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lernen am Modell beim lernen am modell nimmt sich eine Person eine andere Person zum vorbild und ahmt ihr verhalten nach. Das Lernen am Modell ist eine Lerntheorie von Albert Bandura. Dabei eignet sich eine Person eine neue Verhaltensweise aktiv an oder wiederholt bekannte Verhaltensweisen öfter bzw. seltener. Dazu beobachtet sie eine andere Person - das sogenannte Modell - und imitiert ihr Verhalten. Außerdem beobachtet sie, welche Konsequenzen die Verhaltensweise für die Person hat. Einfach ausgedrückt, ist das Lernen am Modell also Lernen durch Nachahmung. So kannst du auch bewusst völlig neue und komplexe Verhaltensweisen erlernen. führt aus Modell führt aus Lernen am Modell bekannte Verhaltensweise beobachtet Beobachter sieht beobachtet neue Verhaltensweise einprägen Konsequenzen Beobachter wiederholen Erlernen beobachter und modell Die Person, die eine andere Person beobachtet, um sich die Verhaltensweise abzuschauen, nennst du Beobachter. Die Person, die die Verhaltensweise „vorführt“, heißt Modell, Leitbild oder Vorbild. Das Modell muss nicht unbedingt eine Person sein, die du auch im echten Leben kennst. Es können auch Figuren aus Filmen oder Büchern sein. beobachtet Verhalten Wichtig ist aber, dass sich der Beobachter mit dem Modell identifizieren kann. Nur so hat er die Motivation, sich aktiv die Verhaltensweise anzueignen. Das Modell ist außerdem sein Vorbild. Es hat meistens einen hohen sozialen Status, genießt Ansehen, hat Macht, ist sympathisch oder ist attraktiv. Beobachter & Modell ausführen Modell Lernebbekte und Beispiele Beim Lernen am Modell gibt es vier mögliche Lerneffekte, die auftreten können. modellierender effekt: enthemmender effekt: hemmender...

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effekt: ausiosender effekt: Lerneffekte modellierenden Lerneffekt hemmenden Lerneffekt Du lernst eine völlig neue Verhaltensweise. Beispiel: Du bist noch nie Ski gefahren. Jetzt hast du aber beschlossen, einen Skikurs zu machen und beobachtest genau, welche Bewegungen dein Skilehrer macht. Dir ist die Verhaltensweise bereits bekannt. Aber durch die Beobachtung sinkt deine Hemmschwelle, dich so zu verhalten, weil das Modell mit der Verhaltensweise erfolgreich war. Beispiel: Du kannst Fahrradfahren, machst es aber nicht sehr oft und nicht sehr gerne. Jetzt beobachtest du jemanden, der sehr viel Spaß beim Fahrradfahren hat. Du beschließt auch wieder mal Fahrrad zu fahren. Dir ist die Verhaltensweise bereits bekannt. Aber durch die Beobachtung hebt sich deine Hemmschwelle, dich so zu verhalten, weil das Modell mit der Verhaltensweise unangenehme Konsequenzen hatte. Beispiel: Du stehst genervt an einer roten Ampel und überlegst, ob du sie einfach so bei rot überqueren solltest. Jetzt kommt eine andere Person, die einfach bei rot los läuft. Dabei übersieht sie ein Auto und es kommt fast zu einem Zusammenstoß. Du erkennst, dass es keine gute Idee ist, bei Rot über die Ampel zu gehen. Dir ist eine Verhaltensweise bereits bekannt. Das Verhalten wird aber erst durch die beobachtete Person ausgelöst („Gruppenzwang"). Beispiel: Im Fußballstadium jubeln alle Fans ihrer Mannschaft zu, auch du schließt dich an und fängst an zu jubeln. enthemmenden Lerneffekt auslösender Lerneffekt il Phasen des Modelllernens nach Bandura Albert Bandura hat das Lernen am Modell in zwei Phasen unterteilt: In die Aneignungsphase und in die Ausführungsphase. aneignungsphase (akquisition) Die Aneignungsphase beginnt mit der Aufmerksamkeitszuwendung (Attention) zum Modell. Du nimmst dein Modell / Vorbild und seine Verhaltensweise bewusst wahr. Du beobachtest zum Beispiel jemanden beim Fahrradfahren. Du merkst dir die Verhaltensweise in der Behaltensphase (Retention). Es kann auch eine längere Zeit vergehen, bis du das Verhalten nachahmst und somit das erste Mal selbst aktiv ausführst. Du weißt jetzt, dass du zum Fahrradfahren in die Pedale treten musst. Außerdem ist es wichtig, das Gleichgewicht zu halten. Selbst ausprobiert hast du es aber noch nicht. ausfuhrungsphase (Performance) Die Ausführungsphase startet mit der motorischen Reproduktionsphase (Production). Hier wendest du die neu erlernte Verhaltensweise das erste Mal selbst an und imitierst die Verhaltensweise aus deiner Erinnerung. Einige Wochen später hast du ein Fahrrad. Du setzt dich drauf und versuchst, das Gelernte selbst auszuführen. Das in die Pedale treten klappt schon sehr gut, mit dem Gleichgewicht Halten hast du aber noch ein paar Probleme. Darauf folgt die Verstärkungs- und Motivationsphase (Motivation). Du schaust dir also die Konsequenzen der Verhaltensweise an. Bandura unterscheidet hier zwischen vier möglichen Verstärkern: externe bekraftigung Verhaltenskonsequenz wie bei der operanten Konditionierung wird selbst erlebt: Positive Verstärkung (z.B. Lob) oder Ausbleiben einer negativen Konsequenz (z.B. nicht mehr Hinfallen). dirkete bekraftigung Selbst definierte Verstärkung nach einer Zielerreichung (bspw. belohnt sich J. mit einem Ausgehabend, nach drei Nachmittagen EW-Lernen). Stellvertretende bekraftigung Das beobachtete Modell verstärkt sich selbst für eine Zielerreichung (bspw. belohnt sich J. mit einem Ausgehabend, nach drei Nachmittagen Mathe-Lernen - der M. beobachtet dies, was für ihn motivierend wirkt). Stellvertretende bekräftigung Die Verstärkung erfolgt beim Modell - der Beobachter wird bestärkt, da der Verstärker des Modells erstrebenswert ist (bspw. führt der Umgang mit ... bei meinem Freund zu einem sehr guten Ergebnis dieses Ergebnis würde ich auch gerne erreichen). Modell Phasen des Modelllernens Aufmerksamkeits- Behaltensprozess zuwendung Aneignungsphase Ausführungsphase motorischen Reproduktionsphase ↓↑ Verstärkungs- & Motivationsphase Verhaltensweise Lernerfolg beim Lernen am Modell Wie erfolgreich du eine neue Verhaltensweise durch das Lernen am Modell erlernst, ist vor allem von zwei Faktoren abhängig: Wie groß ist der Unterschied zwischen deinem eigenen Können und den beobachteten Fähigkeiten? Je größer der Unterschied, desto schwieriger ist das Erlernen. Wie häufig beobachtest du das Verhalten? Je öfter du die Verhaltensweise siehst, desto leichter kannst du einzelne Handlungsschritte nachahmen Beispiel: Du schaust einem Elektriker zu, wie er eine Lampe montiert. Du selbst weißt über Strom ziemlich wenig. Die Differenz zwischen deinem eigenen Können und den beobachteten Fähigkeiten des Handwerkers ist also ziemlich groß. Er bringt sehr viele Lampen in deiner Wohnung an und du beobachtest ihn bei jeder Lampe. Er erklärt dir sogar, die einzelnen Schritte, die er dabei ausführt. Danach weißt du mehr darüber, wie du eine Lampe montierst. modelllernen und Verhaltensanderung Um Verhalten und Fähigkeiten eines Lernenden zu beeinflussen, kann ein Modellverhalten zielgerichtet eingesetzt werden. Das Ziel beinhaltet den Erwerb von angepassten Verhaltensweisen bzw. die Unterdrückung unerwünschter Verhaltensweisen. Man stellt also absichtlich ein Vorbild dar. Beispiel Lernen am Vorbild: C. hat Angst vor der Dunkelheit. Diese Angst soll verlernt werden, indem C. Modelle beobachtet, die in der Dunkelheit (derselben Situation) keine Angst haben. "Die Beobachtung eines Experten bei der Problemlösung soll bewirken, dass die Lernenden ein Modell des Lösungsprozesses entwerfen und sodann selbst benutzen, um ähnliche Probleme zu lösen." Dörr (1998) "Das Grundprinzip dieser Verfahren besteht darin, dass der Therapeut den Klienten angemessenes Verhalten vorführt und diese dann durch Nachahmung und üben die Fähigkeit erlernen, dieses Verhalten im eigenen Leben auszuführen. In manchen Fällen fungieren die Therapeuten als Vorbilder für neue emotionale Reaktionen. Beispiele beschäftigen sie sich ruhig und gelassen mit Schlangen, um Klienten mit Schlangenphobie zu zeigen, dass es möglich ist, in Anwesenheit dieser Tiere entspannt zu bleiben.“ (Bandura 1977) In der Werbung spielt das Modelllernen ebenfalls eine große Rolle: Eine Person macht im Werbespot etwas vor und erreicht damit das gewünschte Ziel. Wir (als Konsumenten) sollen dieses Verhalten nachahmen - natürlich mit den entsprechenden Produkten, die für die Nachahmung erforderlich werden. Die sozial-kognitive Lerntheorie definiert Lernen als aktive und kognitiv gesteuerte Verarbeitung von Informationen. Während Konditionierungsmodelle den Menschen als passiv reagierend ansehen, wird er bei Bandura zum aktiven Handelnden: Motivationen, Emotionen und Denken sind von zentraler Bedeutung. Menschen lernen nicht nur anhand von Verhaltenskonsequenzen, sondern auch durch Beobachtung. Beim Prozess des Modellernens versucht das Individuum, bei anderen Menschen wahrgenommenes Verhalten bewusst oder unbewusst zu übernehmen. Bandura: Fallbeispiele fallbeispiel: b0b0 doll experiment Das Bobo Doll Experiment von Albert Bandura ist eins der bekanntesten sozialpsychologischen Experimente zum Lernen am Modell. Bandura hat Vorschulkinder in vier Gruppen eingeteilt und hat ihnen aggressives Verhalten gezeigt: Gruppe I hat beobachtet, wie Erwachsene eine große Puppe - die Bobo Doll - schlagen. Gruppe 2 hat beobachtet, wie Erwachsene in einem Film die große Puppe schlagen. Gruppe 3 hat beobachtet, wie als Katzen verkleidete Erwachsene in einem Film die große Puppe schlagen. Gruppe 4 hat nichts beobachtet. Sie war die Kontrollgruppe. Mit ihr wurde das Verhalten der Vorschulkinder ohne Lernerfahrung untersucht. Anschließend kamen die Kinder in einen Raum, indem sich die Bobo Doll befand. Das Ergebnis was, die Kinde aus Gruppe 1 bis 3 (Experimentalgruppen) fast doppelt so oft ein aggressives Verhalten gegenüber der großen Puppe zeigten, als die Kinder aus Gruppe 4. Sie haben also das aggressive Verhalten der Erwachsenen nachgeahmt. fallbeispiel: rocky experiment Im Rocky Experiment haben Bandura und Walters das Bobo Doll Experiment etwas abgewandelt. Die Kinder wurden dieses Mal in drei Gruppen aufgeteilt. Ihnen wurde ein Film gezeigt, in dem sich der Erwachsene namens Rocky aggressiv gegenüber einer Puppe namens Bobo verhält (Schlagen, Beschimpfen). Das Ende des Films unterschied sich bei den drei Gruppen: Gruppe 1: Rockys aggressives Verhalten wurde belohnt Gruppe 2: Rockys aggressives Verhalten wurde bestraft Gruppe 3: Rockys Verhalten hatte keine Konsequenzen Danach wurden die Kinder in einen Raum mit verschiedenen Spielzeugen geführt. Darunter befand sich auch die Bobo Puppe aus dem Film. Ergebnis: Die Kinder aus Gruppe 1, die sahen, dass Rocky für sein aggressives Verhalten belohnt wurde, verhielten sich deutlich häufiger aggressiv gegenüber der Bobo Doll. Die beiden Bobo Doll Experimente sprechen also dafür, dass auch aggressives Verhalten durch das Lernen am Modell erlernt werden kann.

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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lernen am Modell beim lernen am modell nimmt sich eine Person eine andere Person zum vorbild und ahmt ihr verhalten nach. Das Lernen am Modell ist eine Lerntheorie von Albert Bandura. Dabei eignet sich eine Person eine neue Verhaltensweise aktiv an oder wiederholt bekannte Verhaltensweisen öfter bzw. seltener. Dazu beobachtet sie eine andere Person - das sogenannte Modell - und imitiert ihr Verhalten. Außerdem beobachtet sie, welche Konsequenzen die Verhaltensweise für die Person hat. Einfach ausgedrückt, ist das Lernen am Modell also Lernen durch Nachahmung. So kannst du auch bewusst völlig neue und komplexe Verhaltensweisen erlernen. führt aus Modell führt aus Lernen am Modell bekannte Verhaltensweise beobachtet Beobachter sieht beobachtet neue Verhaltensweise einprägen Konsequenzen Beobachter wiederholen Erlernen beobachter und modell Die Person, die eine andere Person beobachtet, um sich die Verhaltensweise abzuschauen, nennst du Beobachter. Die Person, die die Verhaltensweise „vorführt“, heißt Modell, Leitbild oder Vorbild. Das Modell muss nicht unbedingt eine Person sein, die du auch im echten Leben kennst. Es können auch Figuren aus Filmen oder Büchern sein. beobachtet Verhalten Wichtig ist aber, dass sich der Beobachter mit dem Modell identifizieren kann. Nur so hat er die Motivation, sich aktiv die Verhaltensweise anzueignen. Das Modell ist außerdem sein Vorbild. Es hat meistens einen hohen sozialen Status, genießt Ansehen, hat Macht, ist sympathisch oder ist attraktiv. Beobachter & Modell ausführen Modell Lernebbekte und Beispiele Beim Lernen am Modell gibt es vier mögliche Lerneffekte, die auftreten können. modellierender effekt: enthemmender effekt: hemmender...

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effekt: ausiosender effekt: Lerneffekte modellierenden Lerneffekt hemmenden Lerneffekt Du lernst eine völlig neue Verhaltensweise. Beispiel: Du bist noch nie Ski gefahren. Jetzt hast du aber beschlossen, einen Skikurs zu machen und beobachtest genau, welche Bewegungen dein Skilehrer macht. Dir ist die Verhaltensweise bereits bekannt. Aber durch die Beobachtung sinkt deine Hemmschwelle, dich so zu verhalten, weil das Modell mit der Verhaltensweise erfolgreich war. Beispiel: Du kannst Fahrradfahren, machst es aber nicht sehr oft und nicht sehr gerne. Jetzt beobachtest du jemanden, der sehr viel Spaß beim Fahrradfahren hat. Du beschließt auch wieder mal Fahrrad zu fahren. Dir ist die Verhaltensweise bereits bekannt. Aber durch die Beobachtung hebt sich deine Hemmschwelle, dich so zu verhalten, weil das Modell mit der Verhaltensweise unangenehme Konsequenzen hatte. Beispiel: Du stehst genervt an einer roten Ampel und überlegst, ob du sie einfach so bei rot überqueren solltest. Jetzt kommt eine andere Person, die einfach bei rot los läuft. Dabei übersieht sie ein Auto und es kommt fast zu einem Zusammenstoß. Du erkennst, dass es keine gute Idee ist, bei Rot über die Ampel zu gehen. Dir ist eine Verhaltensweise bereits bekannt. Das Verhalten wird aber erst durch die beobachtete Person ausgelöst („Gruppenzwang"). Beispiel: Im Fußballstadium jubeln alle Fans ihrer Mannschaft zu, auch du schließt dich an und fängst an zu jubeln. enthemmenden Lerneffekt auslösender Lerneffekt il Phasen des Modelllernens nach Bandura Albert Bandura hat das Lernen am Modell in zwei Phasen unterteilt: In die Aneignungsphase und in die Ausführungsphase. aneignungsphase (akquisition) Die Aneignungsphase beginnt mit der Aufmerksamkeitszuwendung (Attention) zum Modell. Du nimmst dein Modell / Vorbild und seine Verhaltensweise bewusst wahr. Du beobachtest zum Beispiel jemanden beim Fahrradfahren. Du merkst dir die Verhaltensweise in der Behaltensphase (Retention). Es kann auch eine längere Zeit vergehen, bis du das Verhalten nachahmst und somit das erste Mal selbst aktiv ausführst. Du weißt jetzt, dass du zum Fahrradfahren in die Pedale treten musst. Außerdem ist es wichtig, das Gleichgewicht zu halten. Selbst ausprobiert hast du es aber noch nicht. ausfuhrungsphase (Performance) Die Ausführungsphase startet mit der motorischen Reproduktionsphase (Production). Hier wendest du die neu erlernte Verhaltensweise das erste Mal selbst an und imitierst die Verhaltensweise aus deiner Erinnerung. Einige Wochen später hast du ein Fahrrad. Du setzt dich drauf und versuchst, das Gelernte selbst auszuführen. Das in die Pedale treten klappt schon sehr gut, mit dem Gleichgewicht Halten hast du aber noch ein paar Probleme. Darauf folgt die Verstärkungs- und Motivationsphase (Motivation). Du schaust dir also die Konsequenzen der Verhaltensweise an. Bandura unterscheidet hier zwischen vier möglichen Verstärkern: externe bekraftigung Verhaltenskonsequenz wie bei der operanten Konditionierung wird selbst erlebt: Positive Verstärkung (z.B. Lob) oder Ausbleiben einer negativen Konsequenz (z.B. nicht mehr Hinfallen). dirkete bekraftigung Selbst definierte Verstärkung nach einer Zielerreichung (bspw. belohnt sich J. mit einem Ausgehabend, nach drei Nachmittagen EW-Lernen). Stellvertretende bekraftigung Das beobachtete Modell verstärkt sich selbst für eine Zielerreichung (bspw. belohnt sich J. mit einem Ausgehabend, nach drei Nachmittagen Mathe-Lernen - der M. beobachtet dies, was für ihn motivierend wirkt). Stellvertretende bekräftigung Die Verstärkung erfolgt beim Modell - der Beobachter wird bestärkt, da der Verstärker des Modells erstrebenswert ist (bspw. führt der Umgang mit ... bei meinem Freund zu einem sehr guten Ergebnis dieses Ergebnis würde ich auch gerne erreichen). Modell Phasen des Modelllernens Aufmerksamkeits- Behaltensprozess zuwendung Aneignungsphase Ausführungsphase motorischen Reproduktionsphase ↓↑ Verstärkungs- & Motivationsphase Verhaltensweise Lernerfolg beim Lernen am Modell Wie erfolgreich du eine neue Verhaltensweise durch das Lernen am Modell erlernst, ist vor allem von zwei Faktoren abhängig: Wie groß ist der Unterschied zwischen deinem eigenen Können und den beobachteten Fähigkeiten? Je größer der Unterschied, desto schwieriger ist das Erlernen. Wie häufig beobachtest du das Verhalten? Je öfter du die Verhaltensweise siehst, desto leichter kannst du einzelne Handlungsschritte nachahmen Beispiel: Du schaust einem Elektriker zu, wie er eine Lampe montiert. Du selbst weißt über Strom ziemlich wenig. Die Differenz zwischen deinem eigenen Können und den beobachteten Fähigkeiten des Handwerkers ist also ziemlich groß. Er bringt sehr viele Lampen in deiner Wohnung an und du beobachtest ihn bei jeder Lampe. Er erklärt dir sogar, die einzelnen Schritte, die er dabei ausführt. Danach weißt du mehr darüber, wie du eine Lampe montierst. modelllernen und Verhaltensanderung Um Verhalten und Fähigkeiten eines Lernenden zu beeinflussen, kann ein Modellverhalten zielgerichtet eingesetzt werden. Das Ziel beinhaltet den Erwerb von angepassten Verhaltensweisen bzw. die Unterdrückung unerwünschter Verhaltensweisen. Man stellt also absichtlich ein Vorbild dar. Beispiel Lernen am Vorbild: C. hat Angst vor der Dunkelheit. Diese Angst soll verlernt werden, indem C. Modelle beobachtet, die in der Dunkelheit (derselben Situation) keine Angst haben. "Die Beobachtung eines Experten bei der Problemlösung soll bewirken, dass die Lernenden ein Modell des Lösungsprozesses entwerfen und sodann selbst benutzen, um ähnliche Probleme zu lösen." Dörr (1998) "Das Grundprinzip dieser Verfahren besteht darin, dass der Therapeut den Klienten angemessenes Verhalten vorführt und diese dann durch Nachahmung und üben die Fähigkeit erlernen, dieses Verhalten im eigenen Leben auszuführen. In manchen Fällen fungieren die Therapeuten als Vorbilder für neue emotionale Reaktionen. Beispiele beschäftigen sie sich ruhig und gelassen mit Schlangen, um Klienten mit Schlangenphobie zu zeigen, dass es möglich ist, in Anwesenheit dieser Tiere entspannt zu bleiben.“ (Bandura 1977) In der Werbung spielt das Modelllernen ebenfalls eine große Rolle: Eine Person macht im Werbespot etwas vor und erreicht damit das gewünschte Ziel. Wir (als Konsumenten) sollen dieses Verhalten nachahmen - natürlich mit den entsprechenden Produkten, die für die Nachahmung erforderlich werden. Die sozial-kognitive Lerntheorie definiert Lernen als aktive und kognitiv gesteuerte Verarbeitung von Informationen. Während Konditionierungsmodelle den Menschen als passiv reagierend ansehen, wird er bei Bandura zum aktiven Handelnden: Motivationen, Emotionen und Denken sind von zentraler Bedeutung. Menschen lernen nicht nur anhand von Verhaltenskonsequenzen, sondern auch durch Beobachtung. Beim Prozess des Modellernens versucht das Individuum, bei anderen Menschen wahrgenommenes Verhalten bewusst oder unbewusst zu übernehmen. Bandura: Fallbeispiele fallbeispiel: b0b0 doll experiment Das Bobo Doll Experiment von Albert Bandura ist eins der bekanntesten sozialpsychologischen Experimente zum Lernen am Modell. Bandura hat Vorschulkinder in vier Gruppen eingeteilt und hat ihnen aggressives Verhalten gezeigt: Gruppe I hat beobachtet, wie Erwachsene eine große Puppe - die Bobo Doll - schlagen. Gruppe 2 hat beobachtet, wie Erwachsene in einem Film die große Puppe schlagen. Gruppe 3 hat beobachtet, wie als Katzen verkleidete Erwachsene in einem Film die große Puppe schlagen. Gruppe 4 hat nichts beobachtet. Sie war die Kontrollgruppe. Mit ihr wurde das Verhalten der Vorschulkinder ohne Lernerfahrung untersucht. Anschließend kamen die Kinder in einen Raum, indem sich die Bobo Doll befand. Das Ergebnis was, die Kinde aus Gruppe 1 bis 3 (Experimentalgruppen) fast doppelt so oft ein aggressives Verhalten gegenüber der großen Puppe zeigten, als die Kinder aus Gruppe 4. Sie haben also das aggressive Verhalten der Erwachsenen nachgeahmt. fallbeispiel: rocky experiment Im Rocky Experiment haben Bandura und Walters das Bobo Doll Experiment etwas abgewandelt. Die Kinder wurden dieses Mal in drei Gruppen aufgeteilt. Ihnen wurde ein Film gezeigt, in dem sich der Erwachsene namens Rocky aggressiv gegenüber einer Puppe namens Bobo verhält (Schlagen, Beschimpfen). Das Ende des Films unterschied sich bei den drei Gruppen: Gruppe 1: Rockys aggressives Verhalten wurde belohnt Gruppe 2: Rockys aggressives Verhalten wurde bestraft Gruppe 3: Rockys Verhalten hatte keine Konsequenzen Danach wurden die Kinder in einen Raum mit verschiedenen Spielzeugen geführt. Darunter befand sich auch die Bobo Puppe aus dem Film. Ergebnis: Die Kinder aus Gruppe 1, die sahen, dass Rocky für sein aggressives Verhalten belohnt wurde, verhielten sich deutlich häufiger aggressiv gegenüber der Bobo Doll. Die beiden Bobo Doll Experimente sprechen also dafür, dass auch aggressives Verhalten durch das Lernen am Modell erlernt werden kann.