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Genetik Zusammenfassung für dein mündliches Abitur 2022

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nora s.@noraasbt
Genetik beschäftigt sich mit den Grundlagen der Vererbung und wie Merkmale von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. In diesem Fach lernst du, wie die DNA als Träger der Erbinformation funktioniert und welche Prozesse bei der Weitergabe und Ausprägung von Merkmalen eine Rolle spielen.
Genetik – Seite 1

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Grundbegriffe der Genetik

Die Genetik ist voll mit Fachbegriffen, die du kennen solltest! Eine Population umfasst alle Individuen einer Art an einem Ort. Die Variabilität bezeichnet die Verschiedenheit von Merkmalen innerhalb dieser Population.

Ein Gen ist ein Funktionsabschnitt auf der DNA, der für die Produktion von RNA verantwortlich ist. Gene können in verschiedenen Zustandsformen, sogenannten Allelen, vorliegen. Diese bestimmen, wie ein Merkmal ausgeprägt wird.

Zellen können haploid (jedes Chromosom nur einmal vorhanden) oder diploid (jedes Chromosom zweimal vorhanden) sein. Bei der Weitergabe von Merkmalen unterscheiden wir zwischen Mutation (vererbbare Veränderung des Genotyps) und Modifikation (nicht vererbbare Veränderung des Phänotyps durch Umwelteinflüsse).

💡 Der Phänotyp ist das äußere Erscheinungsbild eines Organismus, während der Genotyp die gesamte genetische Ausstattung beschreibt. So kann der gleiche Genotyp unter verschiedenen Umweltbedingungen unterschiedliche Phänotypen hervorbringen!

Genetik – Seite 2

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Chromosomen – Träger der Erbinformation

Chromosomen sind die Träger unserer Erbinformation und enthalten alle genetischen Informationen über unsere äußerlichen Merkmale wie Haar- und Augenfarbe. Sie bestehen aus komprimierter DNA, die um spezielle Proteine (Histone) gewickelt ist.

Ein Chromosom besteht aus zwei Teilen: dem p-Arm und dem q-Arm, die durch das Centromer verbunden sind. Nach der DNA-Verdopplung besteht ein Chromosom aus zwei identischen Chromatiden, die am Centromer zusammengehalten werden.

Wenn die DNA nicht kondensiert ist, spricht man von Chromatin. Erst bei der Zellteilung verdichtet sich das Chromatin zu den charakteristischen X-förmigen Chromosomen, die wir aus Abbildungen kennen.

Beim Menschen unterscheiden wir zwischen Autosomen (Chromosomenpaare 1-22) und Gonosomen (Geschlechtschromosomen X und Y). Frauen haben zwei X-Chromosomen (XX), Männer haben ein X- und ein Y-Chromosom (XY).

Genetik – Seite 3

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DNA – Der Bauplan des Lebens

Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ist der Träger der Erbinformation und bildet eine Doppelhelix-Struktur. Diese besteht aus zwei Strängen, die antiparallel verlaufen – während ein Strang in 5'-3'-Richtung verläuft, geht der andere in 3'-5'-Richtung.

Jeder DNA-Strang ist aus Nukleotiden aufgebaut, die jeweils aus drei Komponenten bestehen:

  • einer organischen Base (Adenin, Thymin, Guanin oder Cytosin)
  • einem Desoxyribosemolekül (Zucker)
  • einem Phosphatmolekül

Die beiden Stränge werden durch Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Basen zusammengehalten. Dabei paaren sich die Basen nach festen Regeln:

  • Adenin (A) verbindet sich mit Thymin (T) durch zwei Wasserstoffbrückenbindungen
  • Guanin (G) verbindet sich mit Cytosin (C) durch drei Wasserstoffbrückenbindungen

💡 Merke dir die Basenpaarungen: In der DNA paart sich A mit T und G mit C. In der RNA wird T durch U (Uracil) ersetzt, sodass A mit U und G mit C Paare bilden!

Genetik – Seite 4

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Genetischer Code und RNA

Der genetische Code beschreibt, wie die Basensequenz der DNA oder RNA in Aminosäuren übersetzt wird. Er besteht aus Tripletts (drei Basen), die jeweils für eine Aminosäure codieren. Der Code ist degeneriert (mehrere Tripletts können für die gleiche Aminosäure codieren), komma-/überlappungsfrei und universell (gilt für fast alle Lebewesen).

Wichtige Codons:

  • Startcodon: AUG (kodiert für Methionin)
  • Stopcodons: UAA, UGA und UAG (beenden die Proteinsynthese)

Die RNA (Ribonukleinsäure) ist eng mit der DNA verwandt, enthält jedoch Uracil statt Thymin. Es gibt verschiedene RNA-Typen mit unterschiedlichen Funktionen:

  • mRNA (messenger-RNA): Vermittler zwischen Gen und Peptid
  • tRNA (transfer-RNA): Transportiert Aminosäuren zum Ribosom und übersetzt den genetischen Code
  • rRNA (ribosomale-RNA): Bildet zusammen mit Proteinen die Ribosomen

Der gesamte Prozess, bei dem die Information der DNA über die RNA in Proteine übersetzt wird, nennt man Proteinbiosynthese.

Genetik – Seite 5

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Identische Replikation der DNA

Bei der identischen Replikation wird die DNA verdoppelt – aus einem DNA-Doppelstrang werden zwei identische neue Doppelstränge. Dieser Prozess findet in der S-Phase (Synthese-Phase) des Zellzyklus im Zellkern statt.

Die Replikation erfolgt semikonservativ, das heißt, jeder neue Doppelstrang besteht aus einem alten (Mutterstrang) und einem neu synthetisierten Einzelstrang (Tochterstrang).

Der Ablauf der Replikation erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Die Topoisomerase entspiralisiert die DNA-Doppelhelix
  2. Die Helicase trennt die Wasserstoffbrückenbindungen und damit die DNA-Stränge
  3. Die Primase synthetisiert kurze RNA-Primer als Startsequenzen
  4. Die DNA-Polymerase verknüpft komplementäre Basen in 5'-3'-Richtung
  5. Am Folgestrang entstehen Okazaki-Fragmente, da die Synthese dort diskontinuierlich erfolgt
  6. Die RNAse H entfernt die RNA-Primer, die DNA-Polymerase füllt die Lücken
  7. Die Ligase verbindet die Fragmente zu einem durchgehenden Strang

💡 Die DNA-Polymerase kann nur in 5'-3'-Richtung arbeiten. Da die DNA-Stränge antiparallel sind, muss ein Strang (der Folgestrang) in kleinen Stücken synthetisiert werden!

Genetik – Seite 6

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Ribosomen – Fabriken der Proteinherstellung

Ribosomen sind aus zwei Untereinheiten zusammengesetzte, membranlose Zellbestandteile, die im Zellkern aufgebaut werden. Sie bestehen aus Proteinen und ribosomaler RNA (rRNA) und sind etwa 25 nm groß.

Die Hauptfunktion der Ribosomen ist die Proteinbiosynthese – an ihnen werden Aminosäuren anhand der Informationen auf der mRNA zu Proteinketten verknüpft. Dafür besitzen Ribosomen zwei wichtige Bindungsstellen:

  • A-Stelle: Hier bindet die ankommende tRNA mit ihrer Aminosäure
  • P-Stelle: Hier befindet sich die tRNA, die die wachsende Peptidkette trägt

Ribosomen kommen sowohl in prokaryotischen als auch in eukaryotischen Zellen vor. Bei Eukaryoten befinden sie sich frei im Cytoplasma, am endoplasmatischen Retikulum sowie in Mitochondrien und Chloroplasten.

Die Größe und Struktur der Ribosomen unterscheidet sich zwischen Prokaryoten und Eukaryoten, was für die Wirkungsweise bestimmter Antibiotika wichtig ist. Diese können prokaryotische Ribosomen hemmen, ohne die eukaryotischen Ribosomen des Menschen zu beeinträchtigen.

Genetik – Seite 7

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Proteinbiosynthese – Von der DNA zum Protein

Die Proteinbiosynthese ist der Prozess, bei dem nach Vorgabe der genetischen Information (DNA) neue Proteine aus Aminosäuren aufgebaut werden. Sie erfolgt in zwei Hauptschritten:

  1. Transkription: Im Zellkern wird die Information eines Gens in mRNA umgeschrieben.
  2. Translation: Die mRNA wird an den Ribosomen in ein Protein übersetzt.

Bei der Transkription bindet die RNA-Polymerase an die Promotorregion der DNA. Die DNA wird entwindet, und die RNA-Polymerase synthetisiert entlang des codogenen Strangs eine komplementäre mRNA. Der Prozess endet, wenn die RNA-Polymerase auf eine Terminatorsequenz trifft.

Wichtige Schritte der Transkription:

  • Bindung der RNA-Polymerase an den Promotor
  • Entwindung des DNA-Doppelstrangs
  • Synthese der mRNA in 5'-3'-Richtung
  • Ablösung der synthetisierten RNA von der DNA-Matrize

💡 Bei Eukaryoten wird die mRNA nach der Transkription noch prozessiert: Introns (nicht-codierende Abschnitte) werden herausgeschnitten, und Exons (codierende Abschnitte) werden zusammengefügt – ein Prozess, der als Spleißen bezeichnet wird.

Genetik – Seite 8

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Translation – Von der RNA zum Protein

Die Translation ist der zweite Hauptschritt der Proteinbiosynthese, bei dem die Informationen der mRNA in eine Aminosäuresequenz umgesetzt werden. Dieser Prozess findet an den Ribosomen statt.

Der Ablauf der Translation erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Die kleine Untereinheit des Ribosoms lagert sich an die mRNA an
  2. Eine Start-tRNA mit der Aminosäure Methionin bindet an das Startcodon AUG
  3. Die große Untereinheit des Ribosoms verbindet sich mit der kleinen, wodurch das funktionsfähige Ribosom mit zwei Bindungsstellen (A- und P-Stelle) entsteht
  4. Eine weitere tRNA mit ihrer spezifischen Aminosäure lagert sich an das nächste Codon der mRNA an
  5. Die Aminosäuren werden durch eine Peptidbindung miteinander verknüpft
  6. Die leere tRNA verlässt das Ribosom, und es rückt zum nächsten Codon vor
  7. Dieser Prozess wiederholt sich, bis ein Stopcodon erreicht wird
  8. Bei Erreichen eines Stopcodons zerfällt das Ribosom in seine Untereinheiten, und die Polypeptidkette wird freigesetzt

Das entstehende Protein faltet sich anschließend in seine dreidimensionale Struktur und kann noch weitere Modifikationen durchlaufen, bevor es seine endgültige Funktion übernimmt.

Genetik – Seite 9

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Mitose – Zellteilung für Wachstum und Erneuerung

Die Mitose ist eine Form der Kern- und Zellteilung, bei der aus einer diploiden Mutterzelle zwei genetisch identische diploide Tochterzellen entstehen. Sie dient dem Wachstum und der Erneuerung von Körperzellen (Autosomen).

Der Mitosezyklus verläuft in mehreren Phasen:

  1. Interphase: Längste Phase zwischen zwei Zellteilungen, umfasst Wachstum (G1), DNA-Replikation (S) und Vorbereitung auf die Mitose (G2)

  2. Prophase: Chromosomen kondensieren zu Zwei-Chromatid-Chromosomen, Kernmembran löst sich auf, Spindelapparat bildet sich

  3. Metaphase: Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene an, Spindelfasern verbinden sich mit den Centromeren

  4. Anaphase: Spindelfasern ziehen die Chromatiden zu den entgegengesetzten Polen der Zelle

  5. Telophase: Spindelfasern lösen sich auf, neue Kernhüllen bilden sich um die Chromosomensätze

  6. Cytokinese: Abschnürung der Zellmembran, wodurch zwei separate Tochterzellen entstehen

💡 Bei der Mitose bleibt der Chromosomensatz erhalten – aus einer diploiden (2n) Mutterzelle entstehen zwei diploide (2n) Tochterzellen. Dies ist wichtig für das Wachstum und die Erneuerung von Geweben!

Genetik – Seite 10

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Meiose – Zellteilung für die Fortpflanzung

Die Meiose ist eine spezielle Form der Zellteilung, bei der aus einer diploiden Mutterzelle vier haploide Tochterzellen entstehen. Sie findet nur bei der Bildung von Geschlechtszellen (Gameten) statt und besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Teilungen:

Meiose I (Reduktionsteilung):

  1. Interphase I: DNA-Verdopplung, Zwei-Chromatid-Chromosomen entstehen
  2. Prophase I: Homologe Chromosomen lagern sich parallel aneinander und tauschen beim Crossing-over Genabschnitte aus
  3. Metaphase I: Chromosomenpaare reihen sich an der Äquatorialebene auf
  4. Anaphase I: Homologe Chromosomen werden getrennt (nicht die Chromatiden!)
  5. Telophase I: Zwei haploide Zellen entstehen, jede mit Zwei-Chromatid-Chromosomen

Meiose II (Äquationsteilung):

  • Verläuft ähnlich wie eine Mitose, nur ohne vorherige DNA-Replikation
  • Die Chromatiden werden getrennt, wodurch insgesamt vier haploide Gameten entstehen

Der entscheidende Unterschied zur Mitose liegt in der Prophase I, wo es zum Crossing-over kommt. Dabei tauschen homologe Chromosomen Genabschnitte aus, was zu einer genetischen Rekombination führt und die genetische Vielfalt erhöht.

Diese genetische Vielfalt ist evolutionär vorteilhaft, da sie die Anpassungsfähigkeit der Art an veränderte Umweltbedingungen verbessert.

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