Radbruch'sche Formel und Rechtspositivismus
Gustav Radbruchs berühmte Formel löst das Dilemma zwischen Rechtssicherheit und Gerechtigkeit ziemlich clever. Seine drei Stufen sind easy zu verstehen: Erstens definiert er Recht als "Wille zur Gerechtigkeit". Zweitens hat ungerechtes Recht normalerweise trotzdem Vorrang - Rechtssicherheit geht vor. Drittens gibt's eine Grenze: extrem ungerechte Gesetze müssen nicht befolgt werden.
Das Juristen-Dilemma ist aber real: Richter müssen nach ihrem Gewissen entscheiden, wann ein Gesetz "unerträglich" ist. Das ist ziemlich subjektiv und nicht klar definiert. Radbruch glaubte aber an einen Kern von Menschenrechten, der so offensichtlich ist, dass nur "gewollte Skepsis" daran zweifeln könnte.
Rechtspositivismus setzt dagegen komplett auf Rechtssicherheit. Hans Kelsen war hier der große Name - seine "Reine Rechtslehre" trennt Recht strikt von Moral. Gesetze sollen befolgt werden, egal ob sie "richtig" oder "falsch" sind. Moral und subjektive Rechtsgefühle sind irrelevant.
Wichtig: Kelsens fünf Grundsätze umfassen die Neutralitäts-, Subjektivismus-, Befolgungs-, Gesetzes- und Subsumtionsthese. Moderne Rechtspositivisten haben aber die extremsten Thesen (besonders die Befolgungsthese) aufgegeben.



