Deutsch /

Gedichtinterpretation "das zerbrochene Ringlein"

Gedichtinterpretation "das zerbrochene Ringlein"

user profile picture

studdy buddy

405 Followers
 

Deutsch

 

11/9/10

Ausarbeitung

Gedichtinterpretation "das zerbrochene Ringlein"

 Gedichtinterpretation ,,Das zerbrochene Ringlein"
Das Gedicht,das zerbrochene Ringlein" wurde von Joseph Freiherr von Eichendorff verfasst

Kommentare (3)

Teilen

Speichern

188

Hier seht ihr eine sehr ausführliche Gedichtinterpretation des Werkes "das zerbrochene Ringlein" von Joseph von Eichendorff 🥰

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Gedichtinterpretation ,,Das zerbrochene Ringlein" Das Gedicht,das zerbrochene Ringlein" wurde von Joseph Freiherr von Eichendorff verfasst und im Jahr 1810 veröffentlicht. Der Titel lässt sich auf die vermeintliche Zerbrechlichkeit, Einheit und Wertschätzung des Ehebegriffs zurückführen, welche das Gedicht vermittelt. Der Autor war schon zu Lebzeiten als wichtiger lyrischer Dichter der Romantik bekannt und so ist es kaum verwunderlich, dass es sich beim hier vorliegenden Text auch um ein Gedicht der Romantik handelt. Dies kann man besonders durch die epochentypischen Motive, wie Sehnsucht, Natur, Nacht oder Fernweh belegen. Nach dem ersten Lesen lässt sich vermuten, dass das Gedicht von einem, wahrscheinlich männlichen lyrischen Ich handelt, dass nach der Trennung oder sogar dem Betrug durch seiner Liebsten ihr sehnsüchtig und voller Kummer nachtrauert. Im Laufe des Gedichts fällt außerdem die Flucht vor der Realität und die zunehmende Düsterkeit auf, die zu einem Todeswunsch führt. Formal besteht das Gedicht aus 20 Versen, wobei jemals 4 Verse, einer Strophe zuzuordnen sind. Auch vom Reimschema geht eine Regelmäßigkeit aus. Der hier vorhandene Kreuzreim (abab, cdcd...) steht aber dennoch im Widerspruch zur innerlichen Zerrissenheit des lyrischen Ichs. Auch das Versmaß, dass hier durch einen dreihebigen Jambus zu kennzeichnen ist, lässt das Gedicht auf formaler Ebene sehr rund und stimmig wirken, spiegelt aber auch das monotone Leben des lyrischen Ichs wieder. Besonders durch das Metrum, ist...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

der Rhythmus des Gedichtes durchgängig, es verfügt also über einen guten Lesefluss. Weiter anzumerken sind die Stimmung, die man in diesem Gedicht besonders in Zusammenhang von Reimschema, Metrum und der allgemeinen Struktur sehen muss. Mit fortschreiten des Gedichtes verdüstert sich auch die Stimmung des lyrischen Ichs, das sich zunehmend in eine eigene Traumwelt zurückzieht, sich aber schließlich doch den Tod wünscht. Besondere Bedeutung hat hier auch das immer wieder auftauchende Mühlrad, dass hier vermutlich für ein „innerliches Mühlrad“ steht, also eine wiederkehrende Kreisbewegung und Gleichförmigkeit im monotonen Alltag des lyrischen Ichs symbolisiert und verstärkt somit die negativen Auswirkungen der Trennung auf den Seelenzustand und das komplette Leben des lyrischen Ichs. Zum Abschluss der formalen Analyse sind der parataktische Satzbau und die Waisenverse, auch Assonanzen genannt, zu erwähnen. Diese sind in Vers 3 (verschwunden) zu finden, was hier noch einmal die Trennung betont, und in Vers 19 (sterben), wobei hier die Trennung und das Sterben in eine direkte Verbindung gesetzt wird. Bereits die erste Strophe beginnt mit der Information über den Verlust der Geliebten und das lyrische Ich teilt dem Leser auch mit, dass diese am „kühlen Grunde" (V. 1) gelebt hat. Diese Ortsbeschreibung spiegelt auch zugleich den emotional erkalteten Körper des Mannes, also des lyrischen Ichs wieder. Das Mühlrad, dass in der Einleitung schon einmal erwähnt wurde, findet seine erste Erwähnung nun auch im zweiten Vers des Gedichtes. Zum einen metaphiert es die gequälte Seele und stellt zugleich ein Symbol für das Herz und die Trauer des lyrischen Ichs dar, die genau wie das Mühlrad, unaufhörlich im Kreis laufen. So ist auch für das Leiden des lyrischen Ichs kein Ende in Sicht. Diese Bildlichkeit, die also von dem Mühlrad ausgeht deutet somit auf eine gewisse Zweideutigkeit hin. Zum einen steht das Mühlrad also für den ehemaligen Wohnort der Geliebten, der so real existent war. Der ,,kühle Grund" (vgl. V1) könnte so auch für den stattgefundenen Ehebetrug stehen, deutet aber auch auf den Gefühlszustand des lyrischen Ichs hin, der sehr „kühl“ (vgl. V. 1) zu sein scheint. Ein weitere Metapher befinden sich in Strophe 3 (,,Meine Liebste ist verschwunden") wobei hier das Wort ,,verschwunden“ als Euphemismus für die Trennung verstanden werden kann. Das lyrische Ich spielt den vermeintlichen Betrug seiner Geliebten und den darauffolgenden Verlust dieser also vollkommen herunter. Die zweite Strophe thematisiert nun die Vergangenheit des Paares und geht auch erstmals auf den vermeintlichen Ring ein, dem das Gedicht seinen Namen verdankt. Die Verse ,,Sie hat mir Treu versprochen, gab mir ein'n Ring dabei“ (V. 4 u. 5.) beziehen sich auf die Anfänge und Vergangenheit des Paares. Die Frau, die also später Ehebruch begeht, verspricht ihrem Mann hier noch ihre Treue und schenkt ihm als Zeichen einen Ring. Die Anapher in den Versen 5 und 7 („Sie“) verstärken auch nochmal die Annahme, dass es sich hier um ein männliches lyrisches Ich handelt. Mit Vers 7 (,,sie hat die Treu gebrochen") wird auch die Annahme bestätigt, dass es sich hier wirklich um einen Ehebruch handelt. Aufgrund dessen „[sprang das] Ringlein [nun] entzwei" (vgl. V 8), was den Treuebruch nochmal ganz deutlich symbolisiert. Der Ring steht hier symbolisch für die Ehe, Liebe, die emotionale Bindung der beiden Personen und die Unendlichkeit. Mit dem Ausdruck ,,Ringlein“ (vgl. V. 8) liegt nun ein Diminutiv vor und der Ring verliert so an Bedeutung. Mit dem zerbrechen des Rings geht also auch die so unendlich geglaubte Liebe verloren und das lyrische Ich bleibt alleine zurück. Sein Leben nimmt also eine dramatische Wende. Die dritte Strophe bezieht sich auf die Wünsche und Träume des Lyrischen Ichs in für die Gegenwart und Zukunft. Mit dem Satz „Ich möchte als Spielmann reisen“ (V. 9) bringt das lyrische Ich seinen Traum nach einer ungebundenen und unabhängigen Zukunft zum Ausdruck. Ein Spielmann lässt sich hier mit einer Art Minnesänger aus dem Mittelalter vergleichen, passt also thematisch in die Epoche der Romantik. Beim Lesen wird nun auch deutlich, dass sich das lyrische Ich immer mehr in eine Traumwelt zurückzieht und in dieser weit in die Ferne reisen möchte, um den Schmerz und den Verlust der Geliebten zu vergessen. Er versucht also seine Trauer künstlerischer Form zu bewältigen. Mit den Anaphern in den Versen 11 und 12 („Und“) wird noch einmal die Regelmäßigkeit und Monotonie ausgedrückt, die Stimmung des lyrischen Ichs wendet sich durch die Gedanken an seine hoffentlich unbeschwerte Zukunft jedoch zum Guten, was auch formell dargestellt ist. Die starre Form, die noch in Strophe 1 und 2 vorhanden war, löst sich durch die Verwendung von Enjambements langsam auf. Auch wenn das lyrische Ich in den ersten Versen der Strophe mit Begeisterung von der kommenden Freiheit in seinem Leben spricht, kann er seine Geliebte nicht ganz loslassen. Dies beweist er in Vers 12 („gehen von Haus zu Haus"). Diese Formulierung lässt eventuell darauf schließen, dass er noch immer, wenn auch unterbewusst, auf der Suche nach seiner Geliebten ist. In der vierten Strophe nimmt die vorhandene Traumwelt nun immer weiter zu. Das lyrische Ich strebt nun nicht nur ein freies, künstlerisches Leben an, sondern sehnt sich nun auch nach dem Rittertum. Diesen Wunsch drückt er mit der Verwendung des Wortes „Reiter“ (vgl. V. 13) aus, welches man als Metapher für das Wort Ritter sehen kann. Auch hier stellt der Autor wieder einen Bezug zum Mittelalter her und der Leser ahnt, eine Vorausdeutung des kommenden Todeswunsches, da er für seine Freiheit kämpfen möchte, und die Todesgefahr so (gerne) in Kauf nimmt. Dieser Lebens- und Gefühlswandel steht jedoch im Gegensatz der gewünschten und romantisierten Einsamkeit, die durch die folgenden Verse vermittelt wird. Die Erwähnung der „blu'ge [n] Schlacht“ (vgl. V. 14) kann nun als Paradoxon gesehen werden und stellt einen Bezug zum eben bereits genannten Rittertum her. Auch hier stellt das lyrische Ich noch einmal seine großen Pläne für die Zukunft da und wie viel es erreichen möchte. So lässt sich auch der Wunsch herauslesen, trotz Schwierigkeiten, wie den harten Kampf, der auch mit der Scheidung in Verbindung gebracht werden könnte, leicht durch sein Leben gehen zu können. Das folgende Oxymoron in Vers 15 („stille Feuer“) dient dazu, in metaphorischer Weise zwei Gegensätze miteinander zu verbinden und deutet auf innere Zerrissenheit und starke irreale Vorstellungen des lyrischen Ichs. Der letzte Vers zeichnet sich durch einen besonders starken Bezug zur Natur aus, und sticht so ein klein wenig aus den anderen Versen heraus. Das „Feld“, welches in Strophe 16 erwähnt wird, wird hier sehr gefühlsüberschwänglich dargestellt und deutet hier auf den Wunsch der völligen Vereinigung mit der Natur, die so auch als Rückzugsort zum Nachdenken fungiert. Der nun vorliegende Pleonasmus, „die dunkle Nacht“ (vgl. V. 16), stellt für das lyrische Ich eine Möglichkeit dar, die sonst herrschenden Umrisse verschwinden zu lassen, und völlig mit der Natur zu verschmelzen. Die fünfte Strophe des Gedichtes wirkt geradeso, als wäre das lyrische Ich wieder aus seiner Traumwelt erwacht und hat seine Zukunftsvorstellungen über das freie und ritterliche Leben verworfen. Die Erwähnung des „Mühlrades“ (vgl. 17) bestätigt also die gerade genannte Vermutung und erinnert das lyrische Ich wieder an seine Vergangenheit, was auch noch einmal durch die Verwendung einer Inversion gestützt wird. Gleichzeit kehrt also auch die scheinbar nie enden wollende Trauer zurück. Auch die folgende Anaphern („Ich“) in den Versen 18 und 19 betont die Ausweglosigkeit der Situation und verdeutlicht die Verzweiflung des lyrischen Ichs. Zudem spiegelt diese Formulierung eine gewisse Sehnsucht nach dem unbedingten Willen, grenzen sprengen zu können und so das Unmögliche möglich zu machen. Diese Aussichts- und Ratlosigkeit über die Situation bringt das lyrische Ich anschließend wohl dazu, über Suizid nachzudenken. Mit dem Satz ,,Ich möcht am liebsten sterben" (V. 19) bringt er das zum Ausdruck. Da in diesem Satz jedoch, anders als im Rest des Gedichtes, das Konjunktiv || (Möglichkeitsform) kommen Zweifel an der ernsthaften Umsetzung dieses Vorhabens auf. Wie also in der Einleitung bereits erwähnt, versucht das lyrische Ich in diesem Gedicht seiner Trauer aufgrund des Betruges durch seine Geliebte zunächst durch die Flucht in eine mittelalterliche Traumwelt zu entfliehen, wird schließlich aber doch von der Realität eingeholt und wünscht sich schlussendlich zu sterben.

Deutsch /

Gedichtinterpretation "das zerbrochene Ringlein"

Gedichtinterpretation "das zerbrochene Ringlein"

user profile picture

studdy buddy

405 Followers
 

Deutsch

 

11/9/10

Ausarbeitung

Gedichtinterpretation "das zerbrochene Ringlein"

Dieser Inhalt ist nur in der Knowunity App verfügbar.

 Gedichtinterpretation ,,Das zerbrochene Ringlein"
Das Gedicht,das zerbrochene Ringlein" wurde von Joseph Freiherr von Eichendorff verfasst

App öffnen

Teilen

Speichern

188

Kommentare (3)

A

So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

Hier seht ihr eine sehr ausführliche Gedichtinterpretation des Werkes "das zerbrochene Ringlein" von Joseph von Eichendorff 🥰

Ähnliche Knows

Gedichtsanalyse (Eichendorff)

Know Gedichtsanalyse (Eichendorff) thumbnail

5932

 

10

3

Romantik, Gedichtinterpretation „das zerbrochene Ringlein“

Know Romantik, Gedichtinterpretation  „das zerbrochene Ringlein“ thumbnail

343

 

11/12/13

3

„An die Verstummten“ Gedichtsanalyse

Know „An die Verstummten“ Gedichtsanalyse thumbnail

1044

 

11/12/13

Das zerbrochene Ringlein

Know Das zerbrochene Ringlein  thumbnail

3652

 

11/12/10

Mehr

Gedichtinterpretation ,,Das zerbrochene Ringlein" Das Gedicht,das zerbrochene Ringlein" wurde von Joseph Freiherr von Eichendorff verfasst und im Jahr 1810 veröffentlicht. Der Titel lässt sich auf die vermeintliche Zerbrechlichkeit, Einheit und Wertschätzung des Ehebegriffs zurückführen, welche das Gedicht vermittelt. Der Autor war schon zu Lebzeiten als wichtiger lyrischer Dichter der Romantik bekannt und so ist es kaum verwunderlich, dass es sich beim hier vorliegenden Text auch um ein Gedicht der Romantik handelt. Dies kann man besonders durch die epochentypischen Motive, wie Sehnsucht, Natur, Nacht oder Fernweh belegen. Nach dem ersten Lesen lässt sich vermuten, dass das Gedicht von einem, wahrscheinlich männlichen lyrischen Ich handelt, dass nach der Trennung oder sogar dem Betrug durch seiner Liebsten ihr sehnsüchtig und voller Kummer nachtrauert. Im Laufe des Gedichts fällt außerdem die Flucht vor der Realität und die zunehmende Düsterkeit auf, die zu einem Todeswunsch führt. Formal besteht das Gedicht aus 20 Versen, wobei jemals 4 Verse, einer Strophe zuzuordnen sind. Auch vom Reimschema geht eine Regelmäßigkeit aus. Der hier vorhandene Kreuzreim (abab, cdcd...) steht aber dennoch im Widerspruch zur innerlichen Zerrissenheit des lyrischen Ichs. Auch das Versmaß, dass hier durch einen dreihebigen Jambus zu kennzeichnen ist, lässt das Gedicht auf formaler Ebene sehr rund und stimmig wirken, spiegelt aber auch das monotone Leben des lyrischen Ichs wieder. Besonders durch das Metrum, ist...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich Einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

der Rhythmus des Gedichtes durchgängig, es verfügt also über einen guten Lesefluss. Weiter anzumerken sind die Stimmung, die man in diesem Gedicht besonders in Zusammenhang von Reimschema, Metrum und der allgemeinen Struktur sehen muss. Mit fortschreiten des Gedichtes verdüstert sich auch die Stimmung des lyrischen Ichs, das sich zunehmend in eine eigene Traumwelt zurückzieht, sich aber schließlich doch den Tod wünscht. Besondere Bedeutung hat hier auch das immer wieder auftauchende Mühlrad, dass hier vermutlich für ein „innerliches Mühlrad“ steht, also eine wiederkehrende Kreisbewegung und Gleichförmigkeit im monotonen Alltag des lyrischen Ichs symbolisiert und verstärkt somit die negativen Auswirkungen der Trennung auf den Seelenzustand und das komplette Leben des lyrischen Ichs. Zum Abschluss der formalen Analyse sind der parataktische Satzbau und die Waisenverse, auch Assonanzen genannt, zu erwähnen. Diese sind in Vers 3 (verschwunden) zu finden, was hier noch einmal die Trennung betont, und in Vers 19 (sterben), wobei hier die Trennung und das Sterben in eine direkte Verbindung gesetzt wird. Bereits die erste Strophe beginnt mit der Information über den Verlust der Geliebten und das lyrische Ich teilt dem Leser auch mit, dass diese am „kühlen Grunde" (V. 1) gelebt hat. Diese Ortsbeschreibung spiegelt auch zugleich den emotional erkalteten Körper des Mannes, also des lyrischen Ichs wieder. Das Mühlrad, dass in der Einleitung schon einmal erwähnt wurde, findet seine erste Erwähnung nun auch im zweiten Vers des Gedichtes. Zum einen metaphiert es die gequälte Seele und stellt zugleich ein Symbol für das Herz und die Trauer des lyrischen Ichs dar, die genau wie das Mühlrad, unaufhörlich im Kreis laufen. So ist auch für das Leiden des lyrischen Ichs kein Ende in Sicht. Diese Bildlichkeit, die also von dem Mühlrad ausgeht deutet somit auf eine gewisse Zweideutigkeit hin. Zum einen steht das Mühlrad also für den ehemaligen Wohnort der Geliebten, der so real existent war. Der ,,kühle Grund" (vgl. V1) könnte so auch für den stattgefundenen Ehebetrug stehen, deutet aber auch auf den Gefühlszustand des lyrischen Ichs hin, der sehr „kühl“ (vgl. V. 1) zu sein scheint. Ein weitere Metapher befinden sich in Strophe 3 (,,Meine Liebste ist verschwunden") wobei hier das Wort ,,verschwunden“ als Euphemismus für die Trennung verstanden werden kann. Das lyrische Ich spielt den vermeintlichen Betrug seiner Geliebten und den darauffolgenden Verlust dieser also vollkommen herunter. Die zweite Strophe thematisiert nun die Vergangenheit des Paares und geht auch erstmals auf den vermeintlichen Ring ein, dem das Gedicht seinen Namen verdankt. Die Verse ,,Sie hat mir Treu versprochen, gab mir ein'n Ring dabei“ (V. 4 u. 5.) beziehen sich auf die Anfänge und Vergangenheit des Paares. Die Frau, die also später Ehebruch begeht, verspricht ihrem Mann hier noch ihre Treue und schenkt ihm als Zeichen einen Ring. Die Anapher in den Versen 5 und 7 („Sie“) verstärken auch nochmal die Annahme, dass es sich hier um ein männliches lyrisches Ich handelt. Mit Vers 7 (,,sie hat die Treu gebrochen") wird auch die Annahme bestätigt, dass es sich hier wirklich um einen Ehebruch handelt. Aufgrund dessen „[sprang das] Ringlein [nun] entzwei" (vgl. V 8), was den Treuebruch nochmal ganz deutlich symbolisiert. Der Ring steht hier symbolisch für die Ehe, Liebe, die emotionale Bindung der beiden Personen und die Unendlichkeit. Mit dem Ausdruck ,,Ringlein“ (vgl. V. 8) liegt nun ein Diminutiv vor und der Ring verliert so an Bedeutung. Mit dem zerbrechen des Rings geht also auch die so unendlich geglaubte Liebe verloren und das lyrische Ich bleibt alleine zurück. Sein Leben nimmt also eine dramatische Wende. Die dritte Strophe bezieht sich auf die Wünsche und Träume des Lyrischen Ichs in für die Gegenwart und Zukunft. Mit dem Satz „Ich möchte als Spielmann reisen“ (V. 9) bringt das lyrische Ich seinen Traum nach einer ungebundenen und unabhängigen Zukunft zum Ausdruck. Ein Spielmann lässt sich hier mit einer Art Minnesänger aus dem Mittelalter vergleichen, passt also thematisch in die Epoche der Romantik. Beim Lesen wird nun auch deutlich, dass sich das lyrische Ich immer mehr in eine Traumwelt zurückzieht und in dieser weit in die Ferne reisen möchte, um den Schmerz und den Verlust der Geliebten zu vergessen. Er versucht also seine Trauer künstlerischer Form zu bewältigen. Mit den Anaphern in den Versen 11 und 12 („Und“) wird noch einmal die Regelmäßigkeit und Monotonie ausgedrückt, die Stimmung des lyrischen Ichs wendet sich durch die Gedanken an seine hoffentlich unbeschwerte Zukunft jedoch zum Guten, was auch formell dargestellt ist. Die starre Form, die noch in Strophe 1 und 2 vorhanden war, löst sich durch die Verwendung von Enjambements langsam auf. Auch wenn das lyrische Ich in den ersten Versen der Strophe mit Begeisterung von der kommenden Freiheit in seinem Leben spricht, kann er seine Geliebte nicht ganz loslassen. Dies beweist er in Vers 12 („gehen von Haus zu Haus"). Diese Formulierung lässt eventuell darauf schließen, dass er noch immer, wenn auch unterbewusst, auf der Suche nach seiner Geliebten ist. In der vierten Strophe nimmt die vorhandene Traumwelt nun immer weiter zu. Das lyrische Ich strebt nun nicht nur ein freies, künstlerisches Leben an, sondern sehnt sich nun auch nach dem Rittertum. Diesen Wunsch drückt er mit der Verwendung des Wortes „Reiter“ (vgl. V. 13) aus, welches man als Metapher für das Wort Ritter sehen kann. Auch hier stellt der Autor wieder einen Bezug zum Mittelalter her und der Leser ahnt, eine Vorausdeutung des kommenden Todeswunsches, da er für seine Freiheit kämpfen möchte, und die Todesgefahr so (gerne) in Kauf nimmt. Dieser Lebens- und Gefühlswandel steht jedoch im Gegensatz der gewünschten und romantisierten Einsamkeit, die durch die folgenden Verse vermittelt wird. Die Erwähnung der „blu'ge [n] Schlacht“ (vgl. V. 14) kann nun als Paradoxon gesehen werden und stellt einen Bezug zum eben bereits genannten Rittertum her. Auch hier stellt das lyrische Ich noch einmal seine großen Pläne für die Zukunft da und wie viel es erreichen möchte. So lässt sich auch der Wunsch herauslesen, trotz Schwierigkeiten, wie den harten Kampf, der auch mit der Scheidung in Verbindung gebracht werden könnte, leicht durch sein Leben gehen zu können. Das folgende Oxymoron in Vers 15 („stille Feuer“) dient dazu, in metaphorischer Weise zwei Gegensätze miteinander zu verbinden und deutet auf innere Zerrissenheit und starke irreale Vorstellungen des lyrischen Ichs. Der letzte Vers zeichnet sich durch einen besonders starken Bezug zur Natur aus, und sticht so ein klein wenig aus den anderen Versen heraus. Das „Feld“, welches in Strophe 16 erwähnt wird, wird hier sehr gefühlsüberschwänglich dargestellt und deutet hier auf den Wunsch der völligen Vereinigung mit der Natur, die so auch als Rückzugsort zum Nachdenken fungiert. Der nun vorliegende Pleonasmus, „die dunkle Nacht“ (vgl. V. 16), stellt für das lyrische Ich eine Möglichkeit dar, die sonst herrschenden Umrisse verschwinden zu lassen, und völlig mit der Natur zu verschmelzen. Die fünfte Strophe des Gedichtes wirkt geradeso, als wäre das lyrische Ich wieder aus seiner Traumwelt erwacht und hat seine Zukunftsvorstellungen über das freie und ritterliche Leben verworfen. Die Erwähnung des „Mühlrades“ (vgl. 17) bestätigt also die gerade genannte Vermutung und erinnert das lyrische Ich wieder an seine Vergangenheit, was auch noch einmal durch die Verwendung einer Inversion gestützt wird. Gleichzeit kehrt also auch die scheinbar nie enden wollende Trauer zurück. Auch die folgende Anaphern („Ich“) in den Versen 18 und 19 betont die Ausweglosigkeit der Situation und verdeutlicht die Verzweiflung des lyrischen Ichs. Zudem spiegelt diese Formulierung eine gewisse Sehnsucht nach dem unbedingten Willen, grenzen sprengen zu können und so das Unmögliche möglich zu machen. Diese Aussichts- und Ratlosigkeit über die Situation bringt das lyrische Ich anschließend wohl dazu, über Suizid nachzudenken. Mit dem Satz ,,Ich möcht am liebsten sterben" (V. 19) bringt er das zum Ausdruck. Da in diesem Satz jedoch, anders als im Rest des Gedichtes, das Konjunktiv || (Möglichkeitsform) kommen Zweifel an der ernsthaften Umsetzung dieses Vorhabens auf. Wie also in der Einleitung bereits erwähnt, versucht das lyrische Ich in diesem Gedicht seiner Trauer aufgrund des Betruges durch seine Geliebte zunächst durch die Flucht in eine mittelalterliche Traumwelt zu entfliehen, wird schließlich aber doch von der Realität eingeholt und wünscht sich schlussendlich zu sterben.