Das Lehnswesen - Grundlage der mittelalterlichen Gesellschaft
Stell dir vor, du könntest ein riesiges Reich nicht alleine regieren - genau dieses Problem hatten mittelalterliche Könige! Deshalb entwickelte sich das Lehnswesen als cleveres System der Machtverteilung.
Das Lehen war dabei der Schlüssel: Ein Stück Land, ein Amt oder bestimmte Rechte, die der Lehnsherr an seinen Lehnsmann vergab. Der Lehnsmann wurde so vom einfachen Gefolgsmann zum mächtigen Verwalter, gewann Einfluss und Wohlstand.
Die Lehnsübergabe war eine öffentliche Zeremonie voller Symbolik. Der Lehnsmann kniete vor seinem Herrn nieder und legte seine gefalteten Hände in die des Lehnsherren - ein Zeichen für Schutz und Abhängigkeit zugleich. Danach schwor er den Treueeid und versprach Dienst und Gehorsam.
Merke dir: Das Lehnswesen funktionierte wie ein Tauschgeschäft - Land und Schutz gegen Treue und Kriegsdienst!
Die Hierarchie war klar gegliedert: Ganz oben stand der König, darunter die Kronvasallen (Herzöge, Grafen, Bischöfe), dann die Untervasallen (Ritter, Äbte, Beamte) und ganz unten die abhängigen Bauern und Knechte, die 95% der Bevölkerung ausmachten.