Aufbau und Form des Gedichts
Eichendorffs "Sehnsucht" hat eine super regelmäßige Struktur: drei Strophen mit je acht Versen und durchgängige Kreuzreime (abab). Diese gleichförmige Struktur spiegelt perfekt das monotone Leben des lyrischen Ichs wider – alles wiederholt sich immer wieder.
Das Metrum ist durchweg Anapäst, was dem Gedicht einen fließenden Rhythmus gibt. Die abwechselnden männlichen und weiblichen Kadenzen sorgen für Bewegung im Text. Diese formale Regelmäßigkeit verstärkt das Gefühl der Gefangenschaft im Alltag.
In der ersten Strophe steht das lyrische Ich einsam am Fenster und blickt zu den Sternen. Die Hyperbel "Es schienen so golden die Sterne" zeigt, wie sehr es die Ferne glorifiziert – Gold symbolisiert das Wertvolle und Unerreichbare. Das Posthorn unterbricht plötzlich die Stille und weckt die Sehnsucht.
Merke: Die Metapher "Das Herz mir im Leib entbrannte" zeigt sowohl Schmerz als auch Leidenschaft – das lyrische Ich brennt vor Sehnsucht, kann aber nur beobachten.



