Modell der produktiven Realitätsverarbeitung
Sozialisation ist ein lebenslanger Prozess der Auseinandersetzung mit innerer und äußerer Realität. Die innere Realität umfasst körperliche und psychische Grundmerkmale, während die äußere Realität aus sozialer und physikalischer Umwelt besteht.
Der Prozess der Identitätsentwicklung verlangt ein Gleichgewicht zwischen Individuation und Integration. Dieses Gleichgewicht erfordert kontinuierliche Einschätzung und Abstimmung beider Realitäten, was permanentes Bewältigungsverhalten bedeutet. Ein reflektiertes Selbstbild ist die Voraussetzung für die Fähigkeit, Verarbeitungsprozesse abzustimmen.
Die Realitätsverarbeitung basiert auf zehn Prinzipien, die von der Wechselbeziehung zwischen inneren und äußeren Faktoren über die Produktion der eigenen Persönlichkeit bis zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen reichen. Besonders wichtig ist das Prinzip der Ich-Identität, die einen Ausgleich zwischen persönlicher Individuation und sozialer Integration erfordert.
Gut zu wissen: Die verschiedenen Sozialisationskontexte wie Familie (primär), Bildungsinstitutionen (sekundär) und alltägliche Lebenswelt beeinflussen maßgeblich, wie Jugendliche ihre Identität entwickeln und mit Realität umgehen.



