Grundlagen der Nachkriegsliteratur
Nach 1945 musste Deutschland nicht nur seine Städte, sondern auch seine Literatur neu aufbauen. Die Nachkriegsliteratur entstand direkt unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus. Viele Autoren waren selbst ehemalige Soldaten, die ihre Kriegserfahrungen verarbeiteten.
Die Epoche dauerte bis etwa 1960, als sich die Gruppe 47 auflöste - ein wichtiger Zusammenschluss westdeutscher Schriftsteller. Deutschland war in vier Besatzungszonen geteilt, und 1949 entstanden BRD und DDR, was auch die Literatur in Ost und West spaltete.
Zentrale Themen waren die Schuldfrage am Krieg, Einzelschicksale der Menschen, sowie der Umgang zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Die Autoren wollten ehrlich über ihre Erfahrungen schreiben, ohne die Realität zu beschönigen.
Wichtig: Die Sprache sollte sich bewusst von der nationalsozialistischen Ideologie abgrenzen und war daher betont einfach und ungeschmückt.
Die charakteristischen Merkmale umfassen eine sachliche, neutrale Sprache mit wenigen Stilmitteln außer Wiederholungen. Die Autoren brachen bewusst mit alten Dichtungstraditionen und orientierten sich an amerikanischen Kurzgeschichten.