Der Wiener Kongress und die Neuordnung Europas 1815
Nach Napoleons Niederlage treffen sich die Siegermächte in Wien, um Europa neu zu ordnen. Fürst Metternich aus Österreich leitet die Verhandlungen und verfolgt dabei ein klares Ziel: Die revolutionären Ideen von Freiheit und Gleichheit sollen wieder verschwinden.
Die drei Grundprinzipien des Kongresses sind Restauration (Wiederherstellung der alten Ordnung), Legitimität (nur Gottes Gnaden rechtfertigt Herrschaft) und Solidarität (Zusammenarbeit der Fürsten gegen revolutionäre Bewegungen). Zur Sicherung ihrer Macht gründen Preußen, Österreich und Russland die Heilige Allianz.
Das Ergebnis enttäuscht das deutsche Bürgertum zutiefst: Der Deutsche Bund ist nur ein lockerer Zusammenschluss von 39 souveränen Fürsten - weder Nationalstaat noch Verfassung. Gleichzeitig entwickeln sich die prägenden Ideen des 19. Jahrhunderts: Liberalismus fordert persönliche Freiheit und politische Teilhabe, während der Nationalismus eine gemeinsame deutsche Nation auf Basis von Sprache und Kultur anstrebt.
Merke: Der Wiener Kongress schuf bewusst das Gegenteil dessen, was das Bürgertum wollte - keine Einheit, keine Verfassung, keine Mitsprache.






