Was sind Sekten und wie funktionieren sie?
Sekten sind religiöse Gruppen, die sich von etablierten Religionen abgesondert haben und eine eigene Kultur entwickeln. Der Begriff kommt vom lateinischen "seda" (folgen) und wird seit dem 3. Jahrhundert verwendet. Heute gibt es in Deutschland über 100 Sekten mit etwa 40 Gemeinschaften, die mehr als 1.000 Mitglieder haben.
Das Vorgehen von Sekten folgt einem typischen Muster: Zuerst sprechen sie potenzielle Mitglieder sehr freundlich an und zeigen übermäßige Wertschätzung. Dann überreden sie die Person zum Beitritt und isolieren sie schließlich von der Außenwelt.
Typische Merkmale einer Sekte sind strikte Verhaltensregeln, Kleidungs- und Ernährungsvorschriften sowie eine unantastbare Führung. Mitglieder haben kaum noch Freizeit und werden ständig überwacht. Zweifel werden als mangelnder Glaube gedeutet.
Achtung: Die drei bekanntesten Sekten in Deutschland sind die Neuapostolische Kirche (445.000 Mitglieder), Zeugen Jehovas (192.000) und Mormonen (36.000).
Menschen treten Sekten bei, wenn sie unzufrieden mit ihrem Leben sind, nach einfachen Regeln suchen oder sich in einer Krise befinden. Besonders Einsamkeit, berufliche Misserfolge und Liebeskummer machen Menschen anfällig für Sekten.



