Stammbäume erstellen
Ein phylogenetischer Stammbaum dient der systematischen Einordnung von Lebewesen in hierarchisch gegliederte Kategorien:
- Die Einordnung erfolgt in einer Hierarchie von der Domäne über das Reich bis hin zu weiteren Unterteilungen
- Lebewesen werden nach Verwandtschaftsbeziehungen gruppiert
Bei der Stammbaumerstellung können Lebewesen verschiedenen Gruppentypen angehören:
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Monophyletische Gruppe:
- Umfasst alle Nachkommen eines gemeinsamen Vorfahren
- Alle Stammbaumzweige lassen sich auf einen gemeinsamen Ast zurückführen
- Beispiel: Säugetiere (alle Nachkommen des ersten Säugetiers)
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Paraphyletische Gruppe:
- Fasst Arten mit gemeinsamer Stammart zusammen, aber nicht alle Verzweigungen
- Schließt einige, aber nicht alle Nachkommen eines Vorfahren ein
- Beispiel: Reptilien (ohne Vögel, obwohl diese von Reptilien abstammen)
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Polyphyletische Gruppe:
- Arten werden zusammengefasst, die keine direkte gemeinsame Stammart besitzen
- Basiert oft auf oberflächlichen Ähnlichkeiten statt echter Verwandtschaft
- Beispiel: Flugfähige Tiere (Insekten, Vögel, Fledermäuse)
Wichtiges Konzept: Die Grundlage für das Erstellen eines Stammbaums ist die Unterscheidung zwischen Homologien (Strukturen mit gemeinsamer evolutionärer Herkunft) und Analogien (ähnliche Strukturen durch konvergente Evolution).
Bei homologen Strukturen unterscheidet man weiter zwischen:
- Plesiomorphe Strukturen: Merkmale, die von weit entfernten Vorfahren vererbt wurden
- Apomorphe Strukturen: Merkmale, die direkt von Vorfahren aus jüngster Vergangenheit stammen
Methodisches Vorgehen bei der Merkmalsprüfung:
- Homologie-Vermutung aufstellen
- Außengruppenvergleich durchführen, um gemeinsame abgeleitete Merkmale abzugrenzen
- Prinzip der einfachsten Erklärung anwenden - die Lösung mit den wenigsten Widersprüchen wählen
Übungstipp: Beim Zeichnen eines Stammbaums kann eine einfache Vorlage helfen. Nutze Verzweigungen, um Evolutionslinien darzustellen, und kennzeichne an den Knotenpunkten die neu erworbenen Merkmale.


