Hauptteil der Dramenanalyse: Einordnung der Szene und Figurenanalyse
Der Hauptteil einer Dramenanalyse beginnt mit der Einordnung der Szene in den Gesamtkontext des Dramas. Hierbei sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Vorgeschichte: Welche wichtigen Ereignisse führen zu dieser Szene?
- Inhaltsangabe der zu analysierenden Szene
- Gliederung der Szene (Gliederungssignale wie Figurenwechsel, Auf- und Abtritte, Ortswechsel oder thematische Wechsel)
- Folgen und Konsequenzen der Szene
- Bedeutung der Szene für den Konflikt des Dramas
Vocabulary: Aspektgeleitete Analyse bedeutet, dass die Untersuchung sich auf bestimmte, vorher festgelegte Aspekte konzentriert, um eine strukturierte und zielgerichtete Analyse zu gewährleisten.
Bei der Einordnung kann auch auf dramaturgische Konzepte verwiesen werden:
- Gustav Freytags pyramidaler Aufbau des Dramas
- Unterscheidung zwischen offenem und geschlossenem Drama
- Symbolische Bedeutung des Handlungsortes
- Einhaltung der drei Einheiten nach Aristoteles (Ort, Zeit, Handlung)
- Zeitgestaltung: Verhältnis von Spielzeit zur gespielten Zeit, Zeitraffung oder -dehnung, chronologische Darstellung
Die Figurenanalyse ist ein zentraler Bestandteil der Dramenanalyse. Sie umfasst:
- Figurenkonstellation: Zentrale Figuren und Randfiguren
- Beziehungen der Figuren zueinander (Gruppierungen, Protagonist und Antagonist, soziale Schichten)
- Entwicklung von Kräfteverhältnissen (treibende Kraft, Werkzeug, Opfer)
- Konfliktlage zwischen den Figuren
- Figurengestaltung: Charakterisierung durch Verhalten, Nebentext, andere Figuren, Kleidung, Requisiten etc.
Definition: Die Figurenkonstellation beschreibt das Beziehungsgeflecht zwischen den Charakteren eines Dramas und ist entscheidend für das Verständnis der Handlung und der Konflikte.
Example: In Goethes "Faust" könnte eine Szenenanalyse Beispiel die Beziehung zwischen Faust und Mephistopheles untersuchen, wobei Faust als Protagonist und Mephistopheles als antagonistische Kraft dargestellt werden.



