNA-Kopien des gewünschten Abschnitts.
Die Gelelektrophorese dient zur Auftrennung der DNA-Fragmente nach ihrer Größe. Dabei wandern die negativ geladenen DNA-Fragmente im elektrischen Feld zum Pluspol, wobei kleinere Fragmente schneller durch das Gel wandern als größere. Die entstehenden Banden werden durch Färbung mit Ethidiumbromid oder unter UV-Licht sichtbar gemacht.
Zur Bestimmung der Größe der DNA-Fragmente lässt man DNA-Fragmente bekannter Größe im Gel mitlaufen.
💡 Praktisches Wissen: Die PCR ist heute allgegenwärtig – von der COVID-19-Diagnostik bis zur Forensik. Ihr Erfinder Kary Mullis erhielt dafür 1993 den Nobelpreis für Chemie. Die Methode ermöglicht es, aus winzigsten DNA-Mengen (z.B. einem einzelnen Haar) genug Material für weitere Analysen zu gewinnen!

Wichtige Fachbegriffe der Molekularbiologie
Für die Molekularbiologie sind folgende Enzyme der DNA-Replikation zentral:
- Primase: Synthetisiert RNA-Primer als Startpunkt
- DNA-Polymerase: Heftet Nukleotide an das 3'-Ende und ersetzt RNA-Nukleotide durch DNA-Nukleotide
- DNA-Ligase: Verknüpft aufeinanderfolgende Okazaki-Fragmente
- Helicase: Entwindet den DNA-Doppelstrang in Einzelstränge
Bei der DNA-Replikation und Transkription sind folgende Begriffe wichtig:
- Okazaki-Fragment: Kurzes DNA-Fragment bei der diskontinuierlichen Replikation
- Primer: Kurzes Starter-Molekül für die DNA-Polymerase
- Promotor: Startsignal für die Transkription
- Terminator: Stoppsignal für die Transkription
Die verschiedenen RNA-Arten haben unterschiedliche Funktionen:
- mRNA: Trägt die Bauanleitung für Proteine
- rRNA: Ist am Aufbau der Ribosomen beteiligt
- tRNA: Transportiert Aminosäuren und erkennt Codons
Im Zusammenhang mit dem genetischen Code sind folgende Begriffe wichtig:
- Codon: Drei Basen auf der mRNA, die für eine Aminosäure codieren
- Anticodon: Komplementäre Sequenz auf der tRNA
- Introns: Nicht-codierende Bereiche in der DNA
- Exons: Codierende Bereiche in der DNA
🧠 Prüfungstipp: Diese Fachbegriffe sind die Grundlage für das Verständnis aller molekularbiologischen Prozesse. Erstelle dir Karteikarten mit dem Begriff auf der einen und der Definition plus einer kleinen Skizze auf der anderen Seite – so prägt sich das Wissen am besten ein!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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DNA und RNA im Vergleich
DNA und RNA unterscheiden sich in mehreren wichtigen Aspekten. Die DNA besteht aus Desoxyribose, während RNA Ribose enthält. In der DNA findet man die Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, wohingegen in der RNA Thymin durch Uracil ersetzt wird. Strukturell liegt DNA als Doppelhelix vor, RNA hingegen als Einzelstrang.
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Nach der Transkription wird die prä-mRNA bei Eukaryoten noch modifiziert, bevor sie als fertige mRNA ins Cytoplasma transportiert wird. Diese RNA-Prozessierung umfasst mehrere wichtige Schritte:
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Das alternative Spleißen ist ein faszinierender Prozess, der die Komplexität unseres Proteoms erheblich erhöht. Dabei werden nicht nur die Introns, sondern auch bestimmte Exons gezielt aus der prä-mRNA entfernt.
Aus einer einzigen DNA-Sequenz können so verschiedene reife mRNAs entstehen, die für unterschiedliche Proteine codieren. Da die Primärstruktur dieser Proteine unterschiedlich ist, wirkt sich das auch auf ihre Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur aus. Die Proteine haben dadurch oft verschiedene Eigenschaften und Funktionen.
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Bei Eukaryoten findet eine umfangreiche RNA-Prozessierung statt, einschließlich 5'-Cap-Struktur, Poly-A-Schwanz, RNA-Editing und Spleißen. Die Transkription erfolgt im Zellkern, während die Translation im Cytoplasma stattfindet – diese räumliche und zeitliche Trennung ermöglicht komplexere Regulationsmechanismen.
💡 Prüfungstipp: Der Unterschied zwischen Pro- und Eukaryoten bei der Genexpression ist ein beliebtes Prüfungsthema! Merke dir besonders, dass bei Prokaryoten Transkription und Translation gleichzeitig ablaufen können, während sie bei Eukaryoten durch die Kernmembran räumlich getrennt sind.

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Strukturelle Unterschiede zwischen Prokaryoten und Eukaryoten
Prokaryoten und Eukaryoten unterscheiden sich in der DNA-Struktur und Genexpression grundlegend. Prokaryoten haben ein ringförmiges Chromosom ohne Histone und oft zusätzliche Plasmide. Ihre Ribosomen sind kleiner (70S) und die Transkription und Translation finden gleichzeitig im Cytoplasma statt.
Eukaryoten hingegen besitzen mehrere lineare Chromosomen im Zellkern mit DNA, die an Histone gebunden ist. Ihre Ribosomen sind größer (80S) und die Prozesse der Transkription (im Kern) und Translation (im Cytoplasma) sind räumlich und zeitlich getrennt. Interessanterweise haben Mitochondrien und Chloroplasten prokaryotische 70S-Ribosomen, was ihre evolutionäre Herkunft belegt.
Genmutationen – Veränderungen im Erbgut
Genmutationen sind Veränderungen im Erbgut, die auf verschiedenen Ebenen auftreten können:
Chromosomenmutationen betreffen die Struktur einzelner Chromosomen:
- Deletion: Ein Chromosomenstück geht verloren
- Inversion: Ein Chromosomenstück wird in umgekehrter Orientierung wieder eingebaut
- Translokation: Ein Chromosomenstück wird an ein anderes Chromosom angeheftet
- Duplikation: Ein Chromosomenabschnitt liegt doppelt vor
Genommutationen verändern die Anzahl der Chromosomen:
- Polyploidie: Chromosomen liegen mehrfach vor
- Aneuploidie: Einzelne Chromosomen sind vermehrt oder vermindert
Genmutationen verändern die DNA-Sequenz innerhalb eines Gens:
- Stumme Mutation: Ändert die Basensequenz, aber nicht die kodierte Aminosäure
- Missense-Mutation: Ändert eine Aminosäure gegen eine andere
- Nonsense-Mutation: Erzeugt ein vorzeitiges Stoppsignal
- Rasterschubmutation: Insertion oder Deletion von Basenpaaren, die das Leseraster verschieben
⚠️ Wichtig für die Klausur: Genmutationen können lebenswichtige Proteine beeinträchtigen und zu schweren Krankheiten führen. Nicht jede Mutation ist jedoch schädlich – manche haben keine Auswirkungen (stumme Mutationen) oder können sogar vorteilhaft sein und zur Evolution beitragen!

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Genetischer Fingerabdruck
Der genetische Fingerabdruck ist eine Methode zur eindeutigen Identifizierung von Personen anhand ihrer DNA. Es gibt verschiedene Verfahren, die alle auf der Analyse von hochvariablen DNA-Abschnitten basieren.
Bei der STR-Methode (Short Tandem Repeats) werden DNA-Abschnitte untersucht, die sich tandenartig wiederholen. Die Anzahl dieser Wiederholungen variiert von Person zu Person. Die STRs liegen in nicht-codierenden Bereichen (Introns) und werden durch PCR vervielfältigt. Mittels Gelelektrophorese entstehen dann charakteristische DNA-Längenprofile.
Die RFLP-Methode nutzt Restriktionsenzyme, die DNA an spezifischen Stellen schneiden. Da sich Menschen in ihren DNA-Sequenzen leicht unterscheiden, entstehen unterschiedlich lange Fragmente, die durch Gelelektrophorese aufgetrennt werden können.
Der genetische Fingerabdruck findet Anwendung bei:
- Vaterschaftstests
- Vergleich von Spuren am Tatort mit der DNA eines Verdächtigen
- Identifikation von Toten
🔍 Interessant: Der genetische Fingerabdruck ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck – die Wahrscheinlichkeit, dass zwei nicht verwandte Personen das gleiche DNA-Profil haben, liegt bei weniger als 1 zu einer Billion! Deshalb ist er ein extrem zuverlässiges Beweismittel in der Kriminalistik.

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PCR-Methode und Gelelektrophorese
Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ist eine revolutionäre Methode zur Vervielfältigung von DNA-Abschnitten mithilfe eines Thermocyclers. Der Ablauf der PCR besteht aus drei sich wiederholenden Schritten:
- Denaturierung: Bei 95°C trennt sich die DNA-Doppelhelix in Einzelstränge.
- Hybridisierung (Annealing): Bei etwa 60°C lagern sich synthetisierte DNA-Primer an die Einzelstränge an.
- Polymerisation: Bei 72°C verlängert die Taq-Polymerase die Primer durch Anlagerung komplementärer Nukleotide.
Dieser Zyklus wird 20-40 Mal wiederholt, wodurch die Anzahl der DNA-Kopien exponentiell zunimmt. Nach 20 Zyklen erhält man über eine Million DNA-Kopien des gewünschten Abschnitts.
Die Gelelektrophorese dient zur Auftrennung der DNA-Fragmente nach ihrer Größe. Dabei wandern die negativ geladenen DNA-Fragmente im elektrischen Feld zum Pluspol, wobei kleinere Fragmente schneller durch das Gel wandern als größere. Die entstehenden Banden werden durch Färbung mit Ethidiumbromid oder unter UV-Licht sichtbar gemacht.
Zur Bestimmung der Größe der DNA-Fragmente lässt man DNA-Fragmente bekannter Größe im Gel mitlaufen.
💡 Praktisches Wissen: Die PCR ist heute allgegenwärtig – von der COVID-19-Diagnostik bis zur Forensik. Ihr Erfinder Kary Mullis erhielt dafür 1993 den Nobelpreis für Chemie. Die Methode ermöglicht es, aus winzigsten DNA-Mengen (z.B. einem einzelnen Haar) genug Material für weitere Analysen zu gewinnen!

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Wichtige Fachbegriffe der Molekularbiologie
Für die Molekularbiologie sind folgende Enzyme der DNA-Replikation zentral:
- Primase: Synthetisiert RNA-Primer als Startpunkt
- DNA-Polymerase: Heftet Nukleotide an das 3'-Ende und ersetzt RNA-Nukleotide durch DNA-Nukleotide
- DNA-Ligase: Verknüpft aufeinanderfolgende Okazaki-Fragmente
- Helicase: Entwindet den DNA-Doppelstrang in Einzelstränge
Bei der DNA-Replikation und Transkription sind folgende Begriffe wichtig:
- Okazaki-Fragment: Kurzes DNA-Fragment bei der diskontinuierlichen Replikation
- Primer: Kurzes Starter-Molekül für die DNA-Polymerase
- Promotor: Startsignal für die Transkription
- Terminator: Stoppsignal für die Transkription
Die verschiedenen RNA-Arten haben unterschiedliche Funktionen:
- mRNA: Trägt die Bauanleitung für Proteine
- rRNA: Ist am Aufbau der Ribosomen beteiligt
- tRNA: Transportiert Aminosäuren und erkennt Codons
Im Zusammenhang mit dem genetischen Code sind folgende Begriffe wichtig:
- Codon: Drei Basen auf der mRNA, die für eine Aminosäure codieren
- Anticodon: Komplementäre Sequenz auf der tRNA
- Introns: Nicht-codierende Bereiche in der DNA
- Exons: Codierende Bereiche in der DNA
🧠 Prüfungstipp: Diese Fachbegriffe sind die Grundlage für das Verständnis aller molekularbiologischen Prozesse. Erstelle dir Karteikarten mit dem Begriff auf der einen und der Definition plus einer kleinen Skizze auf der anderen Seite – so prägt sich das Wissen am besten ein!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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