Selektionsformen - Wer überlebt und warum?
Stell dir vor, die Evolution wäre ein Casting-Show - aber anstatt Talente werden hier Überlebensstrategien bewertet! Die gerichtete Selektion ist dabei ziemlich eindeutig: Sie bevorzugt immer die gleiche Richtung einer Eigenschaft.
Bei Tiefseefischen zum Beispiel gilt: je schneller, desto besser! Langsamere Fische werden häufiger gefressen, während die Schnellsten überleben und sich fortpflanzen. Das führt dazu, dass die ganze Population mit der Zeit immer schneller wird - die Merkmale verschieben sich in eine bestimmte Richtung.
Die stabilisierende Selektion funktioniert genau andersherum. Hier ist der Durchschnitt der Gewinner! Extreme Ausprägungen haben schlechtere Überlebenschancen, während "normale" Individuen bevorzugt werden.
Das beste Beispiel kennst du vielleicht aus der Medizin: Babys mit durchschnittlichem Gewicht haben die besten Überlebenschancen. Sowohl sehr leichte als auch sehr schwere Neugeborene haben statistisch höhere Risiken.
Merktipp: Gerichtete Selektion = eine Richtung wird bevorzugt. Stabilisierende Selektion = Durchschnitt ist am besten!
Disruptive Selektion ist der Rebell unter den Selektionsformen - sie liebt Extreme! Hier haben sowohl das eine als auch das andere Extrem Vorteile, während der Mittelwert benachteiligt ist. Das kann sogar zur Entstehung neuer Arten führen.
Bei Vögeln siehst du das perfekt an der Schnabelgröße: Ein sehr dünner Schnabel ist super zum Insektenfangen, ein sehr dicker zum Nüsseknacken. Ein mittlerer Schnabel kann beides nur schlecht - deshalb setzen sich die extremen Formen durch.