Organische Chemie kann erstmal ziemlich verwirrend wirken, aber keine Sorge...
Organische Chemie Lernzettel Klasse 12








Organische Stoffklassen - Die Basics
Alkane sind die simpelsten organischen Verbindungen mit der Formel . Sie haben nur Einfachbindungen und sind deshalb ziemlich langweilig - aber wichtig als Grundlage. Weil sie unpolar sind, lösen sie sich nicht in Wasser, dafür aber super in Öl.
Alkene sind schon spannender, weil sie eine Doppelbindung () haben. Diese macht sie reaktionsfreudiger als Alkane. Die Formel ist - merkst du, dass weniger H-Atome dran sind?
Bei Alkanolen (Alkoholen) hängt eine Gruppe am Kohlenstoff. Das macht sie polar und wasserlöslich - zumindest die kleinen. Je länger die Kohlenstoffkette wird, desto unpolarer wird das ganze Molekül wieder.
Merktipp: Die funktionelle Gruppe bestimmt immer die Eigenschaften! Der Rest vom Molekül ist meist nur "Ballast".
Carbonsäuren erkennst du an der Gruppe. Sie können Protonen abgeben und sind deshalb sauer. Ester entstehen, wenn Carbonsäuren mit Alkoholen reagieren - das riecht oft fruchartig! Ether haben ein Sauerstoffatom zwischen zwei Kohlenstoffketten und sind ziemlich reaktionsträge.

Nucleophile Substitution - Atome austauschen
Bei der nucleophilen Substitution wird ein Atom oder eine Atomgruppe gegen eine andere ausgetauscht. Das passiert hauptsächlich bei gesättigten Verbindungen wie Halogenalkanen.
Nucleophile sind "kernliebende" Teilchen mit freien Elektronenpaaren - sie suchen nach positiv geladenen Stellen. Hydroxid-Ionen () sind super Nucleophile, weil sie negativ geladen sind.
Der Reaktionsmechanismus läuft in zwei Schritten ab: Erst spaltet sich das Halogen ab und hinterlässt ein positiv geladenes Carbenium-Ion. Dann greift das Nucleophil an dieser Stelle an. Fertig ist das neue Molekül!
Wichtig fürs Abi: Tertiäre Carbenium-Ionen sind viel stabiler als primäre - deshalb laufen manche Reaktionen besser als andere!
Die Reaktivität hängt davon ab, ob du primäre, sekundäre oder tertiäre Halogenalkane hast. Tertiäre reagieren am besten, weil ihre Carbenium-Ionen am stabilsten sind. Primäre Halogenalkane reagieren praktisch gar nicht über diesen Mechanismus.

Veresterung - Zwei werden eins
Veresterung ist eine Kondensationsreaktion, bei der Carbonsäure und Alkohol zusammen einen Ester bilden. Dabei wird immer ein Wassermolekül abgespaltet - das ist das typische Merkmal einer Kondensation.
Der Mechanismus startet damit, dass die Carbonsäure protoniert wird. Dadurch entsteht ein positiv geladenes Zentrum, das den Alkohol anzieht. Der Alkohol greift nucleophil an - seine Elektronenpaare am Sauerstoff suchen sich das positive Zentrum.
Nach ein paar Protonenwanderungen und Elektronenverschiebungen spaltet sich schließlich Wasser ab. Übrig bleibt der Ester mit seiner charakteristischen Brücke zwischen den ursprünglichen Molekülen.
Praxistipp: Ester riechen oft süßlich oder fruchtig - viele Aromastoffe sind Ester! Ethylacetat riecht zum Beispiel nach Klebstoff.
Diese Reaktion ist reversibel - unter anderen Bedingungen kann der Ester auch wieder zu Säure und Alkohol gespalten werden. Das nennt man dann Verseifung oder Hydrolyse.

Radikalische Substitution - Wenn's richtig wild wird
Radikalische Substitution braucht Licht als Energiequelle und läuft in drei Phasen ab: Start, Kette und Abbruch. Radikale sind extrem reaktive Teilchen mit ungepaarten Elektronen - echte "Einzelgänger"!
In der Startreaktion wird durch Licht ein Halogen-Molekül (z.B. ) homolytisch gespalten. Jedes Brom-Atom bekommt ein Elektron ab - so entstehen zwei Brom-Radikale.
Die Kettenreaktion läuft dann von selbst: Ein Brom-Radikal entreißt einem Alkan ein H-Atom und wird zu HBr. Das zurückbleibende Alkyl-Radikal reagiert sofort mit dem nächsten -Molekül und erzeugt dabei wieder ein Brom-Radikal.
Achtung: Du bekommst immer ein Produktgemisch! Je nach Mengenverhältnis entstehen einfach oder mehrfach substituierte Halogenalkane.
Tertiäre Alkyl-Radikale sind stabiler als primäre, deshalb entstehen sie bevorzugt. Das erklärt, warum die Produktverteilung nicht der statistischen Erwartung entspricht - die Chemie bevorzugt energieärmere Zustände!

Induktive Effekte und Enthalpie-Diagramme
Induktive Effekte beschreiben, wie Substituenten die Elektronendichte in einem Molekül verschieben. Das beeinflusst massiv, wie reaktionsfreudig deine Verbindungen sind!
Beim +I-Effekt schieben Substituenten Elektronendichte zum Kohlenstoff hin. Alkyl-Gruppen machen das - sie stabilisieren positive Ladungen. Beim -I-Effekt ziehen elektronegativere Atome wie Chlor Elektronendichte weg.
Die Stabilität von Carbenium-Ionen folgt der Reihenfolge: tertiär > sekundär > primär. Das liegt an den induktiven Effekten der umgebenden Alkyl-Gruppen. Mehr Alkyl-Gruppen = mehr Stabilisierung!
Für die Klausur: Enthalpie-Diagramme zeigen dir den Energieverlauf einer Reaktion - Aktivierungsenergie rauf, dann je nach Reaktion runter (exotherm) oder hoch (endotherm).
Übergangszustände sind die energiereichsten Punkte einer Reaktion - hier brechen alte Bindungen und neue entstehen gleichzeitig. Zwischenprodukte sind dagegen kurzlebige, aber nachweisbare Teilchen mit lokalen Energieminima.

Eliminierung - Doppelbindungen schaffen
Bei der Eliminierung werden Atome oder Atomgruppen abgespalten, wodurch Doppelbindungen entstehen. Das ist quasi das Gegenteil der Addition - aus gesättigten Verbindungen werden ungesättigte.
Dehydratisierung wandelt Alkohole in Alkene um. Dabei wird Wasser abgespalten. Der Mechanismus läuft über ein Carbenium-Ion - erst wird die -Gruppe protoniert, dann als Wasser abgespalten, danach wird ein benachbartes Proton eliminiert.
Dehalogenierung funktioniert ähnlich, nur wird hier Halogenwasserstoff (wie HBr) abgespalten. Du brauchst eine starke Base und Wärme, damit das funktioniert.
Reaktionsübersicht: Alkane können substituiert oder eliminiert werden. Alkene können addiert oder substituiert werden. Alkohole sind echte Allrounder - sie können fast alles!
Die Lage der Doppelbindung ist nicht immer vorhersagbar - manchmal entstehen verschiedene Isomere. Das hängt davon ab, welches Carbenium-Ion stabiler ist und welches Proton leichter abgespalten werden kann.

Addition - Doppelbindungen knacken
Addition ist die typische Reaktion der Alkene - dabei wird die Doppelbindung aufgebrochen und neue Atome angelagert. Du bekommst immer nur ein Produkt pro Doppelbindung.
Bei der elektrophilen Addition greift ein elektronenliebender Partner (Elektrophil) die elektronenreiche Doppelbindung an. Halogenwasserstoffe wie HBr sind perfekte Elektrophile - das H⁺ sucht sich die Elektronen der Doppelbindung.
Die Markovnikov-Regel sagt dir, wohin das Wasserstoff-Atom wandert: Immer an das Kohlenstoff-Atom, das schon die meisten H-Atome hat! Das liegt daran, dass so das stabilste Carbenium-Ion entsteht.
Mechanismus-Tipp: Bei der Brom-Addition entsteht zwischenzeitlich ein cyclisches Bromonium-Ion - das ist stabiler als ein normales Carbenium-Ion.
Induktive Effekte beeinflussen die Reaktionsgeschwindigkeit erheblich. Elektronenschiebende Gruppen machen die Doppelbindung reaktiver, elektronenziehende Gruppen bremsen die Reaktion. Chlor-Substituenten können Additionen sogar komplett verhindern!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Organische Chemie Lernzettel Klasse 12
Organische Chemie kann erstmal ziemlich verwirrend wirken, aber keine Sorge - die verschiedenen Stoffklassen und ihre Reaktionen folgen logischen Mustern! Du lernst hier die wichtigsten organischen Verbindungen kennen und verstehst, wie sie miteinander reagieren.

Organische Stoffklassen - Die Basics
Alkane sind die simpelsten organischen Verbindungen mit der Formel . Sie haben nur Einfachbindungen und sind deshalb ziemlich langweilig - aber wichtig als Grundlage. Weil sie unpolar sind, lösen sie sich nicht in Wasser, dafür aber super in Öl.
Alkene sind schon spannender, weil sie eine Doppelbindung () haben. Diese macht sie reaktionsfreudiger als Alkane. Die Formel ist - merkst du, dass weniger H-Atome dran sind?
Bei Alkanolen (Alkoholen) hängt eine Gruppe am Kohlenstoff. Das macht sie polar und wasserlöslich - zumindest die kleinen. Je länger die Kohlenstoffkette wird, desto unpolarer wird das ganze Molekül wieder.
Merktipp: Die funktionelle Gruppe bestimmt immer die Eigenschaften! Der Rest vom Molekül ist meist nur "Ballast".
Carbonsäuren erkennst du an der Gruppe. Sie können Protonen abgeben und sind deshalb sauer. Ester entstehen, wenn Carbonsäuren mit Alkoholen reagieren - das riecht oft fruchartig! Ether haben ein Sauerstoffatom zwischen zwei Kohlenstoffketten und sind ziemlich reaktionsträge.

Nucleophile Substitution - Atome austauschen
Bei der nucleophilen Substitution wird ein Atom oder eine Atomgruppe gegen eine andere ausgetauscht. Das passiert hauptsächlich bei gesättigten Verbindungen wie Halogenalkanen.
Nucleophile sind "kernliebende" Teilchen mit freien Elektronenpaaren - sie suchen nach positiv geladenen Stellen. Hydroxid-Ionen () sind super Nucleophile, weil sie negativ geladen sind.
Der Reaktionsmechanismus läuft in zwei Schritten ab: Erst spaltet sich das Halogen ab und hinterlässt ein positiv geladenes Carbenium-Ion. Dann greift das Nucleophil an dieser Stelle an. Fertig ist das neue Molekül!
Wichtig fürs Abi: Tertiäre Carbenium-Ionen sind viel stabiler als primäre - deshalb laufen manche Reaktionen besser als andere!
Die Reaktivität hängt davon ab, ob du primäre, sekundäre oder tertiäre Halogenalkane hast. Tertiäre reagieren am besten, weil ihre Carbenium-Ionen am stabilsten sind. Primäre Halogenalkane reagieren praktisch gar nicht über diesen Mechanismus.

Veresterung - Zwei werden eins
Veresterung ist eine Kondensationsreaktion, bei der Carbonsäure und Alkohol zusammen einen Ester bilden. Dabei wird immer ein Wassermolekül abgespaltet - das ist das typische Merkmal einer Kondensation.
Der Mechanismus startet damit, dass die Carbonsäure protoniert wird. Dadurch entsteht ein positiv geladenes Zentrum, das den Alkohol anzieht. Der Alkohol greift nucleophil an - seine Elektronenpaare am Sauerstoff suchen sich das positive Zentrum.
Nach ein paar Protonenwanderungen und Elektronenverschiebungen spaltet sich schließlich Wasser ab. Übrig bleibt der Ester mit seiner charakteristischen Brücke zwischen den ursprünglichen Molekülen.
Praxistipp: Ester riechen oft süßlich oder fruchtig - viele Aromastoffe sind Ester! Ethylacetat riecht zum Beispiel nach Klebstoff.
Diese Reaktion ist reversibel - unter anderen Bedingungen kann der Ester auch wieder zu Säure und Alkohol gespalten werden. Das nennt man dann Verseifung oder Hydrolyse.

Radikalische Substitution - Wenn's richtig wild wird
Radikalische Substitution braucht Licht als Energiequelle und läuft in drei Phasen ab: Start, Kette und Abbruch. Radikale sind extrem reaktive Teilchen mit ungepaarten Elektronen - echte "Einzelgänger"!
In der Startreaktion wird durch Licht ein Halogen-Molekül (z.B. ) homolytisch gespalten. Jedes Brom-Atom bekommt ein Elektron ab - so entstehen zwei Brom-Radikale.
Die Kettenreaktion läuft dann von selbst: Ein Brom-Radikal entreißt einem Alkan ein H-Atom und wird zu HBr. Das zurückbleibende Alkyl-Radikal reagiert sofort mit dem nächsten -Molekül und erzeugt dabei wieder ein Brom-Radikal.
Achtung: Du bekommst immer ein Produktgemisch! Je nach Mengenverhältnis entstehen einfach oder mehrfach substituierte Halogenalkane.
Tertiäre Alkyl-Radikale sind stabiler als primäre, deshalb entstehen sie bevorzugt. Das erklärt, warum die Produktverteilung nicht der statistischen Erwartung entspricht - die Chemie bevorzugt energieärmere Zustände!

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Beim +I-Effekt schieben Substituenten Elektronendichte zum Kohlenstoff hin. Alkyl-Gruppen machen das - sie stabilisieren positive Ladungen. Beim -I-Effekt ziehen elektronegativere Atome wie Chlor Elektronendichte weg.
Die Stabilität von Carbenium-Ionen folgt der Reihenfolge: tertiär > sekundär > primär. Das liegt an den induktiven Effekten der umgebenden Alkyl-Gruppen. Mehr Alkyl-Gruppen = mehr Stabilisierung!
Für die Klausur: Enthalpie-Diagramme zeigen dir den Energieverlauf einer Reaktion - Aktivierungsenergie rauf, dann je nach Reaktion runter (exotherm) oder hoch (endotherm).
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Eliminierung - Doppelbindungen schaffen
Bei der Eliminierung werden Atome oder Atomgruppen abgespalten, wodurch Doppelbindungen entstehen. Das ist quasi das Gegenteil der Addition - aus gesättigten Verbindungen werden ungesättigte.
Dehydratisierung wandelt Alkohole in Alkene um. Dabei wird Wasser abgespalten. Der Mechanismus läuft über ein Carbenium-Ion - erst wird die -Gruppe protoniert, dann als Wasser abgespalten, danach wird ein benachbartes Proton eliminiert.
Dehalogenierung funktioniert ähnlich, nur wird hier Halogenwasserstoff (wie HBr) abgespalten. Du brauchst eine starke Base und Wärme, damit das funktioniert.
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