Landschaftsgeschichte vor der Haustür
Das Elbsandsteingebirge ist ein Lehrbuch der Erdgeschichte! Vor 180 Millionen Jahren lag hier ein Kreidemeer, in das Flüsse Sand transportierten. Schicht für Schicht entstand eine 600m dicke Sandsteintafel - wie ein geologisches Lasagne-Rezept.
Als das Erzgebirge sich hob, wurde die Sandsteinplatte unter Druck gesetzt. Das Lausitzer Granitmassiv schob sich von Nordosten darüber - die Lausitzer Überschiebung. Gleichzeitig entstanden vertikale Klüfte im Sandstein.
Wind und Wetter griffen diese Schwachstellen an und schufen die bizarren Sandsteinquader. Die Elbe und ihre Nebenflüsse schnitten sich tief in die zerklüftete Landschaft. In den Eiszeiten beschleunigte Frost die Zerstörung noch mehr.
Das Erzgebirge selbst entstand durch zwei Gebirgsbildungen: Erst die variszische Faltung im Karbon, dann die Bruchschollentektonik im Tertiär. Die typische Pultschollenform mit sanftem Nordanstieg und steilem Südabfall siehst du noch heute.
Beide Gebirge zeigen unterschiedliche Gesteine: Das Erzgebirge besteht aus Gneis und Granit, während das Elbsandsteingebirge aus Sedimentgesteinen der Kreidezeit aufgebaut ist.
Faszinierender Fakt: Die Sandsteinquader der Sächsischen Schweiz entstanden durch perfekt senkrechte Risse - die Natur als Baumeister!