Maschinelle Entmenschlichung
Die Beschreibung "auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend" wirkt zunächst verführerisch, entpuppt sich aber als maschinell und gefühllos. Die Reiterin setzt ihre weiblichen Reize nur noch automatisch ein - ohne jede Menschlichkeit.
Das "im Kreise rundum" verdeutlicht die endlose Rotation und Monotonie dieser Qual. Trotz der offensichtlichen Langweile wird die Vorstellung ohne Mitleid fortgesetzt.
Die Mehrheit (Zuschauer und Chef) wirkt monströs gegen die hilflose Minderheit (die Kunstreiterin). Kafka beschreibt alles aus der Sicht einer emotionslosen dritten Person - dadurch wird die Kälte der Situation noch verstärkt.
Paradoxerweise ist es der Galerist, der als einziger die Ungerechtigkeit erkennt. Obwohl seine eigentliche Aufgabe nur das Betrachten von Bildern ist, entwickelt er als einziger die Fähigkeit, das wahre Leid zu sehen.
💡 Ironie: Ausgerechnet der passive Betrachter wird zum einzigen, der die Realität durchschaut.