Aufbau einer Gedichtsinterpretation
Jede gute Gedichtsinterpretation beginnt mit einem klaren Einleitungssatz. Hier nennst du den Titel des Gedichts, den Autor, das Veröffentlichungsjahr und das Hauptthema. Beispiel: „Das Gedicht ‚Prometheus', geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe und veröffentlicht im Jahr 1774, thematisiert Prometheus' Abneigung gegenüber Göttern."
Nach der Einleitung formulierst du eine Deutungshypothese - deine erste Einschätzung zum Gedicht. Du kannst Formulierungen verwenden wie: „Nach meinem ersten Textverständnis zeigt das Gedicht, dass..." oder „...betont das Gedicht..."
Anschließend analysierst du die äußere Form des Gedichts. Dazu gehören die Strophen- und Verseinteilung (regelmäßig oder unregelmäßig), das Reimschema (Kreuzreim, Paarreim, etc.), das Versmaß (Jambus, Trochäus, etc.) und die Kadenzen (männlich oder weiblich).
💡 Praxistipp: Markiere beim Versmaß die betonten und unbetonten Silben, um das Metrum leichter zu erkennen. Das hilft dir, den Rhythmus des Gedichts zu verstehen!
Im Analyse-Teil verbindest du Inhalt und Interpretation. Beachte Satzzeichen, Tempuswechsel und epochentypische Motive. Nutze präzise Formulierungen wie: „veranschaulichen", „betonen", „verdeutlichen" oder „kontrastieren".
Der Schluss-Teil greift deine Deutungshypothese wieder auf und ordnet das Gedicht einer Epoche zu. Nenne typische Merkmale der Epoche wie bei der Romantik 1795−1830:Sehnsucht,Natur oder dem Sturm und Drang 1765−1785:Freiheit,Leidenschaft,Gefu¨hle.