Der Vietnamkrieg war ein 20 Jahre dauernder Konflikt (1955-1975), der... Mehr anzeigen
Der Vietnamkrieg: Ursachen und Verlauf





Die Teilung Vietnams und der Kriegsbeginn
Vietnam wollte nach dem Zweiten Weltkrieg endlich unabhängig von Frankreich werden, doch daraus wurde erstmal nichts. Stattdessen kämpfte Frankreich acht Jahre lang um seine Kolonie - unterstützt von USA und Großbritannien, während China und die Sowjetunion auf Vietnams Seite standen.
1954 musste sich Frankreich geschlagen geben und bei der Genfer Konferenz wurde Vietnam vorübergehend am 17. Breitengrad geteilt. Der kommunistische Norden mit der Hauptstadt Hanoi orientierte sich an China und der Sowjetunion, während der kapitalistische Süden mit Saigon als Hauptstadt eine antikommunistische Militärdiktatur wurde.
Eigentlich sollten 1956 freie Wahlen für die Wiedervereinigung stattfinden. Doch die südvietnamesische Regierung und die USA lehnten diese ab - vermutlich aus Angst vor einem kommunistischen Sieg. So brachen kommunistische Aufstände im Süden aus und der Bürgerkrieg begann.
Gut zu wissen: Vietnam wurde genauso geteilt wie Deutschland und Korea - ein typisches Muster des Kalten Krieges.

Der Eintritt der USA in den Krieg
Die USA unter Präsident Kennedy fürchteten die Dominotheorie: Wenn Vietnam kommunistisch wird, könnte das eine Kettenreaktion auslösen und immer mehr Länder zum Kommunismus "umkippen" - bis der Kommunismus schließlich Amerika erreicht. Deshalb schickten die USA zunächst Militärberater nach Südvietnam.
Der entscheidende Wendepunkt kam 1964 mit dem Tonkin-Zwischenfall im Golf von Tonkin. Bei einem Gefecht zwischen einem US-Kriegsschiff und nordvietnamesischen Booten fielen Schüsse. Präsident Johnson bekam nur verkürzte Informationen über den Vorfall.
Das US-Parlament erlaubte daraufhin dem Präsidenten "alle notwendigen Schritte einschließlich der Anwendung von bewaffneter Gewalt zu ergreifen". So begann 1964 der direkte Kriegseintritt der USA - ein Konflikt, der noch elf Jahre dauern sollte.
Wichtig für die Prüfung: Der Tonkin-Zwischenfall war der offizielle Grund für den US-Kriegseintritt, aber die wahren Motive lagen in der Eindämmung des Kommunismus.

TET-Offensive und Kriegsausweitung
Am 31. Januar 1968 starteten die Kommunisten die überraschende TET-Offensive und griffen die großen Städte Südvietnams an. Obwohl 500.000 amerikanische Soldaten in Südvietnam stationiert waren, eroberten kommunistische Kämpfer zeitweise sogar Teile der Hauptstadt Saigon.
Die USA schlugen zurück und eroberten die Gebiete zurück, doch beide Seiten erlitten hohe Verluste. Das Massaker von My Lai schockierte die Weltöffentlichkeit - amerikanische Soldaten töteten brutal Zivilisten und vergewaltigten Frauen. Die US-Bürger erkannten: Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen.
Präsident Nixon versprach im Wahlkampf das Kriegsende, doch seine Strategie war paradox: Um zu gewinnen, müsse man den Krieg ausweiten. Er zog zwar US-Truppen ab, bombardierte aber noch intensiver und schickte sogar Soldaten ins neutrale Kambodscha. Die kommunistischen Kämpfer wichen einfach in andere Dschungelgebiete aus - Nixons Plan scheiterte.
Wendepunkt: Die TET-Offensive war militärisch ein US-Sieg, aber politisch eine Katastrophe - die amerikanische Öffentlichkeit verlor das Vertrauen in den Krieg.

Kriegsende und dramatische Folgen
Während Nixon weiter bombardierte, liefen seit 1968 geheime Verhandlungen in Paris. Der Vietnamkrieg war ein Stellvertreterkrieg im Kalten Krieg geworden - zu komplex für einfache Lösungen. Nixon schickte seinen Berater heimlich nach Nordvietnam, ohne dass das eigene Außenministerium davon wusste.
Im Dezember 1972 ließ Nixon binnen zwei Wochen mehr Bomben abwerfen als in der gesamten Zeit zuvor - nur an Heiligabend herrschte Waffenruhe. Diese brutale Taktik hatte Erfolg: 1973 wurde das Pariser Abkommen unterzeichnet und die USA zogen sich zurück.
Die Folgen waren verheerend: 1,3 Millionen Tote und 1,8 Millionen Verletzte insgesamt. Nach der Wiedervereinigung unter kommunistischer Führung kamen Hunderttausende Südvietnamesen in Umerziehungslager. Das Gift Agent Orange verseuchte Böden und Pflanzen - noch heute werden Kinder mit schweren Fehlbildungen geboren.
Für die USA war es der erste verlorene Krieg. Viele Soldaten wurden alkohol- oder drogenabhängig und leiden bis heute unter Depressionen. Da der Vietnamkrieg als erster Krieg live im Fernsehen übertragen wurde, entstanden weltweit Proteste gegen Amerika.
Langzeitfolgen: Der Vietnamkrieg prägte eine ganze Generation und veränderte das Vertrauen der Amerikaner in ihre Regierung nachhaltig.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Der Vietnamkrieg: Ursachen und Verlauf
Der Vietnamkrieg war ein 20 Jahre dauernder Konflikt (1955-1975), der Vietnam in zwei Teile spaltete und zum ersten verlorenen Krieg der USA wurde. Dieser Stellvertreterkrieg des Kalten Krieges kostete über eine Million Menschen das Leben und veränderte die Weltpolitik nachhaltig.

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Vietnam wollte nach dem Zweiten Weltkrieg endlich unabhängig von Frankreich werden, doch daraus wurde erstmal nichts. Stattdessen kämpfte Frankreich acht Jahre lang um seine Kolonie - unterstützt von USA und Großbritannien, während China und die Sowjetunion auf Vietnams Seite standen.
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