Gedichtaufbau und erste Strophe
Eichendorffs "Sehnsucht" besteht aus drei Strophen mit je acht Versen im Kreuzreim - eine typische Form der Romantik. Schon der Titel verrät das Hauptthema: die tiefe Sehnsucht nach etwas Unerreichbarem.
Die erste Strophe stellt uns das lyrische Ich vor, das einsam am Fenster steht und in den goldenen Sternenhimmel blickt. Diese Fensterszene ist symbolisch wichtig: Das lyrische Ich ist räumlich von der Außenwelt getrennt und kann nur passiv beobachten.
Das Posthorn aus der Ferne bildet einen starken Kontrast zur Stille der Nacht. Dieser Klang verstärkt die Sehnsucht noch mehr, weil er Bewegung und Aufbruch symbolisiert - genau das, was dem lyrischen Ich fehlt. Die Interjektion "Ach" zeigt, wie verzweifelt diese Sehnsucht ist.
Merke dir: Die räumliche Trennung zwischen Innen (Gefangenschaft) und Außen (Freiheit) ist ein zentrales Symbol des Gedichts.



