Familie und Pluralisierung der Lebensformen
Das klassische Familienbild der 1950er/60er Jahre – verheiratete Eltern mit leiblichen Kindern, Mann arbeitet, Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder – ist heute nur noch eine von vielen Lebensformen. Diese Pluralisierung der Lebensformen spiegelt unsere moderne Gesellschaft wider.
Familien erfüllen wichtige gesellschaftliche Funktionen: Sie befriedigen emotionale Bedürfnisse, regeln die Fortpflanzung, stärken die Solidarität zwischen Generationen und ermöglichen soziale Platzierung. Diese Aufgaben bleiben bestehen, auch wenn sich die Formen ändern.
Heute findest du eine riesige Vielfalt: Patchwork-Familien, Regenbogenfamilien, alleinerziehende Eltern, unverheiratete Paare, Singles oder Wochenend-Familien. Der Geburtenrückgang geht einher mit sinkender Heiratsfreude und steigenden Scheidungsraten.
Corona-Effekt: Die Pandemie hat interessanterweise manche Entwicklungen gebremst – mehr Home Office führte zu mehr gemeinsamer Zeit, die Geburtenrate stieg leicht an.
Die staatliche Familienpolitik reagiert auf diese Veränderungen durch das Grundgesetz (Artikel 6), spezielle Ministerien und kommunale Beratungsstellen. Dabei steht der Schutz und die Förderung aller Familienformen im Mittelpunkt, nicht nur der traditionellen Kernfamilie.