Pluralistisches Modell nach Fraenkel
Ernst Fraenkel entwickelte die Konkurrenztheorie weiter zum Pluralismus - einem System, in dem verschiedene Gruppen gleichberechtigt um Einfluss kämpfen. Das Besondere: Es gibt keinen vorbestimmten Gemeinwillen, sondern das Gemeinwohl entsteht erst durch Kompromisse.
Der Grundkonsens ist entscheidend - alle müssen sich an bestimmte Spielregeln halten und demokratische Werte respektieren. Ohne diesen gemeinsamen Wertekodex würde das System zusammenbrechen.
Meinungsverschiedenheiten sind nicht nur normal, sondern sogar erwünscht! Fraenkel sieht sie als Zeichen einer lebendigen Demokratie. Einheitsmeinung wäre gefährlich, weil sie die Vielfalt der Gesellschaft ignoriert.
Das Mehrheitsprinzip funktioniert nur, wenn niemand behauptet, die absolute Wahrheit zu besitzen. Die Mehrheit darf entscheiden, aber die Minderheit muss geschützt werden und ihre Interessen geltend machen können.
🤝 Kernidee: Demokratie lebt von Kompromissen - nicht von der Durchsetzung einer "objektiv richtigen" Lösung, sondern vom Ausgleich verschiedener Interessen.
Der Nachteil: Nicht alle Interessen können gleich stark vertreten werden, und Entscheidungsprozesse dauern oft länger.