Der Erste Weltkrieg war ein Wendepunkt der Geschichte, der ganz...
Geschichte Lernhilfe - Der Erste Weltkrieg für Klasse 9











Der Weg in den Ersten Weltkrieg
Stell dir vor, der Balkan war wie ein Pulverfass - und Europa hat einfach immer mehr Sprengstoff dazugelegt. Die verschiedenen Völker dort wollten ihre Unabhängigkeit, aber die europäischen Großmächte mischten sich ständig ein, weil jeder seinen Einfluss vergrößern wollte.
Der Erste Balkankrieg (1912) brachte Österreich mehr Macht, während Serbien, Bulgarien und Griechenland gemeinsam das Osmanische Reich besiegten. Doch der Frieden hielt nicht lange - schon 1913 kämpften im Zweiten Balkankrieg die ehemaligen Verbündeten gegeneinander um die Beute.
Das Osmanische Reich stand vor dem Zusammenbruch, Russland und Österreich wollten beide den Balkan kontrollieren. Diese Spannungen explodierten schließlich im Juli 1914 - der Erste Weltkrieg war nicht mehr aufzuhalten.
Merksatz: Die Balkankriege waren wie der Zünder einer Bombe - das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand war nur der Funke, der alles in Gang setzte.

War der Erste Weltkrieg vermeidbar?
Diese Frage beschäftigt Historiker bis heute - und du kannst beide Seiten gut argumentieren! Eigentlich hätte jede Großmacht den Krieg stoppen können, aber alle wollten Vorteile daraus ziehen. Kaiser Wilhelm II. war sogar optimistisch: "Wenn die Blätter fallen, ist der Krieg vorbei."
Ja, er war vermeidbar: Hätten sich die Großmächte nicht in die Balkankriege eingemischt, wäre es wahrscheinlich nie zum Attentat in Sarajewo gekommen. Eine einzige Großmacht hätte "Stopp" sagen können.
Nein, er war unvermeidbar: Die Bündnisverträge zwangen die Länder praktisch zum Krieg. Außerdem wollten alle Großmächte Vorteile und die Grundstimmung war durch die Balkankriege schon so aufgeheizt, dass ein Konflikt fast sicher war.
Denkanstoß: Überlege selbst - was wäre passiert, wenn Deutschland Österreich nicht unterstützt hätte?

Bündnisse und das Attentat von Sarajewo
Europa war 1914 in zwei Militärbündnisse gespalten: Die Mittelmächte standen der Entente (Frankreich, Russland, Großbritannien) gegenüber. Diese Bündnisse verwandelten einen regionalen Konflikt in einen Weltkrieg.
Das berühmteste Attentat der Geschichte fand am 28. Juni 1914 in Sarajewo statt. Der serbische Nationalist Gavrilo Princip erschoss Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau. Dieser Mord war der direkte Auslöser für den Krieg.
Österreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg - und durch die Bündnissysteme zogen alle anderen Großmächte nach. Aus einem Attentat wurde ein Weltkrieg, weil niemand bereit war, seine Verbündeten im Stich zu lassen.
Wichtig: Das Attentat war nur der Funke - das eigentliche Problem waren die starren Bündnisse, die keinen Rückzieher mehr zuließen.

Erwartungen und Realität des Krieges
Die deutschen Soldaten zogen 1914 begeistert in den Krieg mit Sprüchen wie "Jeder Stoß, ein Franzos" und "Zu Weihnachten sind wir wieder da". Sie dachten, sie würden "zum Frühstück nach Paris" marschieren - eine komplette Selbstüberschätzung!
Der Schlieffen-Plan sollte Frankreich schnell besiegen, indem deutsche Truppen durch das neutrale Belgien marschierten und Frankreich von zwei Seiten angriffen. Der Plan scheiterte kläglich und führte stattdessen zum Stellungskrieg.
Im Stellungskrieg lagen sich die Feinde monatelang in Schützengräben gegenüber, getrennt durch das Niemandsland . Die Materialschlachten verheizte Menschen wie Kohle - nach dem Motto "viel hilft viel" wurden unaufhörlich Granaten abgefeuert.
Realitätscheck: Aus dem erwarteten kurzen, glorreichenKrieg wurde ein vierjähriges Massenschlachten mit Millionen von Toten.

Die wichtigsten Ereignisse des Ersten Weltkriegs
Der Krieg eskalierte in Windeseile: Vom Attentat am 28. Juni 1914 bis zur ersten Kriegserklärung am 28. Juli dauerte es nur einen Monat. Bis August 1914 waren durch die Bündnisse fast alle europäischen Großmächte im Krieg.
Der Schlieffen-Plan scheiterte bereits im August 1914, und der Krieg erstarrte zum Stellungskrieg. Die Schlacht um Verdun (1916) wurde zum Symbol für die sinnlose Brutalität - über 700.000 Soldaten starben für ein paar Kilometer Land.
Ab 1917 wendete sich das Blatt: Deutschland begann den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, was die USA in den Krieg zog. Gleichzeitig führten Hungersnot und Kriegsmüdigkeit in Deutschland zu Streiks und Demonstrationen. Am 11. November 1918 war alles vorbei - Deutschland unterschrieb den Waffenstillstand.
Zeitstrahl-Tipp: Präge dir die drei Wendepunkte ein: Scheitern des Schlieffen-Plans (1914), Verdun (1916) und US-Kriegseintritt (1917).

Verdun - Die Hölle des Ersten Weltkriegs
Verdun war der Höhepunkt der Materialschlacht - ein Kampf, bei dem Menschen wie Munition verschossen wurden. 21. Februar bis Dezember 1916 kämpften Deutsche und Franzosen um eine strategisch wichtige Festung.
Die Zahlen sind erschreckend: Über 700.000 Opfer (305.000 Tote, 400.000 Verwundete) für praktisch keinen Geländegewinn. Das Schlachtfeld war ein durchgepflügtes Ödland voller wassergefüllter Granattrichter - das berüchtigte Niemandsland.
Die Kriegsschuldfrage belastete Deutschland schwer: Im Versailler Vertrag wurde Deutschland die Alleinschuld zugeschrieben, obwohl alle Großmächte kriegsbereit waren. Dieser Diktatfrieden wurde von oben aufgezwungen und schürte in Deutschland Rachegefühle.
Verdun heute: Das ehemalige Schlachtfeld ist ein symbolischer Friedhof - ein Mahnmal gegen den Krieg.

Leben zwischen Front und Heimat
Selbst im grausamen Krieg blieb Menschlichkeit: Am Weihnachtsfrieden 1914 legten britische und deutsche Soldaten freiwillig die Waffen nieder, feierten gemeinsam und spielten sogar Fußball. Am nächsten Tag ging das Töten weiter - die Pressemusste davon schweigen.
Das Alltagsleben in Deutschland war geprägt von Hunger und Verzweiflung. Während die Männer an der Front kämpften, mussten Frauen schwere Arbeit in Rüstungsbetrieben übernehmen und stundenlang für Brot anstehen. Fast 700.000 Deutsche starben an Unterernährung.
Dieser totale Krieg erfasste alle Lebensbereiche - Kinder sammelten Obstkerne und Kaninchenfelle als Rohstoff-Ersatz. Ab 1916/17 führten die unerträglichen Zustände zu Massenprotesten nicht nur für Frieden und Brot, sondern gegen die ganze politische Ordnung.
Totaler Krieg bedeutet: Alle gesellschaftlichen Ressourcen werden für den Krieg mobilisiert - die Unterscheidung zwischen Front und Heimat verschwindet.

Der Krieg im Bild - Realität hinter der Front
Das schwarz-weiße Foto von 1917 zeigt Frauen bei der Essensausgabe - ein typisches Bild des Kriegsalltags. Während an der Front gekämpft wurde, kämpfte die Heimat gegen Hunger und Not.
Durch die britische Seeblockade fehlten in Deutschland alle wichtigen Güter: Seife, Leder, vor allem aber Lebensmittel. Die Frauen, die ihre Männer, Söhne oder Brüder verloren hatten, mussten nun allein die Familie durchbringen.
Solche Suppenküchen und rationierte Essensausgaben hielten die Menschen gerade so am Leben. Das Foto zeigt die "unsichtbare" Seite des Krieges - nicht den Kampf, sondern das stille Leiden der Zivilbevölkerung.
Bildinterpretation: Dieses Foto beweist, dass der Erste Weltkrieg der erste "totale Krieg" war - er traf nicht nur Soldaten, sondern die gesamte Gesellschaft.

Nach dem Krieg - Warum scheiterte die Demokratie?
Der Erste Weltkrieg hinterließ ein zerrüttetes Europa, in dem demokratische Systeme oft scheiterten. Der Faschismus bot einfache Lösungen für komplexe Probleme.
Warum entstanden Diktaturen? Die Menschen sehnten sich nach Ruhe und Ordnung, hatten Angst vor sozialistischen Revolutionen und wünschten sich wirtschaftliche Sicherheit. Alte Eliten (Adlige, Großgrundbesitzer) wollten ihre Macht nicht an demokratische Parteien abgeben.
Populistische Parteien wie Mussolinis "Schwarzhemden" versprachen schnelle Lösungen und spielten mit den Ängsten der Menschen. Der Populismus redet dem Volk nach dem Mund, anstatt sachlich zu argumentieren - er will die Massen für sich gewinnen.
Faschismus-Merkmale: Führerprinzip, Kontrolle aller Lebensbereiche (Arbeit, Familie, Politik) und Unterordnung des Einzelnen unter das "Staatsziel".

Europas politische Neuordnung nach 1918
Die Karte zeigt das dramatische Ergebnis: 1918-1939 war Europa zwischen parlamentarischen Demokratien, autoritären Regimen und faschistischen Diktaturen aufgeteilt. Nur wenige Länder blieben demokratisch.
Demokratien gab es hauptsächlich in Westeuropa: Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, Niederlande, Belgien und die Schweiz. Autoritäre Regime entstanden vor allem in Osteuropa: Polen, die Sowjetunion, die baltischen Staaten und Südosteuropa.
Faschistische Diktaturen etablierten sich in Deutschland und Italien. Der Entwicklungstrend war eindeutig: Je weiter östlich, desto autoritärer wurden die Systeme. Die Menschen dort wollten Sicherheit durch Vorbestimmung - auch wenn das Freiheit kostete.
Europa-Analyse: Der Erste Weltkrieg zerstörte nicht nur Länder, sondern auch das Vertrauen in die Demokratie - mit fatalen Folgen für den Zweiten Weltkrieg.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Der Erste Weltkrieg war ein Wendepunkt der Geschichte, der ganz Europa veränderte. Von den Balkankriegen bis zum Versailler Vertrag - hier erfährst du, wie aus regionalen Konflikten ein Weltkrieg entstand und warum danach in vielen Ländern die Demokratie scheiterte.

Der Weg in den Ersten Weltkrieg
Stell dir vor, der Balkan war wie ein Pulverfass - und Europa hat einfach immer mehr Sprengstoff dazugelegt. Die verschiedenen Völker dort wollten ihre Unabhängigkeit, aber die europäischen Großmächte mischten sich ständig ein, weil jeder seinen Einfluss vergrößern wollte.
Der Erste Balkankrieg (1912) brachte Österreich mehr Macht, während Serbien, Bulgarien und Griechenland gemeinsam das Osmanische Reich besiegten. Doch der Frieden hielt nicht lange - schon 1913 kämpften im Zweiten Balkankrieg die ehemaligen Verbündeten gegeneinander um die Beute.
Das Osmanische Reich stand vor dem Zusammenbruch, Russland und Österreich wollten beide den Balkan kontrollieren. Diese Spannungen explodierten schließlich im Juli 1914 - der Erste Weltkrieg war nicht mehr aufzuhalten.
Merksatz: Die Balkankriege waren wie der Zünder einer Bombe - das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand war nur der Funke, der alles in Gang setzte.

War der Erste Weltkrieg vermeidbar?
Diese Frage beschäftigt Historiker bis heute - und du kannst beide Seiten gut argumentieren! Eigentlich hätte jede Großmacht den Krieg stoppen können, aber alle wollten Vorteile daraus ziehen. Kaiser Wilhelm II. war sogar optimistisch: "Wenn die Blätter fallen, ist der Krieg vorbei."
Ja, er war vermeidbar: Hätten sich die Großmächte nicht in die Balkankriege eingemischt, wäre es wahrscheinlich nie zum Attentat in Sarajewo gekommen. Eine einzige Großmacht hätte "Stopp" sagen können.
Nein, er war unvermeidbar: Die Bündnisverträge zwangen die Länder praktisch zum Krieg. Außerdem wollten alle Großmächte Vorteile und die Grundstimmung war durch die Balkankriege schon so aufgeheizt, dass ein Konflikt fast sicher war.
Denkanstoß: Überlege selbst - was wäre passiert, wenn Deutschland Österreich nicht unterstützt hätte?

Bündnisse und das Attentat von Sarajewo
Europa war 1914 in zwei Militärbündnisse gespalten: Die Mittelmächte standen der Entente (Frankreich, Russland, Großbritannien) gegenüber. Diese Bündnisse verwandelten einen regionalen Konflikt in einen Weltkrieg.
Das berühmteste Attentat der Geschichte fand am 28. Juni 1914 in Sarajewo statt. Der serbische Nationalist Gavrilo Princip erschoss Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau. Dieser Mord war der direkte Auslöser für den Krieg.
Österreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg - und durch die Bündnissysteme zogen alle anderen Großmächte nach. Aus einem Attentat wurde ein Weltkrieg, weil niemand bereit war, seine Verbündeten im Stich zu lassen.
Wichtig: Das Attentat war nur der Funke - das eigentliche Problem waren die starren Bündnisse, die keinen Rückzieher mehr zuließen.

Erwartungen und Realität des Krieges
Die deutschen Soldaten zogen 1914 begeistert in den Krieg mit Sprüchen wie "Jeder Stoß, ein Franzos" und "Zu Weihnachten sind wir wieder da". Sie dachten, sie würden "zum Frühstück nach Paris" marschieren - eine komplette Selbstüberschätzung!
Der Schlieffen-Plan sollte Frankreich schnell besiegen, indem deutsche Truppen durch das neutrale Belgien marschierten und Frankreich von zwei Seiten angriffen. Der Plan scheiterte kläglich und führte stattdessen zum Stellungskrieg.
Im Stellungskrieg lagen sich die Feinde monatelang in Schützengräben gegenüber, getrennt durch das Niemandsland . Die Materialschlachten verheizte Menschen wie Kohle - nach dem Motto "viel hilft viel" wurden unaufhörlich Granaten abgefeuert.
Realitätscheck: Aus dem erwarteten kurzen, glorreichenKrieg wurde ein vierjähriges Massenschlachten mit Millionen von Toten.

Die wichtigsten Ereignisse des Ersten Weltkriegs
Der Krieg eskalierte in Windeseile: Vom Attentat am 28. Juni 1914 bis zur ersten Kriegserklärung am 28. Juli dauerte es nur einen Monat. Bis August 1914 waren durch die Bündnisse fast alle europäischen Großmächte im Krieg.
Der Schlieffen-Plan scheiterte bereits im August 1914, und der Krieg erstarrte zum Stellungskrieg. Die Schlacht um Verdun (1916) wurde zum Symbol für die sinnlose Brutalität - über 700.000 Soldaten starben für ein paar Kilometer Land.
Ab 1917 wendete sich das Blatt: Deutschland begann den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, was die USA in den Krieg zog. Gleichzeitig führten Hungersnot und Kriegsmüdigkeit in Deutschland zu Streiks und Demonstrationen. Am 11. November 1918 war alles vorbei - Deutschland unterschrieb den Waffenstillstand.
Zeitstrahl-Tipp: Präge dir die drei Wendepunkte ein: Scheitern des Schlieffen-Plans (1914), Verdun (1916) und US-Kriegseintritt (1917).

Verdun - Die Hölle des Ersten Weltkriegs
Verdun war der Höhepunkt der Materialschlacht - ein Kampf, bei dem Menschen wie Munition verschossen wurden. 21. Februar bis Dezember 1916 kämpften Deutsche und Franzosen um eine strategisch wichtige Festung.
Die Zahlen sind erschreckend: Über 700.000 Opfer (305.000 Tote, 400.000 Verwundete) für praktisch keinen Geländegewinn. Das Schlachtfeld war ein durchgepflügtes Ödland voller wassergefüllter Granattrichter - das berüchtigte Niemandsland.
Die Kriegsschuldfrage belastete Deutschland schwer: Im Versailler Vertrag wurde Deutschland die Alleinschuld zugeschrieben, obwohl alle Großmächte kriegsbereit waren. Dieser Diktatfrieden wurde von oben aufgezwungen und schürte in Deutschland Rachegefühle.
Verdun heute: Das ehemalige Schlachtfeld ist ein symbolischer Friedhof - ein Mahnmal gegen den Krieg.

Leben zwischen Front und Heimat
Selbst im grausamen Krieg blieb Menschlichkeit: Am Weihnachtsfrieden 1914 legten britische und deutsche Soldaten freiwillig die Waffen nieder, feierten gemeinsam und spielten sogar Fußball. Am nächsten Tag ging das Töten weiter - die Pressemusste davon schweigen.
Das Alltagsleben in Deutschland war geprägt von Hunger und Verzweiflung. Während die Männer an der Front kämpften, mussten Frauen schwere Arbeit in Rüstungsbetrieben übernehmen und stundenlang für Brot anstehen. Fast 700.000 Deutsche starben an Unterernährung.
Dieser totale Krieg erfasste alle Lebensbereiche - Kinder sammelten Obstkerne und Kaninchenfelle als Rohstoff-Ersatz. Ab 1916/17 führten die unerträglichen Zustände zu Massenprotesten nicht nur für Frieden und Brot, sondern gegen die ganze politische Ordnung.
Totaler Krieg bedeutet: Alle gesellschaftlichen Ressourcen werden für den Krieg mobilisiert - die Unterscheidung zwischen Front und Heimat verschwindet.

Der Krieg im Bild - Realität hinter der Front
Das schwarz-weiße Foto von 1917 zeigt Frauen bei der Essensausgabe - ein typisches Bild des Kriegsalltags. Während an der Front gekämpft wurde, kämpfte die Heimat gegen Hunger und Not.
Durch die britische Seeblockade fehlten in Deutschland alle wichtigen Güter: Seife, Leder, vor allem aber Lebensmittel. Die Frauen, die ihre Männer, Söhne oder Brüder verloren hatten, mussten nun allein die Familie durchbringen.
Solche Suppenküchen und rationierte Essensausgaben hielten die Menschen gerade so am Leben. Das Foto zeigt die "unsichtbare" Seite des Krieges - nicht den Kampf, sondern das stille Leiden der Zivilbevölkerung.
Bildinterpretation: Dieses Foto beweist, dass der Erste Weltkrieg der erste "totale Krieg" war - er traf nicht nur Soldaten, sondern die gesamte Gesellschaft.

Nach dem Krieg - Warum scheiterte die Demokratie?
Der Erste Weltkrieg hinterließ ein zerrüttetes Europa, in dem demokratische Systeme oft scheiterten. Der Faschismus bot einfache Lösungen für komplexe Probleme.
Warum entstanden Diktaturen? Die Menschen sehnten sich nach Ruhe und Ordnung, hatten Angst vor sozialistischen Revolutionen und wünschten sich wirtschaftliche Sicherheit. Alte Eliten (Adlige, Großgrundbesitzer) wollten ihre Macht nicht an demokratische Parteien abgeben.
Populistische Parteien wie Mussolinis "Schwarzhemden" versprachen schnelle Lösungen und spielten mit den Ängsten der Menschen. Der Populismus redet dem Volk nach dem Mund, anstatt sachlich zu argumentieren - er will die Massen für sich gewinnen.
Faschismus-Merkmale: Führerprinzip, Kontrolle aller Lebensbereiche (Arbeit, Familie, Politik) und Unterordnung des Einzelnen unter das "Staatsziel".

Europas politische Neuordnung nach 1918
Die Karte zeigt das dramatische Ergebnis: 1918-1939 war Europa zwischen parlamentarischen Demokratien, autoritären Regimen und faschistischen Diktaturen aufgeteilt. Nur wenige Länder blieben demokratisch.
Demokratien gab es hauptsächlich in Westeuropa: Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, Niederlande, Belgien und die Schweiz. Autoritäre Regime entstanden vor allem in Osteuropa: Polen, die Sowjetunion, die baltischen Staaten und Südosteuropa.
Faschistische Diktaturen etablierten sich in Deutschland und Italien. Der Entwicklungstrend war eindeutig: Je weiter östlich, desto autoritärer wurden die Systeme. Die Menschen dort wollten Sicherheit durch Vorbestimmung - auch wenn das Freiheit kostete.
Europa-Analyse: Der Erste Weltkrieg zerstörte nicht nur Länder, sondern auch das Vertrauen in die Demokratie - mit fatalen Folgen für den Zweiten Weltkrieg.
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