Instinktverhalten und klassische Ethologie
Die klassische Ethologie beschäftigt sich intensiv mit dem Instinktverhalten. Um als angeboren und damit als Instinktverhalten zu gelten, muss ein Verhalten bestimmte Kriterien erfüllen: Es muss stereotyp sein, bei allen Exemplaren einer Art auftreten, auch bei isoliert aufgezogenen Exemplaren vorkommen und selbst dann auftreten, wenn Individuen zuvor an der Ausübung der Verhaltensfigur gehindert wurden.
Ein wichtiges Instrument zur Untersuchung von Instinktverhalten ist der Attrappenversuch. Hierbei werden mithilfe von Attrappen, die bestimmte Merkmale des Originals nachahmen, die Attribute eines Schlüsselreizes ermittelt.
Vocabulary: Ein Schlüsselreiz ist ein Reiz, der über einen angeborenen auslösenden Mechanismus (AAM) eine Erbkoordination auslöst. Er besteht in der Regel aus verschiedenen Komponenten wie Form, Farbe und Bewegung eines Objektes.
Der Ablauf einer Instinkthandlung folgt einem bestimmten Schema, das am Beispiel des Beutefangverhaltens einer Kröte veranschaulicht werden kann. Es beginnt mit einer spezifischen Handlungsbereitschaft und einem ungerichteten Appetenzverhalten. Sobald ein Schlüsselreiz tragendes Objekt in Reichweite kommt, erfolgt eine Hinorientierung. Über den AAM löst der Schlüsselreiz dann die Erbkoordination aus, sofern er eine vorgegebene Reizschwelle überschreitet.
Highlight: Die Erbkoordination ist eine genetisch fixierte, durch einen Schlüsselreiz über einen AAM ausgelöste, starr ablaufende, komplexe, artspezifische und arterhaltende Verhaltensweise.





