Figurenkonstellation und Charaktere
Mia Holl steht im Zentrum der Geschichte - eine 34-jährige Biologin, die sich von einer Methodenanhängerin zu einer Methodenbrecherin entwickelt. Ihre Transformation von rationaler Systembefürworterin zur Kämpferin für Freiheitsrechte treibt die gesamte Handlung voran.
Ihr verstorbener Bruder Moritz Holl beeinflusst sie stark, obwohl er nicht mehr lebt. Er war ein Freigeist und Methodenkritiker, der fälschlicherweise wegen Vergewaltigung und Mord angeklagt wurde und sich das Leben nahm. Als ehemaliger Leukämie-Patient wurde er durch eine Knochenmarktransplantation gerettet.
Die ideale Geliebte taucht nach Moritz' Tod als mysteriöse Figur auf und repräsentiert möglicherweise Mias Gewissen. Sie teilt Moritz' Überzeugungen und überredet Mia, sich gegen das System zu stellen.
Merktipp: Die Figurenbeziehungen zeigen klassische Dystopie-Muster: Das Individuum gegen das System, unterstützt von Verbündeten und bekämpft von Systemvertretern.
Die Nachbarinnen Lizzie, Driss und Frau Poll fungieren als typische Mitläufer - sie klatschen, lästern und folgen blind der Methode, ohne zu hinterfragen. Interessant ist, dass Driss im Verlauf der Geschichte Mia zu bewundern beginnt.
Dr. Lutz Rosentreter entwickelt sich zu Mias Vertrautem und Methodengegner. Seine Kritik am System entsteht durch persönliches Liebesunglück - ein perfektes Beispiel dafür, wie persönliche Erfahrungen politische Überzeugungen prägen können.