Außenpolitik Wilhelm II.
Die Außenpolitik Wilhelm II. markierte einen deutlichen Bruch mit Bismarcks Strategie. Wilhelm II. verfolgte eine aggressivere und expansivere Politik, die zu erheblichen Spannungen in Europa führte.
Hauptmerkmale der Außenpolitik Wilhelm II.:
- Ablehnung von Bismarcks vorsichtiger Politik
- Fokus auf Kolonialerwerb und Weltmachtstreben
- Auflösung des bismarckischen Bündnissystems
Zitat: Wilhelm II. proklamierte, dass Deutschland nun auch einen "Platz an der Sonne" haben sollte.
Wichtige Ereignisse und Entscheidungen:
- Nicht-Erneuerung des Rückversicherungsvertrags mit Russland
- Englisch-deutscher Vertrag 1890 (Tausch Sansibar gegen Helgoland)
- Bau der Bagdadbahn als Engagement in der Türkei
- Errichtung einer Flotte unter Alfred von Tirpitz
Vocabulary: "Risikoflotte" - Die deutsche Flotte sollte für England eine Bedrohung darstellen und es zum Eintritt in den Dreibund zwingen.
Die Folgen von Wilhelms Politik:
- Verschlechterung der Beziehungen zu England, besonders nach der Krüger-Depesche 1895
- Annäherung zwischen Frankreich und Russland (Defensivbündnis 1892)
- Bildung der "Entente-Mächte" und "Einkreisung" Deutschlands
Highlight: Die Außenpolitik Wilhelm II. führte letztlich zur Isolation Deutschlands und schuf die Machtkonstellation für den Ersten Weltkrieg.



