Der Stickstoffkreislauf in Gewässern
In Seen und Meeren läuft der Stickstoffkreislauf grundsätzlich ähnlich ab, aber mit entscheidenden Unterschieden. Phytoplankton und Wasserpflanzen übernehmen hier die Rolle der Landpflanzen und bilden die Basis der gesamten Nahrungskette.
Cyanobakterien im Wasser können atmosphärischen Stickstoff fixieren, während aerobe Bakterien für die Nitrifikation sorgen. Besonders wichtig wird die Denitrifikation in sauerstoffarmen Tiefenschichten - hier verwandeln Bakterien Nitrat wieder zu Stickstoffgas.
Der große Unterschied: Seen sind viel anfälliger für Probleme. Durch ihre geringe Größe und schlechte Durchmischung kann zu viel Stickstoff schnell zu Eutrophierung führen - einem explosionsartigen Algenwachstum, das den ganzen See kippen lässt. Meere verkraften durch ihr riesiges Volumen deutlich mehr.
Praxistipp: NOₓ-Messungen Nitrat+Nitritzusammen sind der Standard zur Wasserqualitätskontrolle
Die NOₓ-Messung ist in Kläranlagen und bei der Trinkwasserkontrolle unverzichtbar. Der deutsche Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser liegt bei 50 mg/l - nicht weil Nitrat selbst gefährlich ist, sondern weil es zu gesundheitsschädlichem Nitrit werden kann.