Grundlagen der Polymerchemie
Polymere bestehen aus großen Molekülketten, die durch die Verknüpfung kleiner reaktionsfähiger Einheiten, den sogenannten Monomeren, entstehen. Diese Makromoleküle setzen sich aus vielen Wiederholeinheiten (Repetiereinheiten) zusammen, wobei die Kettenlänge variiert - keine zwei Polymerketten sind komplett identisch!
Die Herstellung von Polymeren erfolgt durch drei wichtige Verfahren: Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition. Bei der Kettenpolymerisation werden fortlaufend Monomere an ein wachsendes Polymer angebaut, ohne dass Nebenprodukte entstehen.
Die radikalische Polymerisation ist ein häufiger Mechanismus und läuft in drei Phasen ab: Beim Kettenstart zerfällt ein instabiler Starter in Radikale, die dann die Mehrfachbindung eines Monomers angreifen. In der Wachstumsreaktion lagern sich weitere Monomere an, wobei das aktive Zentrum immer am Ende der Kette bleibt. Der Prozess endet mit einer Abbruchreaktion, wenn entweder zwei Radikale miteinander reagieren oder innerhalb eines Radikals eine Doppelbindung entsteht.
💡 Aha-Moment: Die Länge der Polymerketten kann gesteuert werden und hängt nicht von der absoluten Menge der Monomere ab. Das erklärt, warum Kunststoffe mit den gleichen Ausgangsstoffen unterschiedliche Eigenschaften haben können!




