Die Endosymbiontentheorie - Wenn Zellen zusammenziehen
Symbiose bedeutet einfach, dass verschiedene Lebewesen zusammenleben und beide davon profitieren - wie du und dein Handy. Bei der Endosymbiose lebt ein Partner sogar im Körper des anderen, was ziemlich praktisch sein kann.
Die Endosymbiontentheorie erklärt, woher Mitochondrien (in allen Zellen) und Chloroplasten (nur in Pflanzenzellen) kommen. Vor 1-3,5 Milliarden Jahren hat eine große Urzelle einfach kleinere prokaryotische Zellen "verschluckt" - statt sie zu verdauen, sind sie Mitbewohner geworden.
Ein Beispiel: Die Urzelle brauchte Wasserstoff als Energiequelle, und ein kleines Bakterium produzierte genau das. Nach der Endozytose hatte die Urzelle immer genug "Kraftstoff" zur Verfügung. Über Millionen von Jahren wurde aus dem eigenständigen Bakterium ein fester Bestandteil der Zelle.
Merkhilfe: Endo = innen, Symbiose = zusammenleben. Ein Partner zieht beim anderen ein!
Bei Chloroplasten lief es genauso ab, nur dass hier Cyanobakterien die neuen Mitbewohner waren. Die große DNA des aufgenommenen Prokaryoten wanderte größtenteils in den Zellkern der Urzelle und wurde so zu einem echten Zellorganell.
Beweise - So wissen wir, dass es stimmt
Du fragst dich bestimmt: "Woher wollen die das so genau wissen?" Zum Glück gibt es vier starke Belege für diese Theorie.
Chloroplasten und Mitochondrien sind die einzigen Organellen mit einer doppelten Membran - eine vom ursprünglichen Bakterium und eine von der Urzelle, die es "verschluckt" hat. Das ist wie ein doppelt verpacktes Geschenk aus der Steinzeit.
Noch cooler: Im Zellkern von Eukaryoten findest du heute noch DNA-Reste von Proteobakterien (den Vorgängern der Mitochondrien). Es ist, als würdest du in deinem Zimmer noch Sachen von deinem ersten Mitbewohner finden.
Prüfungstipp: Die vier Belege sind perfekte Antworten für Klausurfragen zur Endosymbiontentheorie!
Außerdem haben Chloroplasten und Mitochondrien ihre eigene ringförmige DNA - genau wie Bakterien. Sie können sich sogar selbstständig vermehren, was ziemlich ungewöhnlich für Zellorganellen ist. Das zeigt deutlich ihre bakterielle Herkunft.