Expressionismus & Weimarer Republik (1910-1933)
Der Expressionismus (1910-1925) schrie seine Verzweiflung über den Ersten Weltkrieg heraus. Die Autoren verwendeten extreme Metaphern und Farbsymbolik, um Tod, Verfall und Entfremdung darzustellen. Franz Kafka zeigte in "Die Verwandlung", wie Menschen zu Ungeziefer werden können.
Georg Heym und Gottfried Benn schrieben düstere Gedichte über den Vater-Sohn-Konflikt und die anonyme Großstadt. Der Mensch stand im Mittelpunkt - aber als leidendes, zerbrochenes Wesen.
Die Weimarer Republik (1918-1933) brachte mit der Neuen Sachlichkeit eine nüchterne Gegenbewegung. Erich Maria Remarque schilderte in "Im Westen nichts Neues" den Krieg ohne Pathos - einfach und verständlich für jeden.
Bertolt Brecht entwickelte das epische Theater, das die Zuschauer zum Nachdenken anregen sollte. Seine Stücke wie "Das Leben des Galilei" zeigten gesellschaftliche Widersprüche auf. Alfred Döblin experimentierte mit "Berlin Alexanderplatz" mit neuen Erzähltechniken.
Die NS-Zeit (1933-1945) spaltete die Literatur: NS-Propaganda, Exilliteratur und innere Emigration entstanden parallel. Viele Autoren flohen ins Ausland oder zogen sich auf unpolitische Themen zurück.
Wendepunkt: Der Erste Weltkrieg veränderte nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Art zu schreiben grundlegend!