Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte "Die Kirschen" aus dem Jahr 1946 zeigt... Mehr anzeigen
Detaillierte Analyse zur Kurzgeschichte „Die Kirschen“ von Wolfgang Borchert






Die Handlung: Ein Missverständnis entsteht
Die Geschichte beginnt mit einem fieberkranken Jungen, der durch Glasklirren aufgeweckt wird. Er findet seinen Vater auf dem Boden sitzend vor und sieht dessen blutige Hände.
Wegen des Fiebers interpretiert der Junge die Situation völlig falsch: Er denkt, die roten Flecken an den Händen seines Vaters seien Kirschsaft und dass dieser seine heilenden Kirschen gegessen hat. Dabei denkt er nur an sich selbst und seine verlorenen Kirschen.
Wichtig: Das Fieber macht den Jungen benebelt - er schwankt und kann die Situation nicht richtig einschätzen. Deshalb fragt er sich auch nicht, warum sein Vater überhaupt auf dem Boden sitzt.

Der fürsorgliche Vater
Der Vater verhält sich ganz anders als sein Sohn. Obwohl er offensichtlich Schmerzen hat und Hilfe braucht, denkt er nur an das Wohl seines kranken Sohnes. Er will ihn sofort zurück ins Bett schicken.
Gleichzeitig macht er sich Sorgen um die zerbrochene Tasse seiner Frau und dass sie böse sein wird. Durch einen Sturz ist die Tasse kaputtgegangen und hat ihm eine blutende Wunde zugefügt.
Merke dir: Der Vater überspielt seine eigenen Schmerzen ("Es geht gleich wieder") und versucht zu lächeln, obwohl er leidet. Er ist das Gegenteil seines egoistischen Sohnes.
Auch seine Frau zeigt Fürsorge - sie hat extra Kirschen vor dem Fenster zum Abkühlen hingestellt, damit das Fieber des Sohnes gelindert wird.

Die Auflösung: Scham und Erkenntnis
Am Ende bringt der Vater die abgekühlten Kirschen zu seinem Sohn und erklärt noch einmal, dass das Blut an seiner Hand von der zerbrochenen Tasse stammt - nicht von den Kirschen.
Der Sohn erkennt endlich seinen Fehler und versteckt sich "mit dem Kopf tief unter die Decke" vor Scham. Er hat seinem liebevollen Vater völlig zu Unrecht Vorwürfe gemacht.
Offenes Ende: Die Geschichte endet hier - wir erfahren nicht, wie es weitergeht oder ob sich Vater und Sohn aussprechen.
Die Kirschen funktionieren als Symbol für Missverständnisse und vorschnelle Urteile. Borchert führt auch uns Leser bewusst in die Irre, damit wir die gleiche falsche Einschätzung treffen wie der kranke Junge.

Erzähltechnik und Bedeutung heute
Borchert nutzt einen auktorialen Erzähler, der uns die Gedanken beider Charaktere zeigen kann. Erst konzentriert sich die Perspektive auf den Jungen, dann wechselt sie zum Vater - so verstehen wir das Missverständnis vollständig.
Die Anapher "Die Kirschen" zieht sich durch den ganzen Text und verstärkt die Obsession des kranken Jungen mit diesem einen Gedanken.
Zeitlose Botschaft: Die Geschichte ist heute genauso aktuell wie 1946. Jeder von uns hat schon mal jemanden vorschnell verurteilt, ohne alle Fakten zu kennen.
Borcherts Botschaft ist klar: Halte inne, bevor du urteilst. Der Schein kann trügen, und oft steckt hinter dem ersten Eindruck eine ganz andere Wahrheit. Besonders in emotionalen Situationen sollten wir einen klaren Kopf bewahren.

Wir dachten schon, du fragst nie...
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Detaillierte Analyse zur Kurzgeschichte „Die Kirschen“ von Wolfgang Borchert
Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte "Die Kirschen" aus dem Jahr 1946 zeigt uns, wie schnell wir falsche Schlüsse ziehen können. Ein kranker Junge denkt, sein Vater hat seine Kirschen gegessen - doch die Wahrheit ist ganz anders.

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Am Ende bringt der Vater die abgekühlten Kirschen zu seinem Sohn und erklärt noch einmal, dass das Blut an seiner Hand von der zerbrochenen Tasse stammt - nicht von den Kirschen.
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