Expressionismus - Revolution gegen das Schöne
Stell dir vor, Kunst sollte plötzlich nicht mehr schön sein, sondern bewusst schockieren und verstören. Genau das passierte im Expressionismus - einer Bewegung, die alles auf den Kopf stellte, was man bis dahin über Kunst und Literatur dachte.
Die Expressionisten entwickelten eine "Ästhetik des Hässlichen", bei der abstoßende und brutale Themen im Mittelpunkt standen. Sie wollten die Realität ungefiltert zeigen, ohne sie zu beschönigen. Oft flossen autobiografische Bezüge in ihre Werke ein - so arbeitete Gottfried Benn als Pathologe und brachte seine Erfahrungen mit Tod und Verwesung direkt in seine Gedichte.
Das Revolutionäre war der komplette Bruch mit Konventionen: Keine traditionelle Lyrik mehr, keine geregelten Formen, keine Verschönerung der Werte. Stattdessen offene, teilweise vulgäre Bilder, die den Leser aus seiner Komfortzone rissen.
Merkhilfe: Expressionismus = Expression (Ausdruck) der hässlichen Realität ohne Filter
Ein perfektes Beispiel ist Benns 1912 entstandenes Gedicht "Kleine Aster", das diese schockierende neue Ästhetik verkörpert und zeigt, wie radikal die Expressionisten mit der Tradition brachen.