Nicht-differenzierbare Funktionen erkennen
Die Betragsfunktion f(x)=∣x∣ ist das perfekte Beispiel für eine nicht-differenzierbare Funktion – und zwar genau an der Stelle x0=0, wo sie ihren charakteristischen Knick hat.
Um das zu beweisen, berechnest du die linksseitigen und rechtsseitigen Grenzwerte separat. Von links kommend (für $x < 0$) ist ∣x∣=−x, was den Grenzwert −1 ergibt. Von rechts kommend (für $x > 0$) ist ∣x∣=x, was den Grenzwert 1 ergibt.
Da beide Grenzwerte unterschiedlich sind (-1 ≠ 1), existiert der Gesamtgrenzwert nicht – die Funktion ist an x0=0 nicht differenzierbar.
Die h-Methode ist ein alternativer Weg: Statt limx→x0 schreibst du limh→0 und ersetzt x durch x0+h. Das macht die Rechnung manchmal einfacher, führt aber zum gleichen Ergebnis.
Praxistipp: Immer wenn du einen Knick im Graphen siehst, prüfe die links- und rechtsseitigen Grenzwerte getrennt!