Die Romantik - Flucht in Gefühl und Fantasie
Stell dir vor, du lebst in einer Zeit voller politischer Wirren und gesellschaftlicher Umbrüche - genau das erlebten die Menschen zwischen 1795 und 1835. Die Romantiker reagierten darauf mit einem kompletten Rückzug ins Innenleben und in die Welt der Gefühle.
Der Wunsch nach Ausbruch aus der Wirklichkeit prägte alle romantischen Motive. Fernweh, schmachtende Liebe zu unerreichbaren Personen und die Sehnsucht nach Freiheit bestimmten die Literatur dieser Zeit.
Die Nacht wurde zum zentralen Stilmittel - hier konnten Tod, Vergänglichkeit und mystische Phänomene wirken. Der Mond als göttliches Symbol und Träume zur Bewusstseinserweiterung vermischten Realität mit dem Übernatürlichen.
Merke dir: Die Romantik entstand als Gegenbewegung zur rationalen Aufklärung - Gefühl schlug Verstand!
Drei Zentren prägten die Epoche: Die Jenaer Romantik (Frühromantik) entwickelte die Grundsätze, die Heidelberger Romantik (Hochromantik) entdeckte Volksdichtung und Märchen neu, und die Berliner Romantik (Spätromantik) wandte sich Religion und den dunklen Seiten der Psyche zu. Das Doppelgänger-Motiv und die Schwarze Romantik mit ihrer Faszination für das Böse entstanden in dieser letzten Phase.
Die Dichter sahen in der Poetisierung der Welt das Heilmittel gegen das Leiden ihrer Zeit. Märchen, Novellen und gefühlsbetonte Lyrik dominierten - Drama war ungeeignet für ihre Gefühlswelten.